Die Toilette beflügelt die Diskussion um die alte WC-Anlage unter dem Marktplatz.

Ersatz
Die neue Toilette neben dem Technischen Rathaus an der Minoritenstraße ist mit viel Technik ausgestattet. Benutzt werden kann sie für 15 Minuten. Danach öffnet die Tür automatisch für den nächsten Besucher.

Die neue Toilette neben dem Technischen Rathaus an der Minoritenstraße ist mit viel Technik ausgestattet. Benutzt werden kann sie für 15 Minuten. Danach öffnet die Tür automatisch für den nächsten Besucher.

Die neue Toilette neben dem Technischen Rathaus an der Minoritenstraße ist mit viel Technik ausgestattet. Benutzt werden kann sie für 15 Minuten. Danach öffnet die Tür automatisch für den nächsten Besucher.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Die neue Toilette neben dem Technischen Rathaus an der Minoritenstraße ist mit viel Technik ausgestattet. Benutzt werden kann sie für 15 Minuten. Danach öffnet die Tür automatisch für den nächsten Besucher.

Ratingen. Nein, eine beheizte Klobrille gibt es ebenso wenig wie leise Musiberieselung zur Entspannung. Aber ansonsten ist alles tiptop in der neuen „City-Toilette“ neben dem Technischen Rathaus an der Minoritenstraße. Ein rotes Lämpchen neben der Tür signalisiert: „besetzt“.

Für 50 Cent Benutzungsgebühr ist dann aber der Weg frei zur Erlösung. Wer nicht über das passende Kleingeld verfügt, hat Pech gehabt: „Bei Überzahlung kein Wechselgeld“ steht neben dem Münzeinwurf.

Sensoren erkennen, ob der Benutzer Wasser oder Seife haben möchte

Von einem Hupton begleitet, entriegelt sich die Tür, das Signallämpchen wechselt auf Grün: „frei“. Mit Betreten der rundum mit Edelstahl verkleideten Kabine geht das Deckenlicht an. Nach Schließen der Tür verriegelt sie sich selbsttätig. Auch innen zeigen dem Benutzer rote und grüne Lampen an, ob die City-Toilette gerade genutzt wird.

Wie im Flugzeug sieht die in die Wand eingelassene Waschgelegenheit aus: Drei Sensoren spenden bei Berührung Wasser, Seife oder heiße Luft zum Händetrocknen.

Eine kleine Infotafel auf der Tür klärt darüber auf, dass die maximale Benutzungszeit auf 15 Minuten begrenzt ist, Behinderte dürfen eine halbe Stunde verweilen. Dann ertönt ein Warnsignal und die Tür wird für den nächsten Benutzer entriegelt. Wer jetzt noch nicht fertig ist, muss mit Besuch rechnen. . .

Die neue City-Toilette soll noch mit einer tastbaren Information für Blinde nachgerüstet werden.

Für Rollstuhlfahrer ist die neue Anlage nicht geeignet. Nebenan im Technischen Rathaus befindet sich eine Behindertentoilette, die rund um die Uhr mit dem so genannten Darmstädter Schlüssel kostenlos genutzt werden kann. Dort gibt es auch eine Steckdose zum Nachladen der Rollstuhlbatterie.

Nach jeder Nutzung wird die Klobrille – in hellgrauer Granitoptik – von einem Apparat eingezogen und gereinigt. Der Boden der Toilettenkabine wird zehn bis 15 Mal täglich automatisch abgesprüht. „Täglich wird die Toilette auch durch Reinigungspersonal kontrolliert“, sagt Joachim Reinberg vom Amt für Gebäudemanagement.

Was passiert eigentlich, wenn ein Benutzer ohnmächtig wird? Reinberg: „Über den Notrufknopf wird ein Alarm ausgelöst und die Tür entriegelt.“ Außerdem habe die Feuerwehr einen Spezialschlüssel, um die Tür öffnen zu können.

Mit Inbetriebnahme der neuen Toilette ist die Diskussion um die WC-Anlage unter dem Marktplatz wieder aufgeflammt. Die Bürger-Union richtete eine Anfrage an die Verwaltung, ob die Anlage geschlossen werden soll, wie es immer wieder gesagt werde.

„Eine Schließung halten wir für die Besucher der Innenstadt für schlichtweg nicht zumutbar“, schreibt Ratsherr Dieter-Josef Rubner. An Werktagen würden etwa 150 Bürger die Toilettenanlage nutzen, an Markttagen sogar bis zu 300. Und bei besonderen Veranstaltungen in der Innenstadt läge die Zahl noch deutlich höher.

Noch ist nicht geklärt, ob die alte Anlage geschlossen werden soll

Sollte nur eine einzige Toilette in der Innenstadt den Bürgern zur Verfügung stehen, werde das sicher zu „Beanstandungen“ führen. Und wenn bei Veranstaltungen die Ausrichter eine „Armada von Dixi-Häuschen“ aufstellen müssten, würde dies erst recht Unverständnis hervorrufen, sagt Rubner

Reinberg hat in einer ersten Stellungnahme klargestellt: Laut Ratsbeschluss sollte die vollautomatische WC-Anlage „als Ersatz“ für die alte Anlage am Marktplatz gebaut werden. Aus diesem Beschluss ergebe sich die Konsequenz, den Betreibervertrag für diese Anlage nach einer Erprobungsphase des neuen WC zu kündigen. Reinberg rechnet daher jetzt mit einer „politischen Diskussion“.

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