Auf dem Hasthaushof können Kinder auf den beiden neuen Lamas Susi und Anton reiten.

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Im Hasthaushof wird Lamareiten angeboten: Die Tiere sind sehr ruhig und entspannt.

Im Hasthaushof wird Lamareiten angeboten: Die Tiere sind sehr ruhig und entspannt.

Stefan Fries

Im Hasthaushof wird Lamareiten angeboten: Die Tiere sind sehr ruhig und entspannt.

Ratingen. In Breitscheid reiben sich Spaziergänger ungläubig die Augen und wähnen sich urplötzlich in Südamerika: Dort stehen auf einer Weide nicht nur Pferde, sondern auch zwei Lamas. Die Tiere, die man sonst eher aus Reportagen über die Anden kennt, sind in der Gegend noch sehr selten. Dabei spricht einiges für sie.

Die Lamas dienen als Weidetiere: Sie fressen Disteln und Sträucher

Iris Hahne, die Besitzerin des Hofes, auf dem die Lamas leben: „Eigentlich habe ich nur Weidepflegetiere gesucht. Also Tiere, die das fressen, was die Pferde verschmähen: Diesteln und Sträucher.“ Rinder wären theoretisch auch geeignet gewesen: „Das Problem ist, dass sie die gesamte Weide verschmutzen. Und ich hatte keine Lust, ständig in Kuhfladen zu treten.

Ziegen sind nicht zaunsicher – da hätten wir das gesamte Gebiet neu einzäunen müssen. Und so kam ich auf Lamas. Die sind genügsam, robust und im Verhalten den Pferden sehr ähnlich“, sagt Hahne.

Als sie dann noch die Ratinger Tagesmutter Karin Rosendahl kennenlernte, die ebenfalls eine Schwäche für die Lasttiere hatte, wurden Nägel mit Köpfen gemacht: Am 1. November vergangenen Jahres hielten „Susi“ und „Anton“ Einzug auf dem Hasthaushof.

Iris Hahne übernahm das Gehöft 2008 und hat dort seitdem einen kleinen Reitbetrieb mit Kinderbetreuung aufgebaut. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Reiten mit Handicap, in Anlehnung an therapeutisches Reiten. Kinder, die eine Behinderung oder eine Verhaltensauffälligkeit haben, lernen im Umgang mit den Pferden mehr Selbstvertrauen und auch mehr Ruhe.

Therapeutisches Reiten: Nicht nur mit Pferden, sondern auch mit Lamas

„Hier setzen wir auch mit unseren Lamas an“, sagt Iris Hahne. „Die Tiere sind durch ihre Art prädestiniert für diese Arbeit. Sie strahlen eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus, die auch ängstlichen Menschen Sicherheit gibt.“ Lamas sind freundlich, dabei aber nie aufdringlich. Das vermittelt laut Hahne vor allem unsicheren Kindern viel Sicherheit. Die Tiere werden von Iris Hahne trainiert und auf die Arbeit mit den Kindern vorbereitet.

Geplant sind Lamareiten für Kinder bis 1.20 Meter, geführte Wanderungen für Kinder und Erwachsene („Lamatrecking“), Kindergeburtstage, Begleitung von Kinder- und Schulausflügen sowie Teilnahmen an Firmen- und Familienfeiern. Denn nicht nur Kinder finden die kuscheligen Tiere toll – auch Erwachsene schließen sie schnell ins Herz. „Wir haben Mütter von Reitschülern, die freiwillig stundenlang die Lamas striegeln – einfach, weil das so unglaublich entspannt.“

Wer also demnächst bei Breitscheid eine Gruppe Menschen mit Lamas durch den Wald ziehen sieht: Es sind keine Südamerikaner, die vom Weg abgekommen sind. Es sind nur Susi und Anton vom Hasthaushof, die durch Breitscheid reiten..

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