Nach dem Abriss des alten Schuppens an der Tiefenbroicher Straße sollte dort neu gebaut werden. Doch passiert seit langem nichts, es klafft weiter ein großes Loch.

Seit eineinhalb Jahren liegt das Grundstück an der Tiefenbroicher Straße in Lintorf brach. Die einstigen Schilder des Investors mit Hinweisen auf die geplanten Wohnhäuser sind abgebaut. Geblieben sind ein Gitterzaun und der Hinweis, dass das Betreten verboten ist.
Seit eineinhalb Jahren liegt das Grundstück an der Tiefenbroicher Straße in Lintorf brach. Die einstigen Schilder des Investors mit Hinweisen auf die geplanten Wohnhäuser sind abgebaut. Geblieben sind ein Gitterzaun und der Hinweis, dass das Betreten verboten ist.

Seit eineinhalb Jahren liegt das Grundstück an der Tiefenbroicher Straße in Lintorf brach. Die einstigen Schilder des Investors mit Hinweisen auf die geplanten Wohnhäuser sind abgebaut. Geblieben sind ein Gitterzaun und der Hinweis, dass das Betreten verboten ist.

Achim Blazy

Seit eineinhalb Jahren liegt das Grundstück an der Tiefenbroicher Straße in Lintorf brach. Die einstigen Schilder des Investors mit Hinweisen auf die geplanten Wohnhäuser sind abgebaut. Geblieben sind ein Gitterzaun und der Hinweis, dass das Betreten verboten ist.

Lintorf. Fast könnte man meinen, über diesem Grundstück läge so etwas wie ein Fluch: Erst ärgerten sich die Lintorfer jahrelang über den verfallenen alten Schuppen am Ortseingang an der Tiefenbroicher Straße/Ecke Am Weiher, dann rollten vor rund anderthalb Jahren endlich die Bagger an, Einfamilienhäuser sollten entstehen. Getan hat sich bis heute allerdings nichts. „Wir sind darüber schon etwas verwundert“, sagt Detlev Czoske, der für die Bürger Union im zuständigen Bezirksausschuss und im Rat der Stadt sitzt.

„Der Investor bessert nach, so lange tut sich dort leider nichts.“

Jochen Kral, Baudezernent, im vergangenen Bezirksausschuss

Mittlerweile sind sogar seit einigen Wochen die Hinweisschilder des Investors auf die potenziellen Eigenheime komplett verschwunden. Ruhe kehrt also immer noch nicht ein auf dem Grundstück, auf dem jahrelang unter anderem eine Gaststätte mit einer Kegelbahn war und das dann wegen des Streits einer Erbengemeinschaft immer mehr verfiel.

Aber warum tut sich dort nun nichts? Eine Frage, die den Lokalpolitikern auch im vergangenen Bezirksausschuss nur sehr kurz von Baudezernent Jochen Kral beantwortet wurde: „Der Investor bessert nach, so lange tut sich dort leider nichts.“ Dabei hatten sich die Verantwortlichen im Rathaus so gefreut, mit der Überplanung des Grundstücks sogar endlich das leidige Problem um den nicht vorhandenen Gehweg an der Tiefenbroicher Straße lösen zu können.

Doch daraus wurde nichts. Beim Investor hüllt man sich in Stillschweigen, reagiert nicht auf Rückrufbitten und hat das Projekt mittlerweile sogar komplett von der Homepage genommen. Zwischendurch war sogar die Sparkasse HRV in den Verkauf der geplanten Immobilien eingebunden, wie auf den großen Hinweistafeln zu lesen war. Aber auch die waren nach nur kürzester Zeit abgebaut worden.

Dem Vernehmen nach hat sich der Investor verspekuliert

Und so halten sich im Dorf die Gerüchte. Eines besagt, es sei schlichtweg nicht möglich gewesen, für die geplanten Häuser Gebäudeversicherungen zu bekommen, weil das Grundstück im Überflutungsbereich des Dickelsbachs liegt. Und der ist in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder an dieser Stelle über die Ufer getreten. Alte Lintorfer erinnern sich noch daran, dass besagte Kegelbahn immer mal wieder leer gepumpt werden musste.

Hinter vorgehaltener Hand wird aber immer deutlicher, dass der Grund für das Mega-Loch am Ortseingang viel einfachere Gründe hat: „Der Investor hat sich schlicht verkalkuliert. Für die Preise wollte niemand an dieser Stelle ein Einfamilienhaus kaufen. Die Summen, die da aufgerufen wurden, waren aber auch utopisch“, sagt ein Insider im Gespräch: „Das Geld hätte nur jemand ausgegeben, der sich die Grundstücke mitten in der Nacht angesehen hätte, wenn auf der Tiefenbroicher Straße fast kein Verkehr ist, die Flugzeuge Pause haben und auch die Güterzüge nur selten in unmittelbarer Nähe vorbei rollen.“

In der Tat: Fast eine halbe Million Euro hatte der Investor für das Grundstück aufgerufen. Ein Preis, der auf dem Einfamilienhaus-Markt in Lintorf sicher realistisch ist – aber nicht an dieser stark frequentierten Stelle. Zuerst hatte der Investor den Baustopp gegenüber der Stadt übrigens mit einem Problem bei einem Grundwasserbrunnen auf dem Areal begründet.

Auch politischen Streit hatte es um den Bebauungsplan gegeben. So mussten Zufahrten verändert werden, die ursprünglich über den kleinen Stichweg Am Weiher hätten erfolgen sollen. Wie es nun weiter gehen soll, weiß niemand. Weil das Grundstück in Privatbesitz ist, hat die Stadt wenig Einflussmöglichkeiten. Und so werden die Lintorfer wohl weiter mit dem großen Loch am Ortseingang leben müssen, das sich zwischenzeitlich die Natur mit enormen Pflanzenbewuchs wieder zurück geholt hatte.

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