Ratingen verliert 1400 Arbeitsplätze und einen der größten Gewerbesteuerzahler. Bürgermeister Pesch zeigt sich betroffen.

Vodafone will den Standort am Eutelis-Platz aufgeben. Das wurde auf einer Betriebsversammlung bekannt.
Vodafone will den Standort am Eutelis-Platz aufgeben. Das wurde auf einer Betriebsversammlung bekannt.

Vodafone will den Standort am Eutelis-Platz aufgeben. Das wurde auf einer Betriebsversammlung bekannt.

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Vodafone will den Standort am Eutelis-Platz aufgeben. Das wurde auf einer Betriebsversammlung bekannt.

Ratingen. In der Vodafone-Belegschaftsversammlung am Mittwoch ist der Umzug zum Seestern bekanntgegeben worden. Zur Niederlassung West, die das operative Geschäft in großen Teilen des Landes NRW verantwortet, gehören vor allem ein Call Center und ein Rechenzentrum. Vom Umzug betroffen sei nur der Standort im D2-Park am Eutelis-Platz mit etwa 1400 Mitarbeitern, war zu hören. Mit dem möglichen Umzug von Vodafone nach Düsseldorf zum Seestern würde die Dumeklemmer-Stadt einen der größten Arbeitgeber und auch Gewerbesteuerzahler verlieren.

Pesch versuchte vergeblich, Infos aus erster Hand zu bekommen

Bürgermeister Klaus Pesch hatte zunächst vergeblich versucht, von Vodafone Infos „aus erster Hand“ zu bekommen. Er klang deutlich betroffen und enttäuscht: „Uns verbindet eine lange Geschichte.“ Er erinnerte an die Anstrengungen der Stadt, dem Konzern anstelle des Seesterns in Düsseldorf das alte Mannesmann-Gelände an der Rehecke für eine Erweiterung (Campus II) schmackhaft zu machen. Bekanntlich hatte sich Vodafone aber für Düsseldorf entschieden. Die mit dieser Entscheidung verbundene stragetische Neuausrichtung, geprägt von Wettbewerbs- und Ertragsdruck, habe er aber auch als neuerliche Chance für den Standort begriffen: Jedenfalls sei man mit dem Konzern weiter in Gesprächen geblieben.

„Uns verbindet eine lange Geschichte.“

Klaus Pesch, Bürgermeister

Umso bedauerlicher sei es, dass Ratingen nun aus der Ferne zuschauen müsse. Ratingen ist eine von acht Niederlassungen bundesweit. Hier ist Vodafone an drei Orten vertreten: An der Rehhecke in Lintorf betreibt Vodafone sein Rechenzentrum. In zwei Gebäuden sind aus Sicherheitsgründen jeweils komplett identische Rechner untergebracht. Auch die Stromversorgung stammt aus zwei unterschiedlichen Leitungen. Der Standort war Anfang der 70er Jahre als Mannesmann-Datenverarbeitung gegründet worden. Im Jahre 2002 hat Vodafone 20 Millionen in die Erweiterung des Hochsicherheitstraktes investiert. Dort werden unter anderem alle Rechnungen erstellt. Auch andere Konzerne lassen dort kaufmännische Aufgaben erledigen. Etwa 1000 Mitarbeiter sind an diesem Standort sowie in Tiefenbroich, wo Software entwickelt wird, beschäftigt.

Im Jahre 2008 gab der Konzern Ausbaupläne für die Rehhecke bekannt: Auf dem Campus II-Areal sollten neue Gebäude für etwa 2000 bis 2500 Mitarbeiter geschaffen werden. Die Stadt ließ sogar die Möglichkeit eines Autobahnanschlusses an die A524 prüfen. Zwei Jahre später platzen die Träume: Am Seestern wurden 300 Millionen Euro in den Neubau investiert, Lintorf kam nicht mehr vor. Es gab schon Hinweise auf einen Komplettumzug nach Düsseldorf. Vom Konzern wurde das dementiert. Thomas Ellerbeck, früher Mitglied der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland, versuchte angesichts der Kehrtwende eine positive Nachricht in den Blickpunkt zu rücken: Das Unternehmen setze auf den Standort Ratingen, sagte er damals. Die Mietverträge für die Gebäude im D 2-Park würden bis 2018 verlängert. Bürgermeister Pesch blickt vermutlich bald auf leere Verwaltungsgebäude.

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