Die Stadt informierte die Bürger bei einer Versammlung über die geplante Bebauung der Fläche an der Talstraße/ An der Lilie.

Die Stadt informierte die Bürger bei einer Versammlung über die geplante Bebauung der Fläche an der Talstraße/ An der Lilie.
Großes Interesse in der Aula der Gebrüder-Grimm-Schule: Zahlreiche Familien informierten sich bei der Bürgerversammlung.

Großes Interesse in der Aula der Gebrüder-Grimm-Schule: Zahlreiche Familien informierten sich bei der Bürgerversammlung.

Achim Blazy

Großes Interesse in der Aula der Gebrüder-Grimm-Schule: Zahlreiche Familien informierten sich bei der Bürgerversammlung.

Ratingen. Die kleine Aula der Gebrüder-Grimm-Gundschule war gerappelt voll, viele Interessierte mussten stehen – das Interesse an der Info-Veranstaltung, zu der die Stadt im Rahmen der vorgeschriebenen Bürgerbeteiligung eingeladen hatte, war groß. Doch im Mittelpunkt standen zunächst weniger die drei Varianten der Wohnbebauung (mit oder ohne Sportfelder), sondern die „Variante 4“, wie sie Dr. Markus Sondermann, Motor der Initiative „Ratinger für den Erhalt von Sportplätzen“, nannte: nämlich gar keine Bebauung, sondern den Erhalt als Sportfläche.

Mehr als 1000 Unterschriften sind gesammelt worden

Es sei „absolut falsch“, nur über die Art der Bebauung zu reden, so Sondermann. Er verwies auf über 1000 gesammelte Unterschriften. Er forderte die Umsetzung des Sportstättenentwicklungsplanes, der den Erhalt der Anlagen Talstraße und Auf der Aue empfiehlt: „Saniert den Platz, dann werden wir alle wieder drauf gehen.“ Das ist seit gestern Morgen übrigens wieder möglich: Erster Beigeordneter Rolf Steuwe kündigte an, den Platz wieder dauerhaft zu öffnen. Zu besseren Zeiten trainierten dort viele Hobbymannschaften, auch die Fußballer von Ratingen 04/19 wichen schon einmal hierhin aus. Steuwe sagte, dass der Fußballplatz zurzeit nicht nachgefragt werde: „Weder von Vereinsmannschaften noch von Thekenmannschaften.“ Gutachten zufolge nehme das Interesse an Mannschaftsportarten ab, im Jahre 2030 werde man daher zu viele Sportplätze haben.

Bei einer Sanierung von Altanlagen, die wie in Süd mitten in Wohngebieten liegen, laufe man Gefahr, den Bestandsschutz zu verlieren: Dann griffen strengere Regeln, was beispielsweise den Lärmschutz angehe. Was die Umsetzung des Sportplanes angehe, sagte er, dass man als Stadt auch andere Forderungen im Blick behalten müsse: Es gebe einen klaren Ratsauftrag zur Schaffung von preiswertem Wohnraum. Und auch Kindergärten müssten zusätzlich gebaut werden: „Wir müssen 26 Gruppen neu schaffen, um den Anspruch der Eltern zu erfüllen.“ Das seien mehr als sechs neue Kitas, doch es fehlten Grundstücke. Der Platz an der Talstraße sei dafür ideal. So gibt es neben der reinen Wohnbau-Variante mit etwa 60 bis 80 Wohneinheiten (WE) auch die Variante 2, die 50 bis 60 WE plus Kita vorsieht. Variante drei schließlich hat etwa 15 bis 20 WE im Blick, dafür aber eine Mac-Arena sowie die dafür nötigen Stellplätze. Mac-Arenen sind Leichtbau- oder Freilufthallen mit kleineren Feldern oder Käfigen, in denen ganzjährig Sport möglich ist. Der TV Ratingen hat eine solche Halle am Stadionring gebaut. Dazu sei im nördlichen Teil eine Schulsportanlage mit Kleinspielfeld, zwei Toren und einer Laufbahn geplant, die ausdrücklich von der Grundschule gefordert werde, so Steuwe weiter. Als reine Schulsportanlage stünde der Bereich der Allgemeinheit jedoch nicht zur Verfügung.

Anwohner haben auch auf die Schulwege hingewiesen

Immer wieder kam das Thema Verkehrsbelastung auf: Sowohl eine Bebauung als auch eine Sportanlage würden die Straße An der Lilie zusätzlich belasten. Anwohner wiesen auch auf die Schulwege hin. Es gebe derzeit keine aktuellen Zahlen, so Verkehrsplanerin Paul Stegert.

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