Im Lintorfer Jugendzentrum ging ein zweitägiges Folkfestival über die Bühne.

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Bouzuki-Virtuose Kostas Antomiadis lieferte in der Lintorfer Manege moderne griechische Folklore auf höchstem Niveau.

Bouzuki-Virtuose Kostas Antomiadis lieferte in der Lintorfer Manege moderne griechische Folklore auf höchstem Niveau.

Stefan Fries

Bouzuki-Virtuose Kostas Antomiadis lieferte in der Lintorfer Manege moderne griechische Folklore auf höchstem Niveau.

Lintorf. Es ist immer wieder erstaunlich, welch enorme Bandbreite sich hinter dem Begriff „Folk-Musik“ verbirgt. Wer dabei nur an Dudelsack schwingende Iren und Protestlieder schmetternde Althippies denkt, der hat ganz schön was verpasst.

Beim dritten „Manege FolkFestival“ hat es an diesem Wochenende hervorragenden Anschauungsunterricht und auch einige Überraschungen gegeben. Am Freitagabend fing alles noch ganz klassisch an: Das Duo „Bardic“ begeisterte die Besucher im Lintorfer Jugendzentrum mit betörend schönen keltischen Klängen mit Gitarre, Geige und zwei tollen Stimmen.

Blasmusik muss nicht nach Stefan Mross klingen

Dass die Ratinger „Drowsy Maggie“ eine ganz eigene Vorstellung von Folk haben, ist in der Dumeklemmerstadt schon lange bekannt. Gitarrist Thomas Gurke und Alex Otto am Akkordeon sorgten mit ihrem authentischen und rockigen Songs für Stimmung. Die kochte dann endgültig über, als die „Kapelle Rohrfrei“ die Bühne enterte. Die fränkischen „Volxmusiker“ stellten eindrucksvoll unter Beweis, dass Blasmusik nicht nach Stefan Mross klingen muss.

Nach der Hälfte ihres Sets bekamen die Musikanten dann Verstärkung aus dem Rheinland: Mit den Ratingern und Krefeldern von der Band „Schäng Blasius Flönz Rakete“ verschmolzen sie zur Allstar-Band „Blunz’n’Flönz“. Dabei zeigte sich, dass traditionelle Volksweisen, Trink- und Liebeslieder und vor allem Kirmeslieder aus Franken und vom Niederrhein ganz hervorragend zusammen passen. Mit Geigen und Trommeln, Trompete, Akkordeon, Klarinette und Tuba entfachten die acht Musikerinnen und Musiker ein unvergleichliches Feuerwerk.

Klanglich muss man sich das ganze als eine Mischung aus osteuropäischer Hochzeitskapelle und Augsburger Puppenkiste vorstellen – ein Reigen aus torkelnden Rhythmen und sich überschlagenden Melodien. Und natürlich präsentiert mit viel Charme und noch mehr Humor.

Die Zuschauer ließen die Band schließlich erst von der Bühne, nachdem sie versprochen hatte, am nächsten Abend gleich noch einmal zu spielen.

Vorher war am Samstag aber noch der Bouzuki-Virtuose Kostas Antomiadis an der Reihe. Mit seinen beiden Mitmusikern lieferte er unverfälschte, moderne griechische Folklore auf höchstem musikalischem Niveau und ließ Landschaften und Geschichten mit einfachsten Mitteln lebendig werden.

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