Wegen zu schmaler Treppen kann die Awo-Kita an der Daag-Straße nur eingeschränkt genutzt werden.

Wegen zu schmaler Treppen kann die Awo-Kita an der Daag-Straße nur eingeschränkt genutzt werden.
Planungsfehler: Falsch berechnete Treppen der Awo-Kita an der Daag-Straße in Ost führen nun zu einem Umbau der Einrichtung.

Planungsfehler: Falsch berechnete Treppen der Awo-Kita an der Daag-Straße in Ost führen nun zu einem Umbau der Einrichtung.

Blazy

Planungsfehler: Falsch berechnete Treppen der Awo-Kita an der Daag-Straße in Ost führen nun zu einem Umbau der Einrichtung.

Ratingen . Seit deutlich mehr als einem Jahr beschäftigt eine peinliche Planungs- und Baupanne die Stadtverwaltung. Grund: In der Awo-Kindertagesstätte an der Daag-Straße in Ratingen Ost entsprechen die Treppen nicht der aktuellen Norm. Statt 1,20 Meter (wie vorgeschrieben) sind sie nur einen Meter breit. Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, betonte, dass ein Umbau der Kita nach vielen Gesprächen nun unumgänglich sei. Tatsache ist: Die Einrichtung kann zurzeit ihre vollen Kapazitäten nicht ausschöpfen – was im Umfeld seit längerer Zeit für große Unruhe sorgt.

Aufgefallen war der Fehler bei einer Begehung der Unfallkasse

Eine Mutter betonte, dass man einen Platz für ein Geschwisterkind suche, aber zurzeit überhaupt keine Planungssicherheit habe. „Und seitens der Kita bekommen wir auch keine regelmäßigen Informationen. Wir wissen nur, dass der Betrieb durch die Treppenpannen stark eingeschränkt ist.“ Vor Weihnachten habe es einen Info-Brief an die Eltern gegeben. Tenor: Gespräche laufen, man arbeitet an einer Lösung. Doch bisher hat sich nichts Entscheidendes getan. Gerüchte per Flurfunk machen die Runde. Eine zentrale Frage: Muss die Einrichtung während des Umbaus sogar geschlossen werden? Rückblende: BU-Ratsherr Rainer Vogt, der auch Mitglied im Jugendhilfeausschuss (JHA) ist, hatte von den Problemen erfahren und die Verwaltung um einen Sachstandsbericht gebeten. Vogt sorgte sich vor allem um die Zukunft der Kita. Er hatte bereits vor knapp einem Jahr betont: „Zurzeit können keine verbindlichen Zusagen für die Aufnahme von neuen Kindern für das Kindergartenjahr 2016/17 gegeben werden.“ Dieser Umstand sei denn „angesichts von über 180 Wunschanmeldungen mehr als besorgniserregend“.

Aufgefallen war der folgenschwere Fehler bei einer Begehung der Unfallkasse, betonte damals Ludwig Vennhoff, Abteilungsleiter Technisches Gebäudemanagement. Betroffen seien zwei Außentreppen und eine Innentreppe. Die Stadt treffe keine Schuld, mit Planung und Bau sei ein Architekturbüro beauftragt worden. Die Vorgaben hinsichtlich der Breite von Verkehrs- beziehungsweise Fluchtwegen ergeben sich unter anderem aus der Arbeitsstättenverordnung und in den dazugehörigen Technischen Regeln für Arbeitsstätten. Bei Nutzung von bis zu 20 Personen ist ein Meter Breite vorgeschrieben, bis zu 200 Personen sind es 1,20 Meter, heißt es bei der Unfallkasse NRW.

Nach Angaben von Kral muss der Architekt nun Pläne für den notwendigen Umbau präsentieren und diese auch realisieren. Erster Beigeordneter und Sozialdezernent Rolf Steuwe kündigte an, dass die Kinder während der Umbau-Phase in anderen Räumen untergebracht werden müssen. Zunächst will man indes mit der Kita-Leitung über die Pläne sprechen.

Kita-Plätze sind höchst begehrt: Ratingen erlebt einen Zuzug vor allem von jungen Familien mit kleinen Kindern; es gibt einen leichten Anstieg bei den Neugeborenen. Und über die geflüchteten Familien entsteht ein weiterer Bedarf. „Es gibt keinen Grund zur Panik, aber wir müssen vor allem im Bereich der Unter-Dreijährigen nachsteuern“, sagte Dagmar Niederlein, die sich im Jugendamt um die Kita-Versorgung kümmert.

Dabei werden selbst Einzelplätze dringend gesucht. In der Vergangenheit stillgelegte U 3-Gruppen sollen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Im April wird die Tagesstätte Meygner Busch für etwas Entlastung sorgen. Dennoch müssen weitere Tagesstätten gebaut werden, um den Versorgungsstand zu halten. Die Standorte Mintarder Weg in Breitscheid (städtische Kita) und Sinkesbruch in Hösel (Elterninitiative) werden geprüft. Bis diese ihre Pforten öffnen können, sollen bestehende Einrichtungen zur Not auch mit Wissen des Amtes überbelegt werden, um möglichst viele Plätze schaffen zu können. Hinzu kommt ein Nachvergabeverfahren, mit dessen Hilfe das Jugendamt mehr Elternansprüchen gerecht wurde, als es Skeptiker erwartet hatten.

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