Auszeichnungen lassen Nachfragen nach bestimmten Künstlern immer wieder steigen. Die Ausleihzahlen bei den CDs sind gut.

Erika Münster-Schröer, Chefin der Stadtbibliothek, ist selbst fasziniert von Bob Dylan.
Erika Münster-Schröer, Chefin der Stadtbibliothek, ist selbst fasziniert von Bob Dylan.

Erika Münster-Schröer, Chefin der Stadtbibliothek, ist selbst fasziniert von Bob Dylan.

Achim Blazy

Erika Münster-Schröer, Chefin der Stadtbibliothek, ist selbst fasziniert von Bob Dylan.

Ratingen. Sie selbst ist „quasi mit Bob Dylan groß geworden“, erinnert sich Erika Münster-Schröer an ihre Zeit als Gymnasiastin. Dass der Sänger jetzt für seine „spannenden, überaus lyrischen Texte“ mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wird, findet die Chefin der Stadtbibliothek „toll“. Und sie nutzt diese Auszeichnung für die Belange des Hauses. Kaum war verkündet, der berühmte Poet bekäme den Preis, hatte Kollege Peter Kiefer 37 CDs mit Dylan-Werken ausgesucht und auf einem Sondertisch zur Ausleihe bereit gestellt. Dazu kamen sieben Bücher von und über den US-Amerikaner – die Ausleihe boomt.

Sonderpräsentationsfläche

„Da ist schon einiges weggegangen, weil er viele Fans hat“, bilanziert Münster-Schröer. Diese „Bestseller-Tische“ werden punktuell eingerichtet, wie zu den vergangenen Nobelpreisträgerinnen Hertha Müller und Alice Monroe. Und sie werden „gut frequentiert“.

Zahlen

„Trotz Musik-Streamings verzeichnen wir gute Ausleihzahlen in der Mediengruppe CD“, sagt Münster-Schröer. 98 732 Verbuchungen gab es in diesem Genre 2015. „Eine ziemlich hohe Zahl“, deren Erfolg auf der „guten Mischung durch den systematischen Aufbau Peter Kiefers“ fußt. Etwa 15 000 CDs – Kinder- und Hörbücher inklusive – umfasst das aktuelle Angebot.

Struktur

„Wir sind eine Verbraucherbibliothek“, skizziert Münster-Schröer das grundsätzliche Konzept. Weder Allerweltszeug noch elitäre Einzelinteressen kennzeichnen die Mischung – „sondern das, was bei den Leuten gefragt ist“. Außerdem soll die Entdeckerfreude der Ausleihenden geweckt werden.

Attraktivität

Wie im Plattenladen sind die CDs in der Stadtbücherei übersichtlich präsentiert. Neben Jazz-Perlen befinden sich Opernaufführungen und im Sonderrondell „Top aktuell“ stehen quasi soeben gepresste Scheiben. In einer langen Reihe ist dann Allerlei alphabethisch sortiert und mit gut erkennbarer Genre-Zuordnung der Bestand aus Pop, Folk, Chansons und Rock sortiert. Der Clou ist das Magazin: „Eine Fundgrube alter Schätze“, wie Azubi Schwedt über Sammelstücke wie das „Rote Album“ der Beatles schwärmt. Hörbücher, übrigens teilweise in Französisch, Englisch und Spanisch gelesen, stehen separat.

Finanzierung

Die CD-Ausleihe ist kostenlos. Nur die „topaktuell“-Exemplare“ schlagen mit 2,50 Euro zu Buche. „Das Geld nutzen wir zur Refinanzierung“, erklärt die Chefin, warum die Bibliothek im Sektor CD so gut bestückt ist – ohne dass der Etat für Bücher leiden müsste.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer