Nach knapp zwei Jahren wirft Volker Wittke hin: Zu wenig Gäste und sinkender Umsatz machten den Betrieb unrentabel.

Gastronomie
Voller Ambitionen hatte Volker Wittke (M.) vor knapp zwei Jahren das „Talschlösschen“ übernommen. Weil immer mehr Gäste ausbleiben, hört er Ende Januar als Wirt auf.

Voller Ambitionen hatte Volker Wittke (M.) vor knapp zwei Jahren das „Talschlösschen“ übernommen. Weil immer mehr Gäste ausbleiben, hört er Ende Januar als Wirt auf.

Pierre-Claude Hohn

Voller Ambitionen hatte Volker Wittke (M.) vor knapp zwei Jahren das „Talschlösschen“ übernommen. Weil immer mehr Gäste ausbleiben, hört er Ende Januar als Wirt auf.

Ratingen. Vor drei Jahren ambitioniert als neuer Wirt des Talschlösschens an der Schützenstraße angefangen, ist die Zeit für Volker Wittke dort nun auch schon vorbei. Er hört auf. Bei den Menschen im Ratinger Süden hat die Nachricht, dass der Pächter den Betrieb einstellen wird, schon die Runde gemacht.

Verstehen können es aber wenige, war das Talschlösschen doch jahrzehntelang eine beliebte Anlaufstelle für Schüler, Studenten, aber auch Berufstätige, die nach Feierabend noch mal auf ein Glas Bier oder Wein vorbeikamen. Auch Bands kamen gerne in das urig-gemütliche Lokal, gaben im kleinen Kreis das ein oder andere Konzert.

„Die Zahl der Besucher hat in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen. Die Einnahmen können die hohe Pacht nicht mehr decken.“
Volker Wittke, Wirt

„Allerdings hat die Zahl der Besucher in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen. Die Einnahmen können die hohe Pacht nicht mehr decken“, erklärt Volker Wittke, warum er zum 31. Januar als Wirt aufhören wird. Die Menschen hätten ein anderes Ausgehverhalten.

„Früher sind die Leute gekommen und haben hier getrunken. Jetzt trinken viele, besonders die jungen Menschen, schon zu Hause, gehen dann in die Kneipe und trinken dort nur noch ein Bier. Damit mache ich keinen Umsatz.“ Auch die Mitglieder diverser Sportvereine, die bei ihm anfänglich immer noch Gast gewesen seien, wären irgendwann nicht mehr gekommen.

Zudem habe das Rauchverbot in Gastronomiebetrieben ihm übel mitgespielt. „80 Prozent meiner Gäste waren Raucher. Die kommen natürlich jetzt nicht mehr, seitdem in meinem Laden das Rauchen verboten ist.“

Wie seine Zukunft aussieht, weiß der Speditionskaufmann noch nicht

Das Talschlösschen an der Schützenstraße im Ratinger Süden existiert als Kneipe schon seit dem Jahr 1922. Vor drei Jahren hat Volker Wittke den Betrieb vom Sigrid und Bernd von der Heyden übernommen, die das Talschlösschen 30 Jahre lang führten. Am 28. Januar wird Volker Wittke eine kleine Abschiedsfete geben.

Wie es mit dem Talschlösschen weitergeht, weiß Wittke nicht genau. Er will gehört haben, dass es schon einen neuen Interessenten gibt. „Mehr weiß ich aber nicht“, sagt er. Wie seine Zukunft aussieht, weiß der gelernte Speditionskaufmann auch noch nicht. „Ich bin jetzt 55 Jahre alt. Da wird es schwierig, wieder in meinem alten Beruf Fuß zufassen.“

Die Ratinger wünschen sich, dass das Talschlösschen als Kneipe erhalten bleibt. Silke Ostermeier beispielsweise hat mit ihrer Band „S.A.C.K.“ regelmäßig dort Konzerte gegeben. „Und wir wünschen uns natürlich, dass schnell ein Nachfolger gefunden wird“, sagt sie.

Am 28. Januar steigt eine große Abschiedsfete

Auch Mary Lucia beklagt das Ende des Betriebs: „Um die Eckkneipe ist es schade, aber der Service war leider schlecht“, sagt sie. Eine Zeit lang sei sie regelmäßig mit Freundinnen dort gewesen. „Aber wir mussten zu lange auf die Getränke warten.“ Die Konzerte seien gut gewesen. „Besonders die Irish-Folk-Sessions jeden ersten Sonntag sind voll gewesen.“

Am 28. Januar hofft Wittke noch einmal auf ein volles Haus. Denn dann will er mit seinen Gästen noch einmal eine Abschiedsfete feiern.

Ob es tatsächlich einen neuen Interessenten für das Talschlösschen gibt, war seitens der Eigentümerin nicht zu erfahren. Sie war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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