Vorsitzender der CDU Mittelstandsvereinigung blickt dank niedriger Ölpreise optimistisch ins neue Jahr.

Ratingen
Dirk Wittmer hat in seinem Geschäft die Ernährungs- und Haushaltswissenschaftlerin Sandra Kieninger eingestellt. Sie erklärt Kunden, wie sie mit den Küchengeräten gesundheitsbewusst kochen.

Dirk Wittmer hat in seinem Geschäft die Ernährungs- und Haushaltswissenschaftlerin Sandra Kieninger eingestellt. Sie erklärt Kunden, wie sie mit den Küchengeräten gesundheitsbewusst kochen.

Achim Blazy

Dirk Wittmer hat in seinem Geschäft die Ernährungs- und Haushaltswissenschaftlerin Sandra Kieninger eingestellt. Sie erklärt Kunden, wie sie mit den Küchengeräten gesundheitsbewusst kochen.

Ratingen. Für 2015 ist ein verhaltener Optimismus der Unternehmer zu spüren. Wolfgang Leyendecker, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU (MIT) und auf Präsidiumsebene in Vorständen aktiv, sieht als einen Indikator dafür den gefallenen Ölpreis. „Das ist wie eine Vitaminspritze für die Wirtschaft und dürfte uns bis zu 0,3 Prozent Wachstum bringen.“

Die Situation in der Ukraine verunsichert Stahl-Zulieferer

Weniger erfreut zeigt sich Leyendecker über andere Entwicklungen: Die „Kalte Progression“ sei eine Steuererhöhung durch die Hintertür, die Rente mit 63 keine gute Idee und die Auswirkungen des Mindestlohns werde man spüren. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei die Entwicklung in Russland und der Ukraine.

Als Zulieferer für die Stahlindustrie ist Theißen Industrietechnik stark von deren Schwankungen abhängig. So fällt Geschäftsführer Philipp Gesche eine verlässliche Prognose nicht leicht. „Wir gehen aber von einer stabilen Entwicklung ohne größere Überraschungen aus“, sagt er. „Das Jahr 2014 war ein außergewöhnlich gutes für uns, aber stark getrieben von einem Ausnahmeprojekt, das in dieser Form nicht so schnell wiederkommt.“

Dadurch habe man den Umsatz nahezu verdoppeln können. Darüber hinaus wurde investiert und neues Personal eingestellt, Konstruktion und Projektmanagement werden nun im eigenen Hause geleistet.

Fast schon gewohnt optimistisch blickt Dirk Wittmer, Geschäftsführer von Johann + Wittmer Euronics, auf 2015. Er freut sich über neue andere Trends: „Die Menschen wollen überall und den ganzen Tag online sein.“ Zum einen würden die aktuellen Mobilfunkverträge überprüft, zum anderen die neuesten Smartphones und ihre Funktionalität nachgefragt.

Dank zahlreicher Kochshows im Fernsehen boomt auch die Nachfrage nach Geräten der Speisenzubereitung. „Hier hat sich der Markt mit Alternativen zum herkömmlichen Herd stark weiter entwickelt“, weiß Wittmer. Und weil die Kunden dabei nicht nur bei den Geräten, sondern auch in der Art der Zubereitung beraten werden wollen, hat Johann + Wittmer im vergangenen Jahr eine Ökotrophologin eingestellt.

Unternehmen wollen mit den Trends gehen

Man stelle sich bei Euronics bestens auf die neuen Trends ein und erwarte daher auch in diesem Jahr eine gute Entwicklung. Anfang dieser Woche hatte sich die Geschäftsführung zudem entschieden, vier neue Azubis einzustellen.

Nur wenig Bewegung erwartet Axel Mohr, Geschäftsführer des Verlags Argetra, auf dem Markt der Zwangsversteigerungen. „Ich denke, dass wir im vergangenen Jahr mit zirka 50 000 Objekten das tiefste Niveau erreicht haben. Das Volumen wird leicht steigen und die Objekte werden teurer, das haben wir bereits gemerkt.“

Gründe dafür sieht er in weiter steigenden Bankenrisiken und darin, dass günstigere Umschuldungen kaum noch möglich sind.

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