Das neue Datennetz ist jetzt in Betrieb. Weitere Teile im Stadtgebiet sollen noch folgen.

Siggi Tanculski hat gut lachen: Endlich hat der Breitscheider einen brauchbaren Internetzugang.
Siggi Tanculski hat gut lachen: Endlich hat der Breitscheider einen brauchbaren Internetzugang.

Siggi Tanculski hat gut lachen: Endlich hat der Breitscheider einen brauchbaren Internetzugang.

Stefan Fries

Siggi Tanculski hat gut lachen: Endlich hat der Breitscheider einen brauchbaren Internetzugang.

Breitscheid. In einem Tag von der Steinzeit in die Zukunft: In Breitscheid Nord sind mehr als 100 Haushalte auf diese Zeitreise gegangen. Sie haben seit zehn Tagen mit einer ultraschnellen Internetverbindung endlich Anschluss ans weltweite Datennetz. Jahrelang haben sie darauf gewartet und gehofft, endlich in der digitalen Neuzeit anzukommen. Möglich wurde dieser Zeitsprung mit der Inbetriebnahme des ersten Teilstücks des neuen Glasfasernetzes, das die Stadtwerke Ratingen im Breitscheider Norden verlegt haben. Betrieben wird es von der 100-prozentigen Stadtwerketochter „KomMitt GmbH“.

„Saustark! Das ist so etwas von hervorragend!“

Siggi Tanculski, der sich jahrelang mit langsamen Modem-Verbindungen quälen musste.

Mehr als 100 Haushalte haben sich an dem Pilotprojekt beteiligt. Sie alle hatten vorher nur einen analogen Telefonanschluss (meistens mit der Vorwahl 02054), der bestenfalls langsame Modemverbindungen zugelassen hatte. Surfen im Internet wurde zur Geduldsprobe, Onlinebanking war ein Glücksspiel, Musikdownloads gingen gar nicht. Dafür haben die Breitscheider jetzt das wahrscheinlich schnellste Internet im ganzen Stadtgebiet: Mit seinen Übertragungsraten von 100 Mbits pro Sekunde übertrifft das Glasfasernetz die flottesten DSL-Anschlüsse um ein Vielfaches.

Mit analogem Anschluss waren nur langsame Verbindungen möglich

„Saustark! Das ist so etwas von hervorragend!“ So kommentiert Siggi Tanculski das neue Internetgefühl. Jahrelang hat er sich mit dem Internet im Kriechgang herumgequält, Briefe an die Telekom geschrieben, Unterstützer gesucht, um den das datentechnische Niemandsland endlich erschließen zu lassen. Wenn sein Sohn ebenfalls im Internet war, brauchte er den Rechner gar nicht erst hochzufahren. Und sonntags ging überhaupt nichts mehr, wenn alle Nachbarn über das dünne Kupferkabel ins Netz wollten.

Für Firmen sind auch Raten von 1000 Mbits pro Sekunde möglich

Jetzt ist Sohnemann mit 80 Mbits auf der Datenautobahn unterwegs, und zeitgleich genießt Siggi Tanculski, wie sich komplexe Internetseiten in Sekundenschnelle aufbauen. „Gerade habe ich mir am Laptop ein Nachrichtenvideo von NTV angeschaut. Das ging früher gar nicht.“

Möglich sind mit dem neuen Glasfasernetz auch Übertragungsraten von 1000 Mbits pro Sekunde, „das kommt aber nur für Firmen in Frage“, sagt Wolfgang Seidl, der für „KomMitt“ die Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Und Breitscheid-Nord sei erst der Anfang. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat bereits entschieden, das Glasfasernetz im Jahr 2012 in drei weiteren Gebieten auszubauen.

Schrittweise soll das ganze Stadtgebiet erschlossen werden

Welche Gebiete das sein werden, entscheiden die Kunden: „Wir bauen dort zuerst, wo wir im Vorfeld die meisten Verträge abschließen konnten, um die Wirtschaftlichkeit des Netzes zu gewährleisten“, erklärt Heinz Siefen, Geschäftsführer der „KomMitt“.

Langfristig planen die Stadtwerke, schrittweise das gesamte Stadtgebiet mit ihrem ultraschnellen Glasfasernetz zu überziehen. Wo derzeit der Boden aufgerissen wird und Leitungen erneuert werden, werden auch Leerrohre verlegt oder sogar schon die Glasfaserkabel eingezogen. Seidl: „Die Stadtwerke sind damit jetzt auch Serviceprovider, der eigene Internet-, Telefon- und TV-Dienste anbietet und via Glasfaser ins Haus bringt. Beim Fernsehen sind das übrigens aktuell rund 240 Programme.

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