Ende Juli läuft der Mietvertrag für Kaiser’s aus. Ein Nachfolger steht nach Angaben von Tengelmann aber schon fest.

Das ehemalige Goldkuhle-Gelände: Dort ist neben Wohnhäusern auch ein Supermarkt geplant.
Das ehemalige Goldkuhle-Gelände: Dort ist neben Wohnhäusern auch ein Supermarkt geplant.

Das ehemalige Goldkuhle-Gelände: Dort ist neben Wohnhäusern auch ein Supermarkt geplant.

Die Supermarkt-Kette Tengelmann schließt ihre Höseler Kaiser’s-Filiale Mitte Juli. Mit einem Nachmieter wird derzeit verhandelt.

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Das ehemalige Goldkuhle-Gelände: Dort ist neben Wohnhäusern auch ein Supermarkt geplant.

Ratingen. Beim ersten und überaus gelungenen Nikolaus-Markt im Hösel-Centrum traf man sich und tauschte Neuigkeiten aus. Auch die Gerüchteküche brodelte wieder: Die Kaiser’s-Filiale mache dicht, hieß es. Von Schließung zum Jahresende, wie zu hören war, ist indes keine Rede. Der Vertrag laufe bis Ende Juli 2016, hieß es auf Anfrage bei Tengelmann. Danach allerdings ist am Standort Hösel endgültig Schluss. Es gebe einen „Nachfolger“, hieß es weiter.

„Das wäre eine Katastrophe für das Hösel-Center und den gesamten Stadtteil ohne Frischemarkt.“

Michael Droste, Konditormeister

Als Grund für die Schließung gab eine Sprecherin von Tengelmann lediglich das Ende des Mietvertrages an. Allerdings verwies sie auch die schwierigen Übernahme-Verhandlungen durch Edeka. Pro Filiale seien etwa 25 Mitarbeiter beschäftigt. Die betroffenen Kollegen würden auf andere Filialen verteilt. Der nächste Kaiser’s-Standort ist in Lintorf.

Konditormeister betreibt seinen Backshop seit 1991

Von der Schließung in Hösel betroffen ist auch Konditormeister Michael Droste: Er betreibt seit Eröffnung der Kaiser‘s-Filiale im Jahre 1991 dort einen Backshop mit Stehcafé. Mehrere Umbauten hat er seitdem mitgemacht und ist dem Standort treu geblieben. Für Droste ist der Backshop eine gute Ergänzung zum Haupthaus an der Eggerscheidter Straße.

Vor fünf Jahren seien die befristeten Verträge gemacht worden, so Droste. Die Option auf eine weitere Verlängerung habe Tengelmann nicht wahrgenommen. Droste will seinen Standort im Hösel-Center behalten – mit einem Nachfolge-Mieter oder in eigenen Räumen im Center. Das sei er seinen Kunden schuldig.

Viele Höseler fahren jetzt schon zum Einkaufen nach Heiligenhaus

Kaiser‘s sorgt seit Längerem für Schlagzeilen. Auch Michael Droste hat dort vor etwa zwei Monaten nachgefragt, wie es weitergeht. Man vertröstete den Konditormeister auf einen späteren Zeitpunkt – mit Hinweis auf die Übergabe-Verhandlungen. Droste hofft aber darauf, dass es einen neuen Frischemarkt – vielleicht unter Edeka-Führung – dort geben wird.

„Das wäre eine Katastrophe für das Hösel-Center und den gesamten Stadtteil ohne einen Frischemarkt“, so Droste. Gegenüber dem Hösel-Center gibt es nur noch einen Aldi-Markt. Ohnehin fahren bereits viele Kunden ein paar Kilometer weiter nach Heiligenhaus zum Einkaufszentrum Grün-Selbeck. Als Begründung wird meist die bessere Parksituation angeführt.

Kaum hatte die Konkurrenz in Heiligenhaus eröffnet, zog man auch im Kaiser’s-Supermarkt in Hösel bei den Öffnungszeiten nach und verlängerte sie nach hinten. „Am Hösel-Center gibt es auch genug Parkplätze, vielleicht muss man auch einfach nur mal ein bisschen warten“, so Droste.

Das Hösel-Center wurde von Erhard Schäfer aus Hösel erbaut, Chef von TipTel und ehemaliges Ratsmitglied.

Verhandlungen mit Nachfolgern laufen, sagt der Vermieter

Wie das Marktzentrum in Erkrath wird das Hösel-Center von der Akalit Facility Management GmbH in Erkrath vermietet. Dort hieß es nach unserer Anfrage gestern zum Nachfolger: „Wir bitten um Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen können, da wir uns diesbezüglich in Verhandlungen befinden.“

Stefans Heins, CDU-Ratsmitglied aus Hösel, hatte ebenfalls von den Gerüchten rund um das Hösel-Center gehört. Er hofft, dass wieder ein Frischemarkt im Hösel-Center eröffnen wird: „Das wäre sonst ein großer Verlust für den Stadtteil.“ Allerdings sei die dortige Fläche nicht groß genug und es gebe auch kein Ausbaupotenzial. „Die Parkplatz-Situation war von Anfang ein Problem“, sagte Heins.

Er warte erstmal auf das speziell für Hösel in Auftrag gegebene Einzelhandelsgutachten als Grundlage für weitere politische Entscheidungen ab.

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