Der Comedian sprach im Stadttheater über eigene Depressionen.

Torsten Sträter sorgte für einen gelungenen Abend.  Archiv
Torsten Sträter sorgte für einen gelungenen Abend. Archiv

Torsten Sträter sorgte für einen gelungenen Abend. Archiv

Red

Torsten Sträter sorgte für einen gelungenen Abend. Archiv

Ratingen. Den Hauch von Melancholie hat er sich aus seinen Jahren im Poetry-Slam bewahrt. Die Hochachtung vor Ratingen geht Hand in Hand mit der mindestens drei Mal an diesem Abend thematisierten Verehrung für Förderer und Freund Dieter Nuhr. Und seine schwarze Mütze lag noch am Morgen neben 106 anderen schwarzen Mützen im Kleiderschrank seines Markenberaters. Ohne den konisch zulaufenden, aber zipfellosen Strick-Schlauch wäre er ein Mann jenseits der 50 mit mittelblondem, von der Stirn bis etwa zur Schädelmitte eher schütterem Haupthaar. So ist es Torsten Sträter, der da spricht.

Der hat momentan wirklich einen guten Lauf. Ablesbar am Kartenverkauf im Stadttheater: Es ist ausverkauft. Mehr als 600 Gäste hören eine Extraportion Kabarett/Comedy – „Schließlich muss das für mindestens ein Jahr reichen“, sagt Sträter – ohne dabei eine Miene zu verziehen.

Dieser staubtrockene Humor aus dem Ruhrgebiet hat bereits Ina Müller fasziniert. „Wir sind in vielen Punkten Seelenverwandte“, sagt die Entertainerin über Sträter. Und meint damit die Mischung aus absolut sinnfreiem Augenblicksspaß, der schon im nächsten Sekundenbruchteil mündet in Sätzen wie: „Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein“. Sträter liest vom Mini-iPad aus dem Leben die Leviten, in prallen, sehr bildhaften Sätzen.

Staubtrockener Humor aus dem Ruhrgebiet

Allzu derb will Torsten Sträter an diesem Abend allerdings nicht werden – denn er entdeckt die zwölfjährige Laura in eine der vorderen Reihen. Mehrfach ersetzen daraufhin Andeutungen allzu genaue biologisch-korrekte Beschreibungen. Sträter hält sich an die selbst gesetzten Vorgaben.

Von der eigenen Schulzeit bis hin zu offenen Worten über die eigenen Depressionen präsentiert Sträter ein großes Weltbild. Es kommt nicht mit einer imposanten Bugwelle daher, sondern staunend, selbstkritisch – oft mit einem vernehmlichen Schnauben. „Du glaubst es nicht“ sagen viele im Ruhrgebiet. Dort in der Mitte ist Torsten Sträter geerdet. Und das macht ihn so stark.

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