Bei der närrischen Ratssitzung nahmen sich die Parteien auf die Schippe und verteilten die ein oder andere Spitze.

Ratingen
Vor dem großen Auftritt (v. l.): Bernd Schultz, Tim Erik Jopé, Tina Pannes und der CDU-Chor.

Vor dem großen Auftritt (v. l.): Bernd Schultz, Tim Erik Jopé, Tina Pannes und der CDU-Chor.

Achim Blazy

Vor dem großen Auftritt (v. l.): Bernd Schultz, Tim Erik Jopé, Tina Pannes und der CDU-Chor.

Büttenreden sind immer dann besonders gut, wenn sie den Finger in Wunden legen. Und davon gibt es im politischen Leben der Stadt bekanntlich einige. So hatten die Redner bei der Närrischen Ratssitzung einiges, was sie abarbeiten konnten. Schade nur, dass sich lediglich die CDU, die FDP und die Bürger Union engagierten. Wobei Letztere sich sogar beim politischen Gegner bediente und sich mit Tragödchen-Chef Bernd Schulz einen waschechten Grünen auslieh, der das auch gleich in seiner Rede thematisierte.

Bürgermeister fiel krankheitsbedingt aus

Die CDU trat wieder mit einem Chor auf, begleitet von Toralf Hildebrandt am Klavier und ausgestattet mit Texten von Jürgen Hilger-Höltgen. Und der tat das, was ihn wohl zu einem der besten karnevalistischen Redenschreiber der Region macht: Er reimte und verteilte kleine- manchmal sogar große- boshafte Spitzen. Da gab es zum Beispiel zur Melodie von Helene Fischers „Atemlos“ richtig Zunder für die Bürger Union, die jetzt keinen Bürgermeister mehr stellt und damit quasi überflüssig sei.

Pesch wollte gestern eigentlich auch in die Bütt steigen, musste krankheitsbedingt aber passen. Da auch sein erster Stellvertreter Wolfgang Diedrich nicht zur Verfügung stand, übernahm Rainer Vogt den Chefsessel im Elferrat.

Die FDP glänzt mit Selbstironie

Und der erlebte wie die vielen Zuschauer in der sehr gut gefüllten Stadthalle noch einen ganz besonderen Höhepunkt. Die perfekt gereimte Rede des FDP-Duos Tina Pannes und Tim-Eric Jopé. Die hatten 2014 schon aus der Masse hervor gestoßen und bewiesen auch diesmal echtes Büttenredner-Talent. Da ging es dann nicht nur um so manche Ratinger Geschichte, sondern mit viel Augenzwinkern und Selbstironie um ihe eigene Partei: „Drei Prozent, ob pink oder gelb-blau,/ bleiben wenig, zu wenig, das weiß jede Sau“.

Nicht nur an dieser Stelle gab es begeisterten Zwischenapplaus. Denn viel zu selten ist es geworden, dass sich jemand selbst auf die Schippe nehmen kann. Da zogen viele im Saal ihren imaginären Hut.

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