Sabine Köchling ist als Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung für die Bücher- und Vorlesewelt des Nachwuchses verantwortlich.

Sabine Köchling ist als Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung für die Bücher- und Vorlesewelt des Nachwuchses verantwortlich.
Sie liebt Bücher und Herausforderungen: Sabine Köchling. Als Nächstes möchte sie die Leseangebote für Flüchtlinge intensivieren.

Sie liebt Bücher und Herausforderungen: Sabine Köchling. Als Nächstes möchte sie die Leseangebote für Flüchtlinge intensivieren.

Achim Blazy

Sie liebt Bücher und Herausforderungen: Sabine Köchling. Als Nächstes möchte sie die Leseangebote für Flüchtlinge intensivieren.

Ratingen. Es ist nicht immer eine leichte Aufgabe, Kinder für Literatur zu begeistern. Früher gab es nur Bücher, um in eine andere Realität als die eigene einzutauchen. Um die Aufmerksamkeit der Jüngsten konkurrieren längst Filme, Tablet-Spiele und Smartphone-Apps.

„Auch das Buch bietet doch inzwischen mehr“, kennt Sabine Köchling, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung im Medienzentrum, verborgene Seiten dieses Mediums: Bei so manchem Märchen-Klassiker in gedruckter Form lässt sich längst nicht nur die Geschichte (vor-)lesen. „Geht man mit einer Handy-App über die Bilder, gibt es zusätzliche Informationen und Spielerisches“.

„Nutzer müssen sich wohlfühlen und tatsächlich mit etwas herausgehen.“

Sabine Köchling, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung

Vorlesen ist nicht bloß ein schöner Zeitvertreib. „Das kindliche Gehirn lernt dabei spielend Grammatik, und der Wortschatz wird gut aufgebaut“, zitiert sie wissenschaftliche Ergebnisse einer ihrer Fortbildungen. Mit Bilderbuchkino oder japanischem Erzähltheater versucht sie, schon Kindergartenkinder zu begeistern. Konzepte heißen „Eine Bibliothek wirkt Wunder“, ob i-Dötzchen oder Viertklässler, für sie alle hat Sabine Köchling spezielle Projekte parat. Und für Fünftklässler gibt es Rallyes zu Themen wie „Welt voller Überraschungen“.

Dass junge Teenager dann oft in ein Leseloch fallen, sei weniger einer immer weiter aufklaffenden gesellschaftlichen Schere geschuldet: „Das hängt wohl mit der Pubertät zusammen. Das gab es nämlich schon immer.“ Die 42-Jährige kennt die großen Geheimnisse und kleinen Tricks, um den Nachwuchs für Literatur zu interessieren. „Im Angebot müssen gute Sachen sein. Dafür muss man viel kennen und ein gutes Gespür für seine Nutzer haben.“ Letztlich zeichne es eine gute Kinder- und Jugendbuchabteilung dadurch aus, dass die „Nutzer sich wohlfühlen und tatsächlich mit etwas herausgehen“. Bewusst sagt sie „Nutzer“, denn in der von ihr geleiteten Abteilung sind es nicht allein Kinder und Teenager, die die Bücher ausleihen und lesen – Erwachsene machen das ebenso.

Für ihren Traumberuf bringt sie neue Ideen mit

Am Puls der Zeit zu sein ist wichtig. „Ich halte Augen und Ohren offen“, sagt die Mutter eines 13-jährigen Sohns. Dazu zählt, entsprechende Fachzeitschriften auf Neuerscheinungen hin zu durchforsten und selbst oft die Nase in Bücher zu stecken. Rick Riordon und seine berühmte Literaturerfindung Percy Jackson mag sie gerne, Michael Morpurgos „Freund oder Feind“ hat sie fasziniert. In Sachen Erwachsenenliteratur dagegen muss sie passen, „ich lese nicht so fürchterlich viel“, die Frau hat einfach zu selten Ferien. Hat sie die, nutzt sie die Freizeit zum Schmökern von Krimis, am liebsten denen von Hannes Nygaad.

Die Welt der Bücher ist ihre. In Kaiserswerth geboren, besuchte sie die Liebfrauenschule und ließ sich zur Assistentin an Bibliotheken ausbilden. Sieben Jahre leitete sie die Bibliothek in Homberg und absolvierte an der FH Köln drei Jahre das Studium „Öffentliches Bibliothekswesen“. „Es war abwechslungsreich und es tut gut, mal etwas anderes zu sehen“, sagt sie über diese Zeit. Dass sie nun Leiter der Kinder- und Jugendbuchabteilung ist, „ist großartig. Das ist mein Traumberuf“. „Sabine Köchling ist begeisterungsfähig. Sie hat viele neue Ideen und scheut sich nicht, diese auch selbst auszuprobieren.

Mit den ehrenamtlichen Vorlesepaten des Mentoring hat sie das regelmäßige Samstagsvorlesen zu einem echten Hit gemacht, an dem inzwischen auch gern Erwachsene teilnehmen“, ist Bibliothekschefin Erika Münster-Schröer voll des Lobes. Höhepunkt sind Lesungen in Verkleidung, als besonderer Knaller entpuppte sich zuletzt „Star Wars“ mit mehr als 100 Kindern und Eltern. „Ich habe nur noch die Fluchwege kontrolliert.“

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