Der Peoplemover von Tünkers Maschinenbau hat die Welt erobert. Meist wird er auf Flughäfen genutzt.

In der Produktion bauen Krzyszof Klose und Isa Aydogan die Fahrzeuge zusammen.
In der Produktion bauen Krzyszof Klose und Isa Aydogan die Fahrzeuge zusammen.

In der Produktion bauen Krzyszof Klose und Isa Aydogan die Fahrzeuge zusammen.

Achim Blazy

In der Produktion bauen Krzyszof Klose und Isa Aydogan die Fahrzeuge zusammen.

Er gilt als die preiswerte Alternative zum Segway: Den Peoplemover von Tünkers Maschinenbau kann man auch bei der Radstation in Ost für Touren durchs Stadtgebiet mieten. Während beim segway eine komplizierte Elektronik und gewöhnungsbedürftige Steuerung per Körperverlagerung für Stand und Fahrt sorgen, braucht man beim Movi einfach nur draufsteigen und losfahren.

Auch Privatleute sollen Spaß an dem Dreirad haben

Weit über 200 Stück wurden bislang weltweit meist an Unternehmen verkauft. Sogar in den Automobilwerken von BMW und Jaguar-Landrover fährt man im Werk damit herum. Jetzt will Jan Hahne, Leiter Produktion und Vertrieb sein flottes Elektromobil auch Privatleuten schmackhaft machen. Im kommenden Jahr wird ein leicht geliftetes Modell auf den Markt gebracht.

Das Dreirad mit Stehfläche wird per Schlüssel eingeschaltet und wie ein Moped gefahren: Mit dem Drehgriff am rechten Lenker wird „Gas“ gegeben. Gebremst wird ebenso wie beim Zweirad. Weil’s nicht umfallen kann, ist kein Helm vorgeschrieben. Doch Hahne, selbst Motorradfahrer, empfiehlt zumindest für die Übungsrunden einen Fahrradhelm. Der Elektromotor bringt es auf 0,35 Kilowatt, was etwa einem halben PS entspricht. Die meisten Motorsägen haben mehr Power. Doch das Gefährt wiegt selbst nur etwa 60 Kilogramm, sagt Hahne.

Mit 18 km/h über Stock und Stein

Es sei etwa 18 Kilometer pro Stunde schnell. Auch leichte Steigungen schafft der Movi: „Wir haben ihn auf der Brücke über die Eisenbahn am Stadion getestet“, so Hahne. Der Spezial-Akku ist an jeder normalen Steckdose in etwa sechs bis acht Stunden aufgeladen. Das Ladegerät wird mitgeliefert. Der Saft reicht dann für mindestens zwei Stunden Fahrt, also etwa 30 Kilometer.

Mehr als genug, um zum Beispiel auf einem Betriebsgelände herumzufahren oder durch die Stadt zu düsen. Hahne: „Benötigt wird mindestens eine Mofaprüfbescheinigung oder auch Mofaführerschein.

Dieser kann mit 15 Jahren erworben werden. Personen, die vor dem 01.04.1965 geboren sind, brauchen nur ihren Ausweis, um den Movi führen zu dürfen. Außerdem sind natürlich auch die Klassen AM, A1, A2, A, B, BF17 und T.“ Für den Movi reicht ein Mofa-Versicherungskennzeichen. Tünkers stellt neben Robotern (einer schafft es sogar mal in einen James-Bond-Film) auch erfolgreich Elektrorollstühle sowie Airport-Scooter für Gepäckwagen her. Auch im Touristikbereich wird er eingesetzt: In Budapest kann man ihn beispielsweise für Stadtrundfahrten mieten. Bei Ikea flitzen Mitarbeiter damit von Regal zu Regal. Im Jahre 2011 starteten Stadtwerke und Stadtverwaltung zu einer Tour durch Ratingen. Stadtführungen per Movi, so lautete damals die Idee, das wäre doch eine attraktive Sache.

Es blieb bei der Premiere. Dabei sind Stadtführungen in Raingen äußerst beliebt. Doch die Idee wurde nicht weiter verfolgt. Immerhin kann man zwei Movis (oder bei Bedarf auch mehr) bei der Radstation Ost des SkF tageweise oder auch länger mieten. Das kostet 18 Euro am Tag.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer