Hardy Döhrn zeigt 30 Aufnahmen in der ehemaligen Pförtnerloge der Calor Emag.

Hardy Döhrns Fotos der Ratinger Ausstellung sind Unikate, die mit einer speziellen Technik entstanden.
Hardy Döhrns Fotos der Ratinger Ausstellung sind Unikate, die mit einer speziellen Technik entstanden.

Hardy Döhrns Fotos der Ratinger Ausstellung sind Unikate, die mit einer speziellen Technik entstanden.

Achim Blazy

Hardy Döhrns Fotos der Ratinger Ausstellung sind Unikate, die mit einer speziellen Technik entstanden.

Ratingen. Natürlich hat auch Hardy Döhrn ein Smartphone. Natürlich macht auch er Fotos damit. Aber da, wo’s Kunst ist – da kommt eine Kamera mit guter, analoger Machart zum Einsatz. Die Ergebnisse kann man jetzt schon, am morgigen Sonntag dann offiziell und bis zum 26. Februar in der ehemaligen Pförtnerloge der Calor Emag betrachten. Die Ausstellung in der Ratinger Künstlerloge, Calor-Emag-Straße 1, wird am 15. Januar um 12 Uhr eröffnet.

Die analoge Fotografie ist ein Medium der Langsamkeit

30 Fotos, mit lebendigem bis spaßigem Inhalt, sind zu betrachten. Wie immer, so auch jetzt, von der Straße aus und abends mit Beleuchtung. Die Arbeiten sind nicht nur technisch jenseits der digitalen ratsch-ratsch-Knipserei entstanden, sondern auch noch mit aufwendigem Handwerken entstanden. So erklärt Hardy Döhrn: „Ich verwende eine lichtempfindliche Emulsion zur Herstellung von belichtungsfähigem Fotopapier. Bei Rotlicht in der Dunkelkammer wird die durch ein warmes Wasserbad verflüssigte Emulsion auf einen Bogen Aquarell-Papier gestrichen und kommt dann für 24 Stunden in eine lichtlose Trockenkammer“.

Das ist dann die Basis für seine Bilder. Sie entstehen anschließend durch die Belichtung mit dem Negativ, darauf folgt die Bearbeitung mit Entwickler und Fixierer. Da das Auftragen der Emulsion eine ganz eigene Basis für ein Foto hervorruft, kann auch kein Bild wie ein anderes sein, das von ein und demselben Negativ gemacht würde. In Ratingen jedenfalls hängen denn auch nur Unikate.

Die Hälfte der Aufnahmen zeigt Fotos von New York aus dem letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts. Und wären sie nicht nur wegen der ausgewählten Herstellungstechnik etwas ganz Besonderes, so sind sie es doch auch wegen des Blicks auf Motiv. Den hat man oder nicht und Hardy Döhrn hat ihn.

Dazu kommt, dass er, der Maler, ja schon zu Zeiten künstlerisch wertvoll fotografiert hat, als man sich sorgsam durch die damals üppige Zahl von 36 Aufnahmen klickte, die dann erst einmal entwickelt wurden und dann ihre Geheimnisse über die Qualität der einzelnen Bilder freigaben. „Die analoge Fotografie ist ein Medium der Langsamkeit – die heutige, allgegenwärtige digitale Fotografie hingegen ist ein sehr schnelles Medium ohne materielle Begrenzung“, sagt Hardy Döhrn, um eine Tatsache zu beschreiben. Aber keinesfalls resignierend. Denn: Gäbe es die aktuelle beliebige Her- und Darstellungsmöglichkeit nicht, wären die Unterschiede zum sorgsam Gemachten nicht ganz so augenfällig.

New-York-Fans können also heimelige Ecken und auch etwas suspekte betrachten, die Brooklyn-Bridge mal ganz anders und auch noch die Twin-Towers. Selbst der Wolkenkratzer des designierten Präsidenten ist auf einem Bild. Wobei die Reduktion auf Schwarz, Weiß und Grau den Blick fürs Wesentliche weitet.

Dazu kommen dann fotografische Aufnahmen mit einem Schmunzeln – die elektrische Vorrichtung mit zwischengeschalteter Banane, eine Herzkartoffel mit Glühlampe, ein Kamm in der Butter und manch Spaßiges. Auch diese Bilder sind, wie die aus New York, fertig gerahmt und für je 300 Euro käuflich zu erwerben.

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