Um die Auflagen der Stadt einhalten zu können, gibt es für die Kinder dieses Jahr nur ein Karussell.

Ratingen. Dass das Dorffest in Lintorf im kommenden Jahr aufgrund verschärfter Sicherheitsauflagen eventuell nicht mehr stattfinden wird, treibt viele um (die WZ berichtete). Und die Geschichte, obwohl schon mehr als ein Monat her, führt zu Fragen – zum Beispiel bei Dirk Meyer (Bürger Union), Mitglied des Bezirksausschuss Mitte. Er wollte von der Verwaltung wissen, welchen Einfluss die neue Auslegung der Sicherheitsbestimmungen auf größere Veranstaltungen hat. Als Beispiele nannte er unter anderem den Weihnachtsmarkt.

Dieser ist schon seit vielen Jahren ein Dauerthema in der Stadt. Viele Ratinger sind enttäuscht, weil die Zahl der Buden im Laufe der Zeit abgenommen hat.

Umso brisanter ist die schriftliche Antwort seitens des Ordnungsamts auf die Frage von Meyer. So steht in dem Schreiben: „Da die Sicherheit Vorrang vor den ökonomischen Interessen hat, kann es zu einer Reduzierung von Buden beziehungsweise Ständen kommen.“

„Die Ratinger können gewiss sein: Der halbe Weihnachtsmarkt wird schon nicht abgebaut werden.“
Barbara Arndt, Leiterin des Ordnungsamts

Müssen die Ratinger nun damit rechnen, dass noch weniger Buden auf dem Weihnachtsmarkt stehen? Und welche neuen Sicherheitsbestimmungen gibt es? „Gar keine“, sagt Barbara Arndt, Leiterin des Ordnungsamtes. „Die Sicherheitsauflagen sind die, die es für solche Veranstaltungen schon immer gab.“ In der Vergangenheit seien allerdings zu viele Kompromisse eingegangen worden, „wenn zum Beispiel die Abstände der Buden dann doch nicht so ganz stimmten“. Nun werde streng darauf geachtet, dass die Vorgaben eingehalten werden, „ohne Wenn und Aber“. Dies betreffe vor allen Dingen die Zufahrtswege für die Feuerwehr und die Flächen, an denen die Feuerwehr im Notfall ihre Einsatzfahrzeuge abstellen kann.

Alle müssen einstimmig über eine Veranstaltung abstimmen

Neu sei allerdings das Genehmigungsverfahren im Vorfeld. Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Bauordnung würden gemeinsam darüber in einem Arbeitskreis abstimmen, ob eine Veranstaltung stattfinden darf oder nicht. Beim Weihnachtsmarkt jedenfalls brauchen die Ratinger sich keine Sorgen machen. Regulär wird auf dem Marktplatz das Weihnachtsdorf aufgebaut. „Die Ratinger können davon ausgehen, dass nicht der halbe Weihnachtsmarkt aufgrund der Auflagen abgebaut wird“, beruhigt Arndt all diejenigen, die befürchten, dass der Markt zu mickrig wird.

Der Weihnachtsmarkt wird vom 25. November bis 21. Dezember geöffnet sein.

Dass nun strenger auf die Einhaltung der Auflagen geachtet wird, hängt mit dem Loveparade-Unglück im vergangenen Jahr zusammen, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen.

Harry Bruch, der den Weihnachtsmarkt organisiert, bestätigte auf WZ-Nachfrage, dass es Gespräche zwischen dem Ordnungsamt und ihm gegeben hat. „Wir wollten die Budenzahl erhalten. Deshalb haben wir auf eines der beiden Kinderkarussells verzichtet. Nur so konnten wir die Auflage einhalten, dass die Rettungswege für die Feuerwehr breit genug sind.“

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