Gegen eine weitere Anlage am Altenbrachtweg legen Denkmalschützer Protest ein. Sie fürchten um Hombergs „markante Silhouette“.

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Unweit des bestehenden Windrades wollen die Stadtwerke ein zweites, deutlich größeres errichten. Noch haben sie dafür keine Genehmigung erhalten, weil Denkmalschützer Bedenken erhoben haben. Montage: Archiv

Unweit des bestehenden Windrades wollen die Stadtwerke ein zweites, deutlich größeres errichten. Noch haben sie dafür keine Genehmigung erhalten, weil Denkmalschützer Bedenken erhoben haben. Montage: Archiv

Fries, Stefan (fr)

Unweit des bestehenden Windrades wollen die Stadtwerke ein zweites, deutlich größeres errichten. Noch haben sie dafür keine Genehmigung erhalten, weil Denkmalschützer Bedenken erhoben haben. Montage: Archiv

Homberg. Dass über Hombergs Höhen der Wind häufig stark pfeift, wissen Spaziergänger und Radfahrer, die dort unterwegs sind.

Aber auch die Stadtwerke wissen davon und wollen von der steifen Prise profitieren.

Sie planen daher, ein zweites Windrad zu errichten – am Altenbrachtweg in Homberg. Doch die Denkmalschützer von Stadt und Kreis haben den geplanten Propeller erst einmal ausgebremst und verhindert, dass die Stadtwerke eine Baugenehmigung bekommen. Seit einem Jahr liegt der Fall vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf – Ende offen.

Nachgehakt

„Die Flugsicherung und der Denkmalschutz haben Einwände erhoben“, sagt Stadtwerke-Prokurist Hans-Horst Sprenger auf Anfrage. Während die Bedenken der Flugsicherung offenbar leicht zu widerlegen sind, scheiden sich in punkto Denkmalschutz die Geister. Hauptargument: Die markante Silhouette Hombergs mit den „Wiesnasn“, den beiden Kirchtürmen, würde durch das Windrad gefährdet.

Sprenger kann die Bedenken nicht nachvollziehen. „Wir haben Gutachten vorgelegt und Fotomontagen gefertigt, in die das Windrad reinprojiziert wurde.“ Der geplante Standort des Propellers sei so weit vom Dorf entfernt, als dass er stören könnte.

Die Stadtwerke hoffen, „vielleicht im Oktober“ eine Nachricht vom Gericht zu bekommen. Sprenger: „Wir wissen nicht, wie es überhaupt weitergeht.“

Dabei hatte das Projekt vielversprechend begonnen. Die Stadtwerke kauften das Grundstück am Altenbrachtweg, das noch näher zur Autobahn und noch weiter entfernt von Homberg liegt als das bereits bestehende Windrad neben der A 3. Probleme mit Lärmemission und Schattenwurf waren deshalb nicht zu befürchten.

Modernste Technik in 100 Metern Höhe

Sprenger hatte sich auf der „Windmesse“ in Husum bereits die neuste Technik angesehen: Das neue Windrad soll deutlich größer ausfallen als jenes, das sich seit nunmehr 17 Jahren dreht. Mit 100 Meter Nabenhöhe und einem Rotordurchmesser von 85 Meter wäre es etwa doppelt so groß. Der sogenannte Langsamläufer brächte aber ein Vielfaches an Leistung: zwei bis zweieinhalb Megawatt.

Drei Millionen Euro wollen die Stadtwerke in die saubere Energie investieren – und auch Geld damit verdienen. Als jährlicher Ertrag sind sechs Millionen Kilowattstunden einkalkuliert, das Zwanzigfache des Ertrags, den das kleine Windrad liefert.

Inzwischen läuft den Stadtwerken die Zeit davon. Die im Genehmigungsverfahren aufgeführte Anlage wird technisch immer älter, außerdem sinkt die Förderung von Jahr zu Jahr.

Von den Denkmalschützern war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen: in Ratingen nicht wegen des Ämterumzugs, bei der Kreisverwaltung sagte mit dem Hinweis „schwebendes Verfahren“niemand etwas.

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