Die Verwaltung will Flüchtlingsfamilien möglichst schnell in Wohnungen unterbringen.

Ratingen
Familien mit Kindern sollen so schnell wie möglich aus der Turnhalle ausziehen können.

Familien mit Kindern sollen so schnell wie möglich aus der Turnhalle ausziehen können.

Achim Blazy

Familien mit Kindern sollen so schnell wie möglich aus der Turnhalle ausziehen können.

Die Debatte um die Unterbringung der Flüchtlinge in der Turnhalle Poststraße nimmt weiter an Fahrt auf. Die Stadtverwaltung weist Vorwürfe, die vor allem die SPD angeführt hat, entschieden zurück. Klaus Pakusch, Leiter des Sozialamtes, betont: „Selbstverständlich werden Familien mit Kindern bevorzugt aus dem Provisorium Turnhalle geholt.“ Was sagt die Stadt zu den einzelnen Kritikpunkten?

1. Vorwurf: In der Halle ist es viel zu kalt

Sachgebietsleiter Dirk Baumann betont: „Die Heizung läuft auf Hochtouren und sorgt für 22 Grad in der Halle.“ Es sei aber zu beobachten, dass die große Eingangstür zur Halle ständig mit einem Keil offengehalten werde, erklärt Baumann, „dann kühlt es natürlich schnell aus, und es dauert, bis die Halle wieder aufgewärmt ist“.

Sozialamtsleiter Pakusch hat angeboten, dass allen Bewohnern eine zweite Decke oder ein Schlafsack angeboten wird, doch nur wenige hätten dieses Angebot angenommen.

2. Vorwurf: Die permanente Beleuchtung in der Halle schlägt auf die Gesundheit.

Die Stadt räumt ein, dass man bautechnisch keine Lösung anbieten könne. Es gehe nur an oder aus. Nachts werde das Licht auf das gesetzliche Mindestmaß reduziert („Notbeleuchtung“).

3. Vorwurf: Flüchtlinge können sich kein Essen zubereiten.

Pakusch betont, dass man an der Verbesserung der Kochsituation arbeite, ein Küchencontainer sei bestellt. In der Übergangszeit werde mittags warmes Essen angeliefert. Kochplatten könne man aus brandschutztechnischen Gründen nicht zur Verfügung stellen.

4. Vorwurf: Die Turnhalle ist für Familien mit Kindern völlig ungeeignet.

Baumann betont, dass Turnhallen nur Behelfslösungen seien. Der Alltag für die Stadtverwaltung sehe so aus: Morgens kommt der Anruf, mittags stehen die Menschen schon vor der Tür und müssen untergebracht werden. Die Verwaltung fasst das so zusammen: Satt, warm und trocken – dies sei doch erst einmal das Wichtigste. Für aufwendige Verlegungen innerhalb der zahlreichen Unterkünfte gebe es in der Kürze der Zeit gar keine Gelegenheit.

5. Vorwurf: Flüchtlinge müssen für lange Zeit in der Turnhalle bleiben.

Die Stadt stellt klar: Die durchschnittliche Verweildauer in der Halle liegt bei rund zwei Wochen. Man arbeitet unter Hochdruck daran, neue Wohnungen zu finden, diese zu renovieren und die Flüchtlinge auf alle Unterkünfte zu verteilen. Die Halle sei nur eine Durchgangsstation, so die Verwaltung.

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