Es gibt zwei Anfragen für Breitscheid und Tiefenbroich. Bestimmte Strecken sollen freigegeben werden, alle anderen Straßen sind tabu für die riesigen Trucks.

Es gibt zwei Anfragen für Breitscheid und Tiefenbroich. Bestimmte Strecken sollen freigegeben werden, alle anderen Straßen sind tabu für die riesigen Trucks.
Solche Gigaliner sollen demnächst auch in Ratingen fahren – allerdings nur auf bestimmten Strecken und unter strengen Auflagen.

Solche Gigaliner sollen demnächst auch in Ratingen fahren – allerdings nur auf bestimmten Strecken und unter strengen Auflagen.

Gentsch/dpa

Solche Gigaliner sollen demnächst auch in Ratingen fahren – allerdings nur auf bestimmten Strecken und unter strengen Auflagen.

Ratingen. Unter strengen Auflagen will die Stadtverwaltung Ratingen künftig die Durchfahrt von überlangen Lastwagen mit bis zu 25,25 Metern Länge erlauben – sogenannte Gigaliner oder Longliner. Nur wenige Strecken sollen dafür freigegeben werden. Das schlägt das Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauordnung vor.

Stadtplaner gehen von weiteren Anfragen von Unternehmen aus

Hintergrund: Der Stadt liegen zwei entsprechende Anfragen des NRW-Verkehrsministers vor. Damit soll das „Positiv-Netz“ im Land erweitert werden. Bisher, so die Stadtplaner, seien die Strecken zu zwei Adressen angefragt worden: für den Breitscheider Weg in Breitscheid und für die Harkortstraße in Tiefenbroich.

Die betreffenden Adressen von Unternehmen dürften mit den Supertrucks nur via B1/Lintorfer Weg beziehungsweise Blyth-Valley-Ring und Jägerhofstraße angefahren werden. Alle übrigen Straßen in Ratingen seien für Gigaliner tabu. Allerdings gehen die Planer davon aus, dass es aus dem Stadtgebiet zu weiteren Anfragen kommen könnte. Die örtliche Straßenverkehrsbehörde will den Fahrern den Zugang zur Stadt nur unter strengen Auflagen erlauben. Dazu zählt, dass sie zum Beispiel bei Staus auf der Autobahn oder auf dem Firmengelände bleiben müssen. Umleitungsstrecken existieren nicht.

Parken wird im Stadtgebiet generell nicht erlaubt, solche Möglichkeiten wolle man auch nicht schaffen. Bei Baustellen oder ähnlichen Behinderungen behält sich die Stadt vor, die Genehmigung temporär zurückzuziehen. So heißt es weiter in einer Vorlage der Stadt: „Der Straßenbaulastträger und die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Ratingen behalten sich vor, wenn es zu nicht hinnehmbaren Behinderungen oder gar Gefährdungen durch den Einsatz der Lang-Lkw kommen sollte, die entsprechenden Verkehrsanlagen aus dem freigegebenen Streckennetz herauszunehmen.“

Zwei Fahrten von Longlinern ersetzen drei normale Lkw 

Davon geht man in der Verwaltung eher nicht aus. Zumindest vermehrte Straßenschäden seien durch die bis zu 44 Tonnen schweren Trucks nicht zu befürchten. Positiv sei der Einsatz modernster Fahrzeugtechnik, so die Stadt in ihrer Vorlage: „Zwei Fahrten von Long-Linern ersetzen drei Fahrten normaler Laster“. Und: „Die Ratinger Unternehmerschaft erhält die Möglichkeit zum Zugang zu modernen Beförderungsmethoden.“ Alle Lang-Lkw verfügten über Rückfahrmonitore. Das erhöhe die Verkehrssicherheit.

Man verweist auf die positiven Ergebnisse eine Feldversuches, den die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) im September 2014 durchgeführt hat. In der vorläufigen Bewertung des BASt heißt es unter anderem: „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich wirklich gravierende Probleme im Feldversuch (...) bislang nicht gezeigt haben. Gemessen an der Vielzahl betrachteter Fragestellungen ist die Anzahl der identifizierten Risiken gering.“

Zudem seien die identifizierten Risiken bei der vorhandenen Anzahl an im Feldversuch beteiligten Lang-Lkw auch unter der Annahme von deutlich höheren Anteilen von Lang-Lkw am Güterverkehrsaufkommen als gegebenenfalls hinnehmbar oder zumindest beherrschbar einzustufen, heißt es weiter.

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