Auf der Generalversammlung der Sebastianer wird am Sonntag ein neuer Vorsitzender gewählt.

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Gero Keusen wird voraussichtlich Karl-Heinz Schneider (l.) als Schützenchef ablösen. Archiv

Gero Keusen wird voraussichtlich Karl-Heinz Schneider (l.) als Schützenchef ablösen. Archiv

Pierre-Claude Hohn

Gero Keusen wird voraussichtlich Karl-Heinz Schneider (l.) als Schützenchef ablösen. Archiv

Ratingen. Stabwechsel bei den Ratinger Schützen: Am Sonntag wird auf der Wintergeneralversammlung der St. Sebastiani-Bruderschaft ein neuer Vorsitzender gewählt. Karl-Heinz Schneider (67) gibt nach 14 Jahren sein Amt ab, als sicherer Nachfolger gilt Gero Keusen (50), der bislang den Stellvertreterposten inne hatte. Seine Wahl sehen die meisten Schützen als reine Formsache.

Kein Konfliktpotenzial für die anstehende Versammlung

Seinen Rückzug vom Vorsitz hatte Schneider schon vor Monaten angekündigt – und Keusen als Nachfolger ins Gespräch gebracht. Und so dürfte die kommende Versammlung weitaus harmonischer und ruhiger über die Bühne gehen als jene vor einem Jahr.

Damals kochten die Emotionen hoch, nachdem Vizechef Benno Sommer nach 13 Jahren Amtszeit die Brocken hingeworfen und sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Vorausgegangen war ein Hauen und Stechen hinter den Kulissen. Mit zwei Dritteln der Stimmen wurde dann Gero Keusen zum neuen Stellvertreter gewählt.

Wenn Keusen am Sonntag auf den Chefposten durchstartet, dann bleibt der Vorsitz der Bruderschaft weiter in Tellaner-Hand. Und noch etwas hat er mit seinem Amtsvorgänger gemeinsam: Keusen und Schneider waren beide schon Karnevalsprinz. Bruderschaftkönig – diese Ehre müsste sich Gero Keusen allerdings erst noch erarbeiten. Karl-Heinz Schneider holte sich und seiner Tell-Kompanie bereits 1993 diesen Titel.

Mit rund 700 Mitgliedern in zehn Kompanien gilt die Ratinger Bruderschaft als einer der größten Brauchtumsvereine in der Stadt. „Wir sind froh, dass wir die Zahl der Mitglieder in all den Jahren stabil halten konnten, in anderen Städten haben die Schützenvereine erhebliche Probleme“, blickt Schneider zurück.

„Wir sind anerkannt, gut integriert und immer mittendrin“, nennt er die Gründe für die hohe Akzeptanz der Schützen in der Stadt. Generell sei Ratingen eine Hochburg des Brauchtums – das sehe man auch bei den Jonges oder beim Karneval. Viele Schützen seien zudem bei den Karnevalisten aktiv – und umgekehrt.

Zu den Höhepunkten seiner 14-jährigen Amtszeit als Vorsitzender (davor war er neun Jahre lang Stellvertreter) zählt Schneider den Rheinischen Schützentag, den die Ratinger ausgerichtet haben, das 725-jährige Stadtjubiläum (2001) und das 770-jährige Bruderschaftsjubiläum (1998). Nicht unumstritten war dagegen die Aufnahme der Sportschützen in die Bruderschaft, die für heftige Diskussionen gesorgt hatte.

Einen Gegenkandidaten für Keusen gibt es offiziell nicht. „Ich werde der Versammlung natürlich nicht das Recht nehmen, jemanden vorzuschlagen“, sagt Schneider. Bei seiner Wahl träte Keusen in die großen Fußstapfen seines Vaters, Jupp Keusen, der bis 1997 zehn Jahre lang Chef der Ratinger Bruderschaft war.

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