Die Anzahl der Beschäftigten hat laut Arbeitsagentur in den zehn Städten des Kreises Mettmann ein Allzeithoch erreicht.

Die Anzahl der Beschäftigten hat laut Arbeitsagentur in den zehn Städten des Kreises Mettmann ein Allzeithoch erreicht.
Marcus Kowalczyk und Martina Würker blicken optimistisch in das neue Jahr und rechnen mit weniger Arbeitslosen. Archiv

Marcus Kowalczyk und Martina Würker blicken optimistisch in das neue Jahr und rechnen mit weniger Arbeitslosen. Archiv

Dietrich Janicki

Marcus Kowalczyk und Martina Würker blicken optimistisch in das neue Jahr und rechnen mit weniger Arbeitslosen. Archiv

Mettmann. Wollen wir Marcus Kowalczyk mal einen Gefallen tun? „Über das Thema Unterbeschäftigung wird in der Zeitung so gut wie nie berichtet“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mettmann gestern bei der Jahrespressekonferenz.

Also: Unter Unterbeschäftigung versteht man eine Gruppe von Personen, die eigentlich arbeitslos sind aber etwa Weiterbildungen, Kurse oder Qualifizierungsmaßnahmen der Arbeitsagentur besuchen. Sie werden in der Statistik nicht als Arbeitslose geführt. Die gesamte Unterbeschäftigung ist im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent gesunken. Die Unterbeschäftigung bleibt dennoch eine nicht zu unterschätzende Größe. Ende Dezember gab es in den zehn Städten des Kreises Mettmann 16 498 Arbeitslose. Dem stehen 20 566 Unterbeschäftigte gegenüber.

Die jüngeren Fachkräfte werden immer mehr gebraucht

Grund zur Freude hat Kowalczyk aber schon. Die Beschäftigung war im Jahr 2015 auf Allzeithoch. Der Arbeitsmarkt im Kreis habe sich erfreulich entwickelt. Die Arbeitslosenquote ist auf 6,4 Prozent gefallen.

Mit 177 122 Frauen und Männern waren noch nie so viele Menschen im Kreisgebiet sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie 2015. Kowalczyk geht davon aus, dass sich dieser Trend in diesem Jahr bestätigt. Die voranschreitende Überalterung der Bevölkerung lasse einen „anhaltenden Bedarf an Fachkräften“ bei den Arbeitgebern erwarten: „In diesem Jahr werden über 2000 Beschäftigte das 65. Lebensjahr erreichen. 2017 sind es bereits rund 2700. Die aus dem Berufsleben ausscheidenden Fachkräfte müssen ersetzt werden: „Das ist vor allem für junge und gut ausgebildete Menschen ein positives Signal. Sie werden dringend gebraucht“, sagt Kowalczyk.

Die gute Entwicklung bei den Beschäftigten beruht auf Anstiegen sowohl bei den Vollzeit- als auch bei den Teilzeitarbeitsplätzen. Von 2010 bis 2015 nahm die Zahl der Vollzeitstellen um 1323 zu. Derzeit gibt es 138 242 Vollzeit-Arbeitsplätze im Kreisgebiet.

Viele Wiedereinsteiger arbeiten zunächst Teilzeit

Die Zahl der Teilzeitstellen wuchs im gleichen Zeitraum um 36 Prozent von 28 518 auf jetzt 38 687. „Die Beliebtheit von Teilzeit drückt zwei Trends aus“, erklärt Kowalczyk: „Immer mehr Menschen verkürzen ihre Wochenarbeitszeit. Wer nur 35 statt 39 Stunden arbeitet, arbeitet in Teilzeit. Es gebe auch immer mehr Menschen, für die eine Stelle in Teilzeit keine Reduktion, sondern ihren Start in den Arbeitsmarkt bedeutet. Ganz häufig sind das Frauen, denen Arbeitgeber die Möglichkeit geben, auf diese Weise Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Anzahl berufstätiger Frauen hat in den vergangenen fünf Jahren um sieben Prozent zugelegt. 42 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeit. Für Kowalczyk ein Herzensanliegen: „Die Jugendarbeitslosigkeit ist deutlich spürbar zurückgegangen. Die Quote liegt derzeit bei 4,4 Prozent. Im Kreis Mettmann gibt es nur noch 1000 junge Menschen unter 25 Jahre, die arbeitslos gemeldet sind. Das sind über acht Prozent weniger als vor einem Jahr. Vor allem bei den Jugendlichen wird sich viel Mühe gegeben. „Wir wollen sie mindestens einmal im Monat sehen“, sagt Kowalczyk.

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