40 Jahre Frühförderung der Lebenshilfe. Jubiläum wurde im Ratinger Pfarrzentrum gefeiert.

40 Jahre Frühförderung der Lebenshilfe. Jubiläum wurde im Ratinger Pfarrzentrum gefeiert.
Kinder und Jugendliche der Ratinger Hellen-Keller-Schule musizierten beim Festakt mit viel Freude.

Kinder und Jugendliche der Ratinger Hellen-Keller-Schule musizierten beim Festakt mit viel Freude.

Achim Blazy

Kinder und Jugendliche der Ratinger Hellen-Keller-Schule musizierten beim Festakt mit viel Freude.

Ratingen. Es war ein Abend voller Herzlichkeit und Lebensfreude. Niemand im Ratinger Pfarrzentrum von St. Peter und Paul konnte sich der ansteckenden Energie der Jugendlichen der Hellen-Keller-Schule entziehen. Da standen sie auf der Bühne, sangen und setzten die Rhythmus-Instrumente gekonnt ein. Ein Symbolbild für das, was in den vergangenen Jahrzehnten im Kreis in mühevoller Kleinarbeit und mit viel Beharrlichkeit entstanden ist: 40 Jahre Frühförderung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Kreisvereinigung Mettmann. Eine der Kernbotschaften: Eltern mit Kindern, die eine Behinderung haben oder denen eine Behinderung droht, werden aufgefangen und nicht allein gelassen.

Netzwerk für Menschen mit geistiger Behinderung

Mittlerweile gibt es ein engmaschiges Netzwerk der Hilfe und Kontakte. Der politische Schulterschluss ist kräftiger denn je. Und Landrat Thomas Hendele sah in der Frühförderung, die dieses stattliche Jubiläum feiert, „einen Meilenstein für die Entwicklung des Behindertenwesens“. Hendele sprach über die Stützpfeiler eines vitalen Systems, so auch über die Förderzentren des Kreises, die mit viel Energie politisch durchgesetzt wurden.

Pro Jahr zahlt der Kreis im Bereich der Frühförderung 475 000 Euro. In Spitzenzeiten werden bis zu 190 Kinder betreut. Diese Zahlen spiegeln den intensiven Bedarf wider. Ratingens Bürgermeister Klaus Pesch ließ die „pure Lebensfreude“ der jungen Menschen, die gefördert werden, nicht unerwähnt. Es gebe im Kreis dieser Menschen keinen Neid und keine Missgunst.

Nicole Dünchheim, die erste Vorsitzende der Lebenshilfe der Kreisvereinigung, bedankte sich vor allem bei den professionellen Mitarbeitern der Frühförderung, die in Ratingen, Hilden und Monheim sehr viel Gutes tun. Zum Dank gab es für das komplette Team eine zweitägige Fortbildung. Wie intensiv und nachhaltig die Arbeit ist, belegt auch die Tatsache, dass im Laufe der Jahre echte Freundschaften entstanden sind.

Mit viel Genugtuung erlebte Hilde Weidenfeld diesen Abend. „Die Frühförderung war ja mein Baby“, betonte die frühere Vorsitzende der Lebenshilfe. Der Blick in die Vergangenheit reicht noch viel weiter zurück: Die Kreisvereinigung wurde 1963 als Elternverein in Ratingen gegründet. Zehn Ortsgemeinschaften arbeiten im Verbund. Zurzeit hat die Kreisvereinigung rund 530 Mitglieder. Neben der Frühförderung werden verschiedene Wohnformen angeboten. Zudem werden 90 Familien vom „Familienunterstützenden Dienst“ betreut.

Klar, dass Musik bei diesem Festakt eine große Rolle spielte: So war der Auftritt von Bernhard Schultz vom Ratinger Tragödchen ein weiterer Höhepunkt, den sich die rund 80 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur nicht entgehen ließen.

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