Die Verwaltung erwirkt einen Aufschub bei der Bezirksregierung. Zelte in der Halle sollen nur im Notfall belegt werden.

Die Verwaltung erwirkt einen Aufschub bei der Bezirksregierung. Zelte in der Halle sollen nur im Notfall belegt werden.
Die Stadt hofft, die sieben Zelte in einer beheizten Lagerhalle nicht belegen zu müssen.

Die Stadt hofft, die sieben Zelte in einer beheizten Lagerhalle nicht belegen zu müssen.

Achim Blazy

Die Stadt hofft, die sieben Zelte in einer beheizten Lagerhalle nicht belegen zu müssen.

Ratingen. Die ehemalige Lagerhalle ist schon beheizt, sieben Zelte mit jeweils ein paar Holzklappstühlen stehen bereit, in einer Ecke lagern Matratzen: Erstmals könnte die Stadt Ratingen Flüchtlingen in Zelten unterbringen müssen. „Das sollte nur vorübergehend sein“, betont Bürgermeister Klaus Pesch. Ursprünglich waren bereits für heute bis zu 100 weitere Flüchtlinge erwartet worden. Sie sollen in einem leerstehenden Bürogebäude im Gewerbegebiet an der Hubert-Wollenberg-Straße untergebracht werden.

Büroräume sind noch nicht fertig geworden

Weil aber die Büroräume noch nicht fertig sind, hatte man vorsorglich Zelte aufgebaut. Bei der für die Verteilung von Flüchtlingen zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg habe man mit Hinweis auf die noch laufenden Umbauarbeiten einen Aufschub erwirken können, sagte Pesch. Nun rechne man erst für Dienstag mit dem nächsten Schub. In dem 1000 Quadratmeter großen Bürogebäude könne man über 100 Personen unterbringen, sagte Pesch. Derzeit werden noch die Böden der ehemaligen Großraumbüros vorbereitet. Trennwände sollen folgen. Draußen wurden gestern Vormittag die Dusch- und WC-Container angeliefert. Monteure waren dabei, sie ans Stromnetz und an die Heizung anzuschließen. Pesch geht davon aus, dass die Belegung der Zelte – wenn überhaupt – nur kurzzeitig nötig sein dürfte. Dort könne man etwa 70 Personen unterbringen. Seit ein paar Wochen kämen wöchentlich etwa 50 Flüchtlinge nach Ratingen.

„Wir suchen dringend neue Kapazitäten bei der Unterbringung.“ Es gebe genug in Ratingen, aber es dauere, bis die Verträge unter Dach und Fach seien. Pesch: „Das Tempo ist für uns die große Herausforderung.“ Permanent liefen Mitarbeiter durch die Stadt und suchten geeignete Objekte. In etwa zwei bis drei Wochen sei auch die erste Etage im ehemaligen Bürogebäude an der Josef-Schappe-Straße fertig. Wegen der enormen Mietkosten hatte es im Rat Zoff gegeben. Aber angesichts der dramatischen Situation blieb der Stadt keine Wahl. Die Umbauarbeiten sind dort wieder angelaufen. Wie berichtet, waren in dem Gebäude bereits einmal vor etlichen Jahren Asylsuchende untergebracht worden. Seitdem steht das Gebäude gegenüber der Polizeiwache leer. Der Neubau der Unterkunft am Krumbachskothen werde erst im Herbst kommenden Jahres fertiggestellt sein, so Pesch. Derzeit würden die Angebote der Ausschreibung gesichtet. Darüber werde im Bau- und Vergabeausschuss beraten. Inzwischen seien auch bereits die ersten Gelder vom Land eingetroffen, so Pesch. Doch angesichts der Null-Zins-Phase mache man sich keine Sorgen, dass man alle Kosten zunächst vorstecken müsse.

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