Roman Netzel war wegen Vorteilsnahme verurteilt worden.

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Ist als Dezernent abgewählt: Ulf-Roman Netzel.

Ist als Dezernent abgewählt: Ulf-Roman Netzel.

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Ist als Dezernent abgewählt: Ulf-Roman Netzel.

Ratingen. Ohne Aussprache hat der Stadtrat (52 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, zwei Enthaltungen) am Mittwoch den vom Landgericht Düsseldorf wegen Vorteilsnahme zu 10 800 Euro Geldstrafe verurteilten Baudezernenten Ulf-Roman Netzel (53) abgewählt.

Damit wurde ein Schlussstrich unter den „Fall Netzel“ gezogen. Zugleich beschloss der Rat, die Stelle auszuschreiben und eine Personalberatung mit der Auswahl zu beauftragen.

Netzel war vor dem Urteil, gegen das er sofort Revision eingelegt hatte, schon zwei Jahre bei gekürzten Bezügen vom Dienst suspendiert.

Durch die Abwahl tritt Netzel in den „einstweiligen Ruhestand“. In seiner zwölfjährigen Dienstzeit hat er sich einen Anspruch auf ruhegehaltsfähige Dienstbezüge erarbeitet. Er erhält jetzt maximal fünf Jahre lang die Höchstversorgung von rund 70 Prozent der Pension.

Sobald das Urteil rechtskräftig ist, will die Stadt das Disziplinarverfahren gegen ihn fortführen – trotz dessen Abwahl. Dabei geht es ums Geld: ob die einbehaltenen Bezüge verfallen oder nachgezahlt werden. Netzel, der freiberuflich arbeiten möchte, will nach wie vor einen Freispruch – „der Ehre wegen“ und auch aus finanziellen Gründen.

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