Entwicklung: 2015 soll der neue Regionalplan in Kraft treten. Er regelt Großprojekte im Kreis Mettmann. Bürger haben ein Mitspracherecht.

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Im Kalksteinwerk Neandertal soll ein Freizeitpark entstehen. Dies ist ebenso Teil des Regionalplans . . .

Im Kalksteinwerk Neandertal soll ein Freizeitpark entstehen. Dies ist ebenso Teil des Regionalplans . . .

. . . wie Wohnbebauung, wie sie hier in einem Neubaugebiet an der Düssel in Erkrath entsteht. Archiv

Archiv Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Im Kalksteinwerk Neandertal soll ein Freizeitpark entstehen. Dies ist ebenso Teil des Regionalplans . . .

Kreis Mettmann. Wo werden neue Siedlungsflächen benötigt? Wie kann der Ausbau der Windkraft in der Region beschleunigt werden? Gibt es noch Möglichkeiten, hier und da neue Gewerbe- und Industriegebiete auszuweisen? Solche und ähnliche Fragen werden in vielen Städten des Kreises zurzeit diskutiert. Aber nicht nur die Stadtplaner und Wirtschaftsförderer sind mit diesen Aspekten befasst, auch für Bürger könnten die Antworten von Interesse sein.

Zur Vorbereitung des neuen Plans hat die Bezirksregierung bereits zahlreiche Gespräche mit den Städten und Kreisen geführt und als Ergebnis neue Leitlinien erarbeitet – quasi eine grobe „Bauanleitung“ für den Planentwurf. Um auch die Öffentlichkeit daran zu beteiligen, können Bürger Einsicht in die Leitlinien nehmen und Anregungen abgeben.

„Durch den Überschwapp-Effekt aus Düsseldorf herrscht im Kreis steigende Nachfrage.“

Dirk Haase, Wirtschaftsförderer, zur Wohnungsbausituation

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Im Kalksteinwerk Neandertal soll ein Freizeitpark entstehen. Dies ist ebenso Teil des Regionalplans . . .

Im Kalksteinwerk Neandertal soll ein Freizeitpark entstehen. Dies ist ebenso Teil des Regionalplans . . .

. . . wie Wohnbebauung, wie sie hier in einem Neubaugebiet an der Düssel in Erkrath entsteht. Archiv

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

. . . wie Wohnbebauung, wie sie hier in einem Neubaugebiet an der Düssel in Erkrath entsteht. Archiv

Was ist aber eigentlich ein Regionalplan, welche Bedeutung und Auswirkungen hat er? Dirk Haase, Wirtschaftsförderer und Chef des Planungsamtes des Kreises, ist Experte und erklärt: „Früher hieß das Gebietsentwicklungsplan. Der Regionalplan ist in der Hierarchie nach der Bundes- und Landesplanung die dritte Ebene.“

Vereinfacht ausgedrückt: Er gibt den Kreisen und Städten im Bezirk den Rahmen vor, wie viel Fläche sie für Wohnen, Gewerbe und Freizeitnutzung ausweisen dürfen. Aber auch Verkehrs- und Umweltaspekte werden berücksichtigt.

Dass dabei Interessenkonflikte programmiert sind, liegt auf der Hand – etwa bei neuen Wohnbauflächen. Angesichts der demografischen Entwicklung scheint das kein vordringliches Problem in Deutschland zu sein. Anders im Kreis. Weil Düsseldorf wächst, aber keine Flächen für Neubauten hat, drängen viele Menschen in die Nachbarstädte.

Bürger haben die Möglichkeit, den Arbeitsentwurf der Leitlinien auf der Internetseite der Bezirksregierung herunterzuladen und der Bezirksregierung bis zum 6. Februar Anregungen zukommen zu lassen.

Haase: „Durch den Überschwapp-Effekt aus Düsseldorf herrscht im Kreis steigende Nachfrage.“ Das müsse berücksichtigt werden – „auch wenn der Kreis Mettmann bereits der am höchsten verdichtete in ganz Deutschland ist.“

Gespräche über zusätzliche Gewerbeflächen

Gesprächsbedarf besteht noch hinsichtlich der Wünsche der Städte nach mehr Gewerbeflächen. So möchte Mettmann das Gelände jenseits der B 7 (in Richtung Düsseldorf) für Firmenansiedlungen nutzen, was der bestehende Regionalplan verhindert. Haase: „Da muss längerfristig gedacht werden.“

Ratingen setzt beim Thema Blauer See auf Änderungen, die der Regionalplan möglich machen soll. Nur wenn dort auch eine „Freizeitnutzung“ zugelassen würde, bestehe überhaupt eine Chance, das Gelände zu entwickeln. Bislang verhindert die Einstufung als Landschafts- und Naturschutzgebiet jeden Wandel. Aus Haases Sicht muss der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Naturbühne liegen – „ein Disneyland auf dem Gelände kann aber niemand wollen.“

Doch nicht immer funktionieren alle Planungen. Haase erinnert an ein Konzept, wo einmal im Velberter Gewerbegebiet Röbbeck Sportanlagen und Einzelhandel kombiniert werden sollten. Der Regionalplan wurde entsprechend geändert, die Pläne verliefen dennoch im Sand.

2015 soll der neue Regionalplan rechtskräftig werden. Bis dahin werden hinter den Kulissen noch kräftig die Strippen gezogen. Denn letztlich werden vom Regionalrat die Beschlüsse gefasst – und da kommt es auch auf gute politische Kontakte an.

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