Die Jugendlichen in der Stadthalle fühlten den sechs Bundestagskandidaten auf den Zahn. Es gab viel Applaus, aber auch einige Buh-Rufe.

Die Jugendlichen in der Stadthalle fühlten den sechs Bundestagskandidaten auf den Zahn. Es gab viel Applaus, aber auch einige Buh-Rufe.
Rund 1000 Jugendliche waren in die Stadthalle gekommen.

Rund 1000 Jugendliche waren in die Stadthalle gekommen.

Die Bundestagskandidaten (v.l.): Bernd Ulrich (AfD), Rainer Köster (Die Linke), Kerstin Griese (SPD), Peter Beyer (CDU), Tina Pannes (FDP) und Ophelia Nick (Grüne). Fotos (2): Achim Blazy

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Rund 1000 Jugendliche waren in die Stadthalle gekommen.

Ratingen. Den Kandidaten auf den Zahn fühlen und sie mit der ein oder anderen Frage aus der Fassung bringen: Das war das Ziel des großen Schlagabtausches gestern vormittag in der Stadthalle. Die Erwartungen kurz vor Beginn waren groß. „Ich bin gespannt, wie die Kandidaten sich präsentieren und ob sie das Publikum auch wirklich einbeziehen“, sagte Laura Sophie Dittes, Schülerin in der Q2 am Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium.

Schüler schicken Fragen per Whatsapp an den Jugendrat

Per Whatsapp schickten die Schüler über 300 Fragen live während des Polit-Battles an den Jugendrat, der dann eine Auswahl dieser Fragen an die Politiker weitergab. Die Parteien wurden durch Peter Beyer (CDU), Kerstin Griese (SPD), Ophelia Nick (Bündnis 90/Die Grünen), Rainer Köster (Die Linke), Anna-Tina Pannes (FDP) und Bernd Ulrich (AfD) vertreten. Viele Fragen kamen aus dem Bereich Bildung. Wie wollen die Kandidaten die Chancengleichheit in der Schulbildung gewährleisten? Kerstin Griese sagte dazu: „Wir müssen mehr investieren, um eine gebührenfreie Bildung zu garantieren.“ Auch den Numerus Clausus an den Universitäten kritisierten die Kandidaten einstimmig. Hier sprachen sich alle für sehr individuelle Verfahren und Auswahlgespräche aus. Diese Ansätze fanden bei den Schülern großen Zuspruch.

Die Jugendlichen in der Stadthalle fühlten den sechs Bundestagskandidaten auf den Zahn. Es gab viel Applaus, aber auch einige Buh-Rufe.
Rund 1000 Jugendliche waren in die Stadthalle gekommen.

Rund 1000 Jugendliche waren in die Stadthalle gekommen.

Die Bundestagskandidaten (v.l.): Bernd Ulrich (AfD), Rainer Köster (Die Linke), Kerstin Griese (SPD), Peter Beyer (CDU), Tina Pannes (FDP) und Ophelia Nick (Grüne). Fotos (2): Achim Blazy

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Die Bundestagskandidaten (v.l.): Bernd Ulrich (AfD), Rainer Köster (Die Linke), Kerstin Griese (SPD), Peter Beyer (CDU), Tina Pannes (FDP) und Ophelia Nick (Grüne). Fotos (2): Achim Blazy

Zwei andere Themen sorgten für geteilte Meinungen im Publikum: die Ehe und die Adoption für alle sowie die Legalisierung von Cannabis. Hier musste sich Peter Beyer einigen Buh-Bufen stellen. Er sagte: „Männer und Frauen können sich gemeinsam fortpflanzen, deshalb denke ich, dass die Ehe für Mann und Frau bestimmt ist.“ Ebenso sprach er sich gegen die Legalisierung von Cannabis aus.

Die anderen fünf Kandidaten sind für die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Personen über 18 Jahren. „So können wir Cannabis von den harten Drogen abgrenzen. Natürlich muss auch der Schutz vor Drogen und die Aufklärung gewährleistet sein“, sagte Ophelia Nick. Auch die FDP habe sich für die Legalisierung ausgesprochen, so Anna-Tina Pannes, außerdem müsse man darauf achten, dass nur qualitativ hochwertiges Cannabis in qualifizierten Geschäften verkauft werde.

Bernd Ulrich geriet in Bedrängnis, als Moderator Christian Pannes ihn fragte, wie er zu offenbar rassistischen Mitgliedern seiner Partei stehe. „Die AfD ist keine rassistische Partei. Sie wird in den Medien oft falsch dargestellt, und ich stehe persönlich gegen Rassismus“, sagte Ulrich.

Der Polit-Battle hat viele wichtige Themen angesprochen und den Politikern kurze und klare Antworten abverlangt. Hannah Lilienthal und Hannah Loss gehen auf dem Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg in die zwölfte Klasse und waren vom Polit-Battle begeistert: „Wir haben viele interessante Sachen gehört und die Parteien noch einmal anders kennengelernt. In unserem Alter schauen nur sehr wenige politische Sendungen im Fernsehen, deshalb ist es eine wichtige Veranstaltung. Uns fällt es jetzt leichter, uns für eine Partei zu entscheiden.“

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