Die Täter fesseln die Angestellten im Finanzcenter in Lintorf und entkommen mit hoher Beute.

Das Postbank-Finanzcenter in Ratingen-Lintorf blieb Mittwoch im Innenraum geschlossen. Die Filiale auf der Straße „Im Kreuzfeld“ ist eine wichtige Anlaufstelle für Kunden.
Das Postbank-Finanzcenter in Ratingen-Lintorf blieb Mittwoch im Innenraum geschlossen. Die Filiale auf der Straße „Im Kreuzfeld“ ist eine wichtige Anlaufstelle für Kunden.

Das Postbank-Finanzcenter in Ratingen-Lintorf blieb Mittwoch im Innenraum geschlossen. Die Filiale auf der Straße „Im Kreuzfeld“ ist eine wichtige Anlaufstelle für Kunden.

Achim Blazy

Das Postbank-Finanzcenter in Ratingen-Lintorf blieb Mittwoch im Innenraum geschlossen. Die Filiale auf der Straße „Im Kreuzfeld“ ist eine wichtige Anlaufstelle für Kunden.

Ratingen. Es geschah am Donnerstagabend gegen 19 Uhr. Drei bis vier Täter, allesamt maskiert, tauchen plötzlich an der Hintertür des Postbank-Finanzcenters in Lintorf auf. Sie haben auf diesen Moment gezielt gewartet, die drei Mitarbeiter der Filiale auf der Straße „Im Kreuzfeld“ wollen gerade Feierabend machen.

Über die Höhe der Beute schweigen Post und Polizei

Dann geschieht alles sehr schnell. Die Täter gelangen in die Innenräume, wohl zwei Räuber haben Schraubendreher in der Hand und bedrohen die Angestellten massiv. Im Objekt fesseln die Täter die Postbank-Mitarbeiter und fordern Geld – das sie auch bekommen. Danach verlassen sie das Gebäude möglicherweise wartet draußen ein weiterer Komplize in einem Fluchtwagen. Ihre Opfer bleiben unverletzt, können sich selbstständig befreien, sie rufen die Polizei.

Wie hoch die Beute ist, darüber schweigen sich Polizei und Postbank aus. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Täter mehrere tausend Euro entwendet haben. Polizeisprecher Ulrich Löhe ging Mittwoch in einer ersten Stellungnahme davon aus, dass es sich bei den Tätern nicht unbedingt um Profis handeln muss. Das Vorgehen mit Hilfe von Schraubendrehern sei doch eher ungewöhnlich, sagte Löhe. Experten der Spurensicherung machten sich vom Tatort ein genaues Bild, die Filiale blieb Mittwioch„aus technischen Gründen“ geschlossen, wie es fälschlicherweise auf einem Zettel an der Eingangstür hieß.

Offenbar blieb die Tat unbemerkt. „Bisher gibt es keine Zeugen“, betonte Löhe, man sei deshalb dringend auf die Hilfe von Bürger angewiesen, so der Polizeisprecher. Wer Beobachtungen gemacht hat, der meldet sich schnellstmöglich an das zuständige Kriminalkommissariat 12, das unter der Rufnummer 02104/982-7200 erreichbar ist.

Mitarbeiter stehen noch unter Schock

Postbank-Sprecher Ralf Palm betonte Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung, dass „die drei Mitarbeiter noch unter Schock stehen“. So werde man sich um Ersatzpersonal bemühen, sollten die Angestellten länger ausfallen. „Überfälle dieser Art auf Postbank-Finanzcenter kommen eher selten vor“, erklärte Palm, der rund 1100 Filialen dieser Art im Blick behalten muss.

Ein weiterer spektakulärer Überfall ereignete sich im Dezember des Jahres 2013. Ein 19-jähriger Remscheider soll zusammen mit Komplizen eine Ratinger Spielothek überfallen haben. Die Räuber wollten die Kassenschublade öffnen – was aufgrund einer zusätzlichen Sicherung nicht möglich war. Sie fuhren davon – ohne Beute.

In der Regel gehen die Täter bei Überfällen auf diese Finanzcenter sehr rigoros vor – wie zum Beispiel in Berlin-Wedding, als Räuber rund 80 000 Euro erbeuteten. Das Besondere an diesem Fall: Die Unbekannten verloren einen Teil der Beute auf der Flucht. Zuvor hatten die beiden skrupellos und zielstrebig agierenden Täter, die ebenfalls maskiert waren, eine Postbank-Mitarbeiter erheblich verletzt. Dann gingen sie zusammen mit ihrem Opfer in den Tresorraum und packten Geldscheine zusammen. Vor ihrer Flucht versprühten die Räuber noch große Mengen Reizgas.

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