Die Hautfarbe spielt für die Karnevalisten eigentlich keine Rolle. Doch mit der Kür ihres ersten dunkelhäutigen Prinzen setzt der Ratinger Karnevalsausschuss ein eindeutiges Zeichen für Integration.

Ratinger Karnevalsprinz kommt aus Kamerun
Samuel Awasum und seine Frau Jacinta Awusa Awasum in Landestracht vor der Wasserburg Ratingen.

Samuel Awasum und seine Frau Jacinta Awusa Awasum in Landestracht vor der Wasserburg Ratingen.

Horst Ossinger

Samuel Awasum und seine Frau Jacinta Awusa Awasum in Landestracht vor der Wasserburg Ratingen.

Ratingen (dpa).  Nach den Aachenern haben nun auch die Ratinger Karnevalisten ihren ersten dunkelhäutigen Prinzen. Samuel I. und Prinzessin Jacinta I. stammen beide aus Kamerun. Am Montagabend wurde das Prinzenpaar offiziell vorgestellt - in afrikanischen Trachten. «Das ist eine unfassbare Ehre für mich», sagte Samuel Awasum (33), der studierter Wirtschaftsinformatiker und Vater von zwei kleinen Kindern ist. «Der designierte Prinz ist zudem Vorsitzender des Ratinger Integrationsrates und kämpft seit Jahren gegen Rassismus und Diskriminierung», teilte der Karnevalsausschuss mit.

Die Karnevalisten aus der Nachbarstadt von Düsseldorf erklärten, sie wollten ein «eindeutiges Zeichen für Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund» setzen. Awasum kam 2002 in die Bundesrepublik und ist seit 2008 Deutscher. Die Kür zum Karnevalsprinzen wecke ein ähnliches Glücksgefühl in ihm wie nach seiner Hochzeit, sagte er.

«Für uns steht das Brauchtum und die Persönlichkeit im Vordergrund. Da spielt die Hautfarbe keine Rolle», erklärten die Karnevalisten. Dennoch setze man mit der Kür des gebürtigen Kameruners ein Zeichen - «und dies mit voller Absicht». Das Motto der kommenden Session in der rheinischen Stadt heisst «Dume huch un mahke» (Daumen hoch und machen).

Erster Karnevalsprinz mit afrikanischen Wurzeln wurde 2012 Balam Byarubanga aus Uganda in Aachen. Sein Prinzenkostüm hängt inzwischen im Haus der Geschichte in Bonn.

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