Der Künstler Norbert Bauer aus Velbert sucht Käufer für seine Ruhr-Atolle. Interessenten sollten mindestens 100  000 Euro investieren können.

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Im Trockendock ist das Ruhr-Atoll „U-Boot“ komplett zu sehen – und ein Satz des Philosophen Immanuel Kant zu erkennen, der nur Innen zu lesen ist: „Ich kann, weil ich will, was ich muss“.

Im Trockendock ist das Ruhr-Atoll „U-Boot“ komplett zu sehen – und ein Satz des Philosophen Immanuel Kant zu erkennen, der nur Innen zu lesen ist: „Ich kann, weil ich will, was ich muss“.

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Im Trockendock ist das Ruhr-Atoll „U-Boot“ komplett zu sehen – und ein Satz des Philosophen Immanuel Kant zu erkennen, der nur Innen zu lesen ist: „Ich kann, weil ich will, was ich muss“.

Velbert. Johnny Depp hat eine und Nicolas Cage auch: eine Insel. Und nun stehen ganz besondere Exemplare zum Verkauf: die so genannten „Ruhr-Atolle“ des Konzeptkünstlers Norbert Bauer (59) aus Velbert. Zur Wahl stehen das „Teehaus“, das „U-Boot“ und die so genannte „Schrott-Insel“. Also, Großgrundbesitzer mit See und ein paar Euro auf dem Konto, aufgepasst. Noch besteht die freie Wahl, welche Insel es sein soll.

„Es wäre ideal, wenn der Käufer einen See hätte.“

Norbert Bauer, Leiter und Ideengeber der „Ruhr-Atolle“

In Velbert ist Norbert Bauer Vorsitzender des Vereins Kunsthaus. Dort hat er verschiedene Kunstaktionen mitinitiiert. Die Idee für das Projekt „Ruhr-Atoll“ trug er mehrere Jahre mit sich herum. Unter dem Motto „Kunst ist Energie – Energie ist Bewegung“ entstanden die Werke.

Künstler haben gemeinsam mit Wissenschaftlern die Konzepte entwickelt. Bis zu 300 Quadratmeter große, künstliche Inseln schwammen als Installationen im Rahmen von „Ruhr 2010“ auf dem Baldeneysee und der Ruhr in Essen-Werden. Seit dem ersten Januar ist das Ruhrgebiet jedoch nicht mehr „Kulturhauptstadt Europas“. Das Projekt ist beendet, die Kunstwerke müssen weg.

„Drei der Inseln und alle Modelle stehen zum Verkauf“, sagt Norbert Bauer. „Es wäre schon schön, wenn wir die Herstellungskosten wieder hereinbekämen.“ Tatsächlich hat die Herstellung der Kunstwerke 1,25 Millionen Euro gekostet. Die Verkaufspreise für die Inseln kann und will Bauer nicht nennen. „Sie liegen im sechsstelligen Bereich.“

Die Insel für die Handtasche: Installation lässt sich zerlegen

Wer mit dieser Größenordnung kein Problem hat, muss sich aber dennoch mit einem anderen Knackpunkt auseinandersetzen: der Unterbringung der Kunstwerke. „Es wäre ideal, wenn der Käufer einen See hätte“, sagt der Langenberger Künstler ganz selbstverständlich. Ein Kaufinteressent überlege, ob er sich ein solches Gewässer anlegen soll. Mit einem Gartenteich ist es bei den mindestens 180 Quadratmeter großen Kunstwerken nämlich nicht getan.

Zumindest alltagstauglicher sind die 25 Modelle. Sie sind nur ein bis 1,5 Quadratmeter groß und kosten „nur“ zwischen 10 000 bis 120 000 Euro.

Der Transport der Inseln lässt sich trotz ihrer Größe problemlos bewerkstelligen: „Die Installationen lassen sich in 13 Teile zerlegen“, sagt Bauer. Wetterfest sind sie in jedem Fall: „Dieser Winter war dafür ein guter Test.“

Bauer möchte die Kunstwerke gerne an Museen verkaufen

Am liebsten wäre es Bauer, wenn die Kunstwerke Abnehmer im Ruhrgebiet fänden, die „im Zuge der Nachhaltigkeit“ die Inseln für alle Menschen zugänglich machten. Er habe schon einige Museen kontaktiert.

Bis zum Frühjahr würde Norbert Bauer die Objekte gerne verkaufen und endgültig mit dem Projekt abschließen. „Es gab eine tolle Resonanz, Besucher mussten manchmal bis zu drei Stunden warten, um sich die Inseln anzuschauen“, sagt Bauer. Ein kleiner Wehrmutstropfen sei aber, dass nur vier Modelle realisiert worden sind. „Mir wären zehn lieber gewesen.“

Konkrete Pläne für neue Projekte hat Bauer noch nicht: „Ich muss erst einmal die Festplatte leer kriegen.“ Und zunächst hat er auch genug damit zu tun, die Inseln zu verkaufen.

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