Auf der Einkaufsstraße, die früher den Rufnamen „Kö von Ratingen“ besaß, gibt es mittlerweile massive Umsatzprobleme. Viele Vermieter rufen horrende Preise auf.

Auf der Einkaufsstraße, die früher den Rufnamen „Kö von Ratingen“ besaß, gibt es mittlerweile massive Umsatzprobleme. Viele Vermieter rufen horrende Preise auf.
Trotz des ein oder anderen feschen Flitzers: Die „Kö von Ratingen“ ist nicht mehr das, was sie mal war.

Trotz des ein oder anderen feschen Flitzers: Die „Kö von Ratingen“ ist nicht mehr das, was sie mal war.

Blazy

Trotz des ein oder anderen feschen Flitzers: Die „Kö von Ratingen“ ist nicht mehr das, was sie mal war.

Lintorf. Es ist gerade einmal 15 Jahre her, da hatte die Speestraße im Herzen des Stadtteils Lintorf einen Ruf als „Kö von Ratingen“. Zahlreiche hochwertige Modegeschäfte lockten vor allem Kundinnen aus der ganzen Region. Das war vor dem Siegeszug des Internets, heute ist das Bild ein ganz anderes – und es droht noch schlimmer zu werden. Björn Zander ist Immobilienmakler auf der Speestraße und kennt den Stadtteil seit vielen Jahren.

In Lintorf siedeln sich jetzt vor allem größere Ketten an

Viel Hoffnung für den Standort hat er nicht: „Das große Problem liegt darin, dass sich heute für Gewerbetreibende mit einem Ladenlokal kaum noch Geld verdienen lässt. Viele Vermieter rufen aber dennoch enorm hohe Preise auf oder erhöhen regelmäßig. Das ist dann kaum noch zu leisten“, sagt der Fachmann. Und so sind es bis auf wenige Ausnahmen vor allem größere Ketten, die sich in kleinen Stadtteilzentren wie Lintorf ansiedeln. Zander mahnt: „Hier sollte ein Umdenken bei den Eigentümern einsetzen – erst recht, wenn sie einen Bezug zu ihrem Stadtteil haben, wie es oft in Lintorf der Fall ist.“ Dass trotzdem Bewegung im Handel ist, liegt vor allem an größeren Konzernen: Netto gibt seinen Standort an der Ecke Konrad-Adenauer-Platz/Speestraße auf, verweist die Kunden auf die Filiale am anderen Ende des Stadtteils an der Brandsheide.

Netto gibt seinen Standort auf, Rewe prüft eine Erweiterung

Warum der Discounter auszieht, dazu gab es vom Unternehmen keine Stellungnahme. Im Stadtteil erzählt man sich allerdings, dass auch hier letztlich Unstimmigkeiten mit dem Vermieter zum Aus führten. Nichts dran sein dürfte auch an der Geschichte, dass Rewe Interesse habe, von seinem aus allen Nähten platzenden Standort an der Speestraße in das Penny-Objekt knapp 300 Meter weiter in Richtung Ortseingang zu ziehen. Stattdessen liebäugelt der Kölner Konzern wohl eher mit einer ganz anderen Maßnahme. Geprüft wird zurzeit, ob eine Erweiterung des bestehenden Marktes im bisherigen Objekt möglich sei. Denn direkt nebenan liegt ein großes Ladenlokal im Dornröschenschlaf, das die Deutsche Bank bis zu ihrem Auszug genutzt hatte.

Wie dem letztlich auch sei, fest steht, dass sich das Gesicht der Speestraße in Sachen Gewerbe weiter verändert. Das hat auch Michael Schwarz, Pächter des Haus Merks, beobachtet, der seine Öffnungszeiten massiv ausweiten musste. „Es ist deutlich zu spüren, dass es hier schwerer wird. Umsätze gehen zurück, der Vermieter will sein Geld aber ja trotzdem haben. Darauf muss man als kleiner Betrieb reagieren, auch wenn das im Endeffekt bedeutet, dass wir fast eine 90-Stunden-Woche haben“, sagt Schwarz.

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