In Ratingen gibt es fünf Stellen, an denen sich Unfälle häufen – vor allem am Krummenweg.

statistik
Durch die gelben Sperrflächen soll der Unfallschwerpunkt Krummenweger Kreisel entschärft werden.

Durch die gelben Sperrflächen soll der Unfallschwerpunkt Krummenweger Kreisel entschärft werden.

Stefan Fries

Durch die gelben Sperrflächen soll der Unfallschwerpunkt Krummenweger Kreisel entschärft werden.

Ratingen. Wer öfter am Krummenweger Kreisel oder an der Kreuzung Bahnstraße/Wilhelm-/Röntgenring unterwegs ist, sollte besonders aufmerksam fahren: Denn an diesen Stellen im Stadtgebiet ist das Risiko besonders hoch, in einen Unfall verwickelt zu werden.

Jeweils elf Mal hat es im Jahr 2011 an diesen beiden Stellen gekracht – sie sind damit traurige Spitzenreiter unter den insgesamt fünf Unfallschwerpunkten in Ratingen, die die Unfallkommission jetzt für das Jahr 2011 ausmachte.

Unfallkommission analysiert Zusammenhänge

Was ein Unfallschwerpunkt ist und was nicht, entscheiden allerdings nicht Anwohner oder Stammtische, sondern objektive Kriterien: Jeder Unfall landet im Computer der Kreispolizei, der einmal im Jahr auswertet, wo es mehrfach gekracht hat, ob es dabei Verletzte oder gar Tote gab.

Dann rückt diese Straße, Einmündung oder Kreuzung in den Fokus der Unfallkommission, die aus Vertretern von Polizei, Stadt und Verkehrsüberwachung des Kreises besteht. Sie analysieren, ob es Zusammenhänge gibt zwischen den Unfallgeschehen und baulichen oder verkehrlichen Gegebenheiten vor Ort.

Danach machen die Experten Vorschläge, wie der Unfallschwerpunkt entschärft werden kann. Die Behörden sind an die Beschlüsse gebunden und zur Umsetzung verpflichtet.

Elf Mal hat es an der Kreuzung Europaring/Schützenstraße gekracht. Da sich keine Besonderheiten erkennen ließen, konnte die Kommission auch eine konkreten Maßnahmen empfehlen.

Zwei frühere Unfallschwerpunkte konnten entschärft werden: Kaiserswerther Straße/Dieselstraße/Im Rott und Blyth-Valley-Ring/Jägerhofstraße.

„Gegen menschliches Fehlverhalten ist man machtlos – dann helfen keine Schilder oder Kontrollen“, weiß Ratingens Polizeichef Elmar Hörster. Etwa, wenn Fußgänger ohne zu schauen auf die Fahrbahn treten, wie auf der Mülheimer Straße in Höhe des China-Restaurants mehrfach ge- schehen. Dennoch gilt diese Stelle nicht als Unfallschwerpunkt.

Im Fall des Krummenweger Kreisels haben sich die Maßnahmen laut Kommission sofort bemerkbar gemacht. Eine gelb markierte Sperrfläche und sogenannte „Leitboys“ (am Boden befestigte Kunststoffbaken) sorgen dafür, dass aus Hösel kommende Radfahrer in die Fahrbahnmitte geleitet und dort früher sichtbar werden.

Denn an den elf Unfällen waren auffällig viele Rennradfahrer beteiligt, die an der Einmündung Kölner Straße mit Autos zusammengestoßen waren. Bilanz: zwei Schwer- und drei Leichtverletzte.

Größere Ampeln und Vorfahrtsschilder

Elf Mal hat es auch auf der Kreuzung Bahnstraße/Wilhelm-/Röntgenring gekracht. Da das Rotlicht öfter missachtet wurde, schlug die Kommission vor, größere Ampeln mit 30 Zentimetern Durchmesser einzubauen und die Vorfahrtschilder zu erneuern.

Als weiterer Schwerpunkt erwies sich die Einmündung Lintorfer Weg (K 19)/Tangente zur Kölner Straße. Bei sechs Unfällen wurden eine Person schwer und zwei leicht verletzt. Die Hälfte der Kollisionen ereignete sich beim Abbiegen von der K 19 in die Tangente. Ratingens Polizeichef Elmar Hörster: „Das waren typische Vorrangunfälle: Die entgegen kommenden Fahrzeuge wurden zu spät gesehen.“ Als Gegenmaßnahme soll jetzt das Tempo-70-Schild hinter die Einmündung verlegt werden.

Sechs Mal gekracht hat es auch in West an der Kreuzung Lise-Meitner-/Robert-Koch-Straße/Westtangente, dreimal wurden Radler verletzt. Mit Hinweisschildern und farblichen Markierungen soll die Lage entschärft werden. Und die Polizei soll „sporadisch“ die Beachtung des Stoppschildes überwachen, empfiehlt die Kommission weiter.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer