Ärger um die Baustelle an der Mülheimer Straße: Dort tut sich im Moment zum Leidwesen aller nichts mehr. Das Denkmalamt interessiert sich für historische Fundstücke.

Ratingen
Die Baustelle an der Mülheimer Straße ist bis auf Weiteres wegen des Fundes alter Mauerreste gesperrt.

Die Baustelle an der Mülheimer Straße ist bis auf Weiteres wegen des Fundes alter Mauerreste gesperrt.

Blazy

Die Baustelle an der Mülheimer Straße ist bis auf Weiteres wegen des Fundes alter Mauerreste gesperrt.

Ratingen. Wer von der Bahnstraße kommend auf die Mülheimer Straße fahren will oder in der Gegenrichtung unterwegs ist, der braucht vor allem eines – Geduld. „Hier ist teilweise das absolute Chaos“, erzählt Heinz Hülshoff, der direkt gegenüber der Baustelle neben der Volksbank den Europäischen Hof betreibt.

Eine Ampelschaltung regelt den Verkehr, der aufgrund des Abrisses eines alten Wohn- und Geschäftshauses nur einspurig an dieser Stelle vorbei fließen kann. Gerade im Berufsverkehr eine unangenehme Situation. Und auch für Rheinbahnkunden ein Ärgernis, denn die Busse, die den Bereich befahren, verlieren viel Zeit am Engpass.

Jetzt tut sich nix mehr

Und in den letzten Tag dürfte so mancher Autofahrer richtig wütend geworden sein. Denn an der Baustelle tut sich nichts mehr. Die Arbeiter sind verschwunden, einige Schutthaufen liegen noch herum. Das war es. An dem Neubau, der dort eigentlich entstehen soll, tut sich nichts mehr. Jochen Kral, Baudezernent im Rathaus, kann zumindest grundsätzlich erklären, woran das liegt: „Bekannt ist bislang nur, dass dort über die Fläche die alte Stadtmauer gelaufen ist.“ Und deshalb interessiert sich der Denkmalschutz im Moment besonders für die Baustelle.

Für Hülshoff und seine Nachbarn, die zum Beispiel auf Getränkelieferungen angewiesen sind eine ärgerliche Situation: „Unsere Lieferanten müssen jetzt weite Wege in Kauf nehmen. Das kostet natürlich auch Zeit.“ Stellvertretend für viele Verkehrsteilnehmer äußert Hülshoff einen Wunsch: „Kann man diese Baustelleneinrichtung nicht zurück bauen, so lange dort nichts passiert?“ Die Antwort aus dem Rathaus ist eindeutig: „In der kommenden Woche wird dort mit Probebohrungen im Erdreich weiter gearbeitet“, erklärt Cornelia Melcher von der städtischen Bauaufsicht.

Historisch wohl kaum bedeutsam

Dementsprechend werde der Platz auf der gesperrten Spur auch benötigt. Eine Stilllegung der Baustelle aufgrund der Möglichkeiten eines historischen Fundes habe es durch die Stadt nie gegeben.

Für die geplagten Autofahrer und Rheinbahnkunden keine gute Nachricht: Die einspurige Verkehrsführung wird während der Dauer der gesamten Bauarbeiten bestehen bleiben. Und das wird sich noch länger hinziehen. Schließlich ist gerade erst der Abriss vonstatten gegangen. Ein gutes Jahr könnte das lästige Nadelöhr also noch weiter bestehen bleiben.

Allerdings hat sich die Denkmalbehörde das Grundstück mittlerweile angeschaut, letztlich aber auf den ersten Blick nichts gefunden, was historisch bedeutsam ist. Würde auch gar nicht gehen, da eben noch keinerlei Erdarbeiten stattgefunden haben.

Ausgeschlossen werden kann aber aufgrund des Verlaufs der Stadtmauer über genau dieses Grundstück nicht, dass im Verlauf der Bauarbeiten doch etwas gefunden wird. Doch bis dazu etwas gesagt werden kann, vergehen vier Wochen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer