Wegen des Dauerregens blasen die Lintorfer Schützen den Umzug zum Möschesonntag ab. Den Vogel fahren sie mit dem Auto zum Festzelt, damit er auch ja trocken bleibt.

Riesige Pfützen hatten sich auf dem Festplatz gebildet. Die Lintorfer Schützen versuchten trotzdem, das Beste aus der Situation zu machen.
Riesige Pfützen hatten sich auf dem Festplatz gebildet. Die Lintorfer Schützen versuchten trotzdem, das Beste aus der Situation zu machen.

Riesige Pfützen hatten sich auf dem Festplatz gebildet. Die Lintorfer Schützen versuchten trotzdem, das Beste aus der Situation zu machen.

Stefan Fries

Riesige Pfützen hatten sich auf dem Festplatz gebildet. Die Lintorfer Schützen versuchten trotzdem, das Beste aus der Situation zu machen.

Lintorf. Der Wettergott meinte es am Sonntag nicht gut mit den Lintorfer Schützen. Zum traditionellen Möscheumzug schüttete es wie aus Kübeln, der Schützenplatz verwandelte sich langsam in einen einzigen See, und als der Wolkenbruch in einen gepflegten Landregen überging, musste der Umzug mit Blasorchester abgesagt werden. Schützenchef Herbert Hirsch: „Das hätten wir uns natürlich anders gewünscht. Wir mussten den Umzug in letzter Minute absagen, weil es einfach nicht aufhörte, zu regnen.“

„Wir mussten den Umzug in letzter Minute absagen, weil es einfach nicht aufhörte, zu regnen.“

Herbert Hirsch, Schützenchef

Immerhin waren Schützen, Instrumente und die Mösch vergangenes Jahr schon einmal völlig durchweicht im Festzelt angekommen. Das sollte sich nicht noch einmal wiederholen. Herbert Hirsch: „Wir wollten den Leuten das einfach nicht zumuten.“ Entgegen aller Tradition wurde die Mösch also ohne Tschingbum und Tamtam einfach per Auto zum Festzelt gefahren. Auch die Zuschauer ließen auf sich warten. Eine frühe Besucherin war Inge Ludwig, die sich mit ihrem Mann Johann schon gegen elf im Festzelt einfand. „Wir hatten uns den Wecker gestellt, um nicht von der Zugmusik aus dem Bett geworfen zu werden – als der Zug dann ausblieb, sind wir einfach mal gucken gekommen.“

Die beiden sind erst vergangenes Jahr nach Lintorf gezogen. Wie sie denn die Schützenfesttradition der Gegend so fänden? „Lustig“, schmunzelte Inge Ludwig. „Vor allem, dass man morgens um elf schon Bier und Würstchen bekommt – Kaffee und Kuchen aber erst ab eins.“ Vor allem dem Bier wurde auch trotz der frühen Stunde eifrig zugesprochen. „Sonst wärs ja kein Frühschoppen“, sagte Johann Ludwig augenzwinkernd. Er hatte sich nicht nur mit dem Brauch, sondern auch mit seinen Tischnachbarn schnell angefreundet und prostete in die Runde.

Diedrich schießt den Vogel ab und wird Gästekönig

Auch die Kinder hatten großen Spaß. Das Spielmobil Felix war vor Ort und es gab einen großen Spielbereich im grün-weiß geschmückten Festzelt, in dem die Kleinen ungehindert toben und mit den zur Verfügung gestellten Spielsachen spielen konnten. Für gute Stimmung sorgte die Life-Musik des Tambourcorps Lintorf und der Bläsergruppe „Blechspielzeuch“.

Pünktlich um halb zwölf begann dann das traditionelle Gästeschießen der St. Sebastianus Bruderschaft. Es waren viele bekannte Gesichter aus der örtlichen Wirtschaft und Politik angetreten, um die Königswürde zu erlangen. Dieses Jahr konnte sich der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Diedrich durchsetzen. Der Königsschuss fiel kurz vor 14 Uhr und wurde laut bejubelt.

Heute leidet der Verein wie so viele andere an Nachwuchsmangel und würde sich sehr freuen, auch jüngere Schützen in seinen Reihen begrüßen zu dürfen. Am Möschesonntag wird das bevorstehende Schützenfest verkündet, und es findet traditionell das Schießen um die Gästekönigswürden statt.

Die Neu-Lintorfer Inge und Johann Ludwig waren jedenfalls beeindruckt davon, wie die Schützen und ihre Freunde sich die gute Laune vom Wetter nicht vermiesen ließen. „Eine ganz tolle Stimmung ist das hier“, sagte Johann Ludwig. „Nette Leute, tolle Musik, leckeres Bier ... Da kann man den Regen vor dem Zelt für eine ganze Weile vergessen.“

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer