Laut einer Online-Umfrage der Stadt besteht im Zentrum das größte Interesse an einem Urban-Gardening-Projekt.

Laut einer Online-Umfrage der Stadt besteht im Zentrum das größte Interesse an einem Urban-Gardening-Projekt.
Im Bereich Wallstraße/Beamtengässchen soll das „Urban Gardening“ entstehen.

Im Bereich Wallstraße/Beamtengässchen soll das „Urban Gardening“ entstehen.

Achim Blazy

Im Bereich Wallstraße/Beamtengässchen soll das „Urban Gardening“ entstehen.

Ratingen. Das Projekt Urban Gardening, zu deutsch etwa „Gärtnern in der Stadt“, nimmt konkrete Formen an. Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung zu Beginn des Jahres zu dem Thema eine Online-Umfrage gestartet. Man wollte wissen, ob es generell einen Bedarf gibt, Freiflächen für Hobbygärtner zur Verfügung zu stellen. Die Zustimmung war groß, nun soll ein Modellprojekt an der Wallstraße verwirklicht werden.

Interessenten sollen ein Startkit mit Gartengeräten bekommen.

Die Stadtverwaltung Ratingen legt konkrete Vorschläge für die Umsetzung vor: Zunächst soll eine Fläche an der Wallstraße/Beamtengässchen zur Verfügung gestellt werden. Außerhalb der provisorisch angelegten Blumenwiese soll eine Fläche umzäunt werden. Einfache Tore sollen Hunde draußen halten. Ansonsten sollen dieser und weitere Gärten in anderen Stadtteilen für die Öffentlichkeit frei zugänglich bleiben.

Für die Interessenten gibt es einen „Startkit“, bestehend aus wenigen ausgewählten Gerätschaften wie Spaten, Hacke, Bodenlockerer und Pflanzschaufeln. Außerdem will die Stadt bestimmte Blumen- und Gemüsesorten sowie Beerensträucher anbieten. Die Vorschläge werden zunächst im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und demografische Entwicklung diskutiert. Gibt es grünes Licht, woran niemand zweifelt, wird der konkrete Start vorbereitet. Zunächst soll es eine Auftaktveranstaltung geben. Bei Bedarf sollen Workshops und/oder Vorträge bei der VHS angeboten werden. Schon 19 Bürger haben sich telefonisch oder per E-Mail angemeldet, um mitzumachen. Auch der Ratinger Bienenzuchtverein hat bereits seine Mitarbeit angeboten, er wird ebenfalls zur Auftaktveranstaltung eingeladen.

Die Online-Umfrage ergab, dass das größte Interesse für ein solches Stadtgärtnern im Zentrum besteht, daher soll auch dort gestartet werden. Weitere Standorte in Ost beziehungsweise an der Fritz-Windisch-Straße in Lintorf sollen noch geprüft werden.eine Fläche in West könnte das Thema Multi-Kulti und Integration unterstützen.“

Aber in der Online-Umfrage gab es auch Vorschläge für andere Standorte. Ein Teilnehmer beispielsweise schrieb: „Ich bin in Vollzeit berufstätig, daher kann ich nicht viele Stunden einem Garten widmen. Aber zuhause habe ich auch nur einen Balkon. Es wäre schön, ab und zu auch eine Fläche zum Liegen in der Sonne zu haben. Ich würde gern mit anderen gemeinsam ein Projekt starten. Am liebsten in Hösel. Da wäre die Fläche am Bolzplatz Dickelsbach prima geeignet! Eine öffentliche Liegewiese mit Erfrischungsbrunnen zum Abkühlen, rund herum Beete, die gestaltet werden können.“ Ein anderer schlug vor: „Die brachliegende Schulgartenfläche am DGB in Ratingen West (durch den Neubau der Turnhalle der MKL Gesamtschule) würde sich auch anbieten, und eine Fläche in West könnte das Thema Multi-Kulti und Integration unterstützen.“ Das Projekt als „Interkulturellen Garten“ beziehungsweise „Flüchtlingsgarten“ auszulegen, wurde übrigens nach einer „öffentlichen Wiese“ als zweithäufigste Form von den Teilnehmern genannt: „Hier besteht die Chance zur Integration von Menschen, egal welchen Alters oder welcher Hautfarbe.“

Ein interkultureller Garten wäre laut Verwaltung sowohl am Standort Wallstraße/Beamtengässchen, wie auch am Standort Maximilien-Kolbe-Platz denkbar. „Sollte ein interkultureller Garten überwiegend beziehungsweise ausschließlich der Nutzung durch Flüchtlinge dienen, müsste dieser sinnvollerweise in unmittelbarer Nähe eines Übergangswohnheimes angelegt werden.“ Das Modellprojekt am Bemantengässchen könnte sich, so die Verwaltung, „langfristig gut in das Konzept des geplanten Mehrgenerationenparks integrieren.“

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