In Hösel verdient jeder zweite Vollzeitbeschäftigte mehr als 4000 Euro im Monat, im nördlichen Teil von West ist es nur jeder zehnte.

Beim Bruttoeinkommen in Ratingen zeichnet sich ein deutliches Ost-West Gefälle ab.
Beim Bruttoeinkommen in Ratingen zeichnet sich ein deutliches Ost-West Gefälle ab.

Beim Bruttoeinkommen in Ratingen zeichnet sich ein deutliches Ost-West Gefälle ab.

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Beim Bruttoeinkommen in Ratingen zeichnet sich ein deutliches Ost-West Gefälle ab.

Ratingen. Wer in Ratingen arbeitet, verdient meistens außerordentlich gut – zumindest statistisch gesehen. Der Mittelwert des Monatsbruttoeinkommens der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten beträgt 3190 Euro, was Ratingen im bundesweiten Städtevergleich den neunten Platz verschafft. Das ergab die Auswertung einer Entgeltstatistik, die von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht wurde.

West wird wegen der Sozialstruktur in „Nord“ und „Süd“ unterteilt

Die städtische Statistikstelle hat die Zahlen jetzt kleinräumig auf Stadtteilebene aufgearbeitet. Wegen der unterschiedlichen Siedlungs- und Sozialstrukturen mussten die Stadtteile West und Zentrum allerdings unterteilt werden: „West Nord“ mit den Hochhausquartieren, „West Süd“ mit seinen Einfamilien- und Reihenhäusern, „Zentrum Altstadt“ innerhalb der Ringstraßen und „Zentrum Ring“ außerhalb des Rings.

Die Auswertung der Daten offenbart ein deutliches Ost-West-Gefälle: In Hösel/Eggerscheidt, Homberg und Breitscheid wird deutlich mehr verdient als in Mitte, Tiefenbroich und West. Bemerkenswert: Drei Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gehen einer Vollzeitbeschäftigung nach. Die Quote fällt allerdings je nach Stadtteil unterschiedlich aus: In West Nord beträgt der Anteil knapp 70 Prozent, in Hösel und Eggerscheidt dagegen mehr als 81 Prozent.

Die Verteilung der Bruttoentgelte überrascht eigentlich nicht: In Stadtteilen, die durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt sind, finden sich die höchsten Einkommen. Dabei sticht Hösel/Eggerscheidt als Wohnort des bestverdienenden Beschäftigten besonders hervor. Mit 4053 Euro übersteigt der Mittelwert den städtischen Wert um mehr als ein Viertel. Auch Homberg und Breitscheid liegen um bis zu 15 Prozent über dem Gesamtstadtwert.

Dagegen weisen Tiefenbroich und der Bereich Zentrum Altstadt Werte unterhalb der 3000 Euro-Marke auf. West Nord liegt mit 2392 Euro ein Viertel unter dem Stadtdurchschnitt. Noch deutlicher treten die innerstädtischen Strukturunterschiede zutage, wenn man auf die Verteilung der Entgeltklassen blickt. Jeder dritte in Ratingen lebende Vollzeitbeschäftigte verdient mehr als 4000 Euro brutto, knapp jeder fünfte weniger als 2000 Euro.

Auch in Homberg leben viele Gutverdienende

In Hösel gehört jeder zweite Beschäftigte der höchsten (nach oben offenen) Einkommensklasse an, in West Nord ist es nur jeder zehnte. Der Anteil der Bestverdienenden ist auch in Homberg (43,8 Prozent) und Breitscheid (42,6 Prozent) sehr hoch.

Ganz anders die Verteilung bei den unteren Einkommensklassen. Ein Drittel aller in West Nord lebenden Beschäftigten erhält weniger als 2000 Euro brutto, fast drei Viertel bleiben unter 3000 Euro Monatsentgelt.

Die Verteilung im Niedriglohnbereich ist spiegelbildlich zu den Entgelthöhen: Die meisten Beschäftigten in diesem Bereich gibt es in West Nord (27 Prozent), gefolgt von Zentrum Altstadt (18 Prozent). Die wenigsten leben in Hösel (10,3 Prozent).

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