Mobilitätsgarantie der Rheinbahn – kaum einer kennt sie.

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Am Sonntagabend stellte die Linie 754 wetterbedingt ihren Betrieb vorzeitig ein: Fahrgäste warteten vergeblich an den Haltestellen.

Am Sonntagabend stellte die Linie 754 wetterbedingt ihren Betrieb vorzeitig ein: Fahrgäste warteten vergeblich an den Haltestellen.

Stefan Fries

Am Sonntagabend stellte die Linie 754 wetterbedingt ihren Betrieb vorzeitig ein: Fahrgäste warteten vergeblich an den Haltestellen.

Ratingen. Andreas K. hat zu Hause Ärger bekommen - zu Unrecht. Der 16-Jährige sollte eigentlich am Sonntagabend in West um 21.24 Uhr den Bus der Linie 754 nach Lintorf nehmen.

Als er um 22 Uhr immer noch nicht zu Hause war, klingelte sein Handy: Die Eltern fragten, wo er bleibe. Seine Erklärung, dass der Bus um 21.24 Uhr und auch der nächste ein halbe Stunde später bislang nicht gekommen sei, löste Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Jugendlichen aus. Schließlich waren die Straßen - zumindest in Ratingen - schnee- und eisfrei.

Bei mehr als 20 Minuten Verspätung darf ein Taxi gerufen werden

"Wir haben am Sonntagabend mehrere Buslinien eingestellt - darunter auch die 754", erklärte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher auf Anfrage der WZ.

Vor allem die Gelenkbusse seien anfällig für glatte Straßen. Die Entscheidung, weiterzufahren oder den Betrieb einzustellen, läge in der Verantwortung der Fahrer.

Dass die Fahrgäste vergeblich wartend an den Haltestellen standen, bedauert Schumacher. Das hätte aber nicht sein müssen, schränkte er ein: "Wir geben doch eine Mobilitätsgarantie."

Und die bedeutet: Haben Bus oder Bahn mehr als 20 Minuten Verspätung, dürfen sich die Fahrgäste ein Taxi nehmen. Die Quittung können sie dann versehen mit Angaben zu Datum, Uhrzeit und ausgefallener Linie an die Rheinbahn schicken. Die ersetzt - je nach Ticketart - bis zu 20 oder 30 Euro.

Bei Streik und höherer Gewalt wird nicht erstattet

Dass nur die wenigsten Fahrgäste von diesem Angebot wissen, will Schumacher nicht gelten lassen. "Wir machen aus diesem Service kein Geheimnis", sagt Schumacher.

"Wir werben auch in unseren Fahrzeugen für die Mobilitätsgarantie." Auch in jedem Fahrplanheft würde ausführlich darüber informiert. Allerdings steht dort auch eine Einschränkung, bei der die Kosten für die Taxifahrt nicht erstattet werden: bei Streik und höherer Gewalt.

"Was höhere Gewalt ist, kann ich jetzt nicht aus dem Ärmel definieren", sagte Schumacher. Schnee alleine sei keine höhere Gewalt, wenn Straßen unpassierbar wären, wäre das sicher der Fall. Generell würde sich die Rheinbahn großzügig zeigen - "wir wollen den Kunden keine unnötige Mühe machen."

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