Rund 5000 Menschen ziehen vom Marktplatz zur Moschee: Die Organisatoren sind von der Resonanz überwältigt.

Ratingen
Ausgangspunkt der Kundgebung war der Marktplatz. Auf dem Weg zur Moschee kamen immer mehr Menschen hinzu. Die Polizei sprach am Ende der Demo von 5000 Teilnehmern.

Ausgangspunkt der Kundgebung war der Marktplatz. Auf dem Weg zur Moschee kamen immer mehr Menschen hinzu. Die Polizei sprach am Ende der Demo von 5000 Teilnehmern.

Achim Blazy

Ausgangspunkt der Kundgebung war der Marktplatz. Auf dem Weg zur Moschee kamen immer mehr Menschen hinzu. Die Polizei sprach am Ende der Demo von 5000 Teilnehmern.

Ratingen. Am Tag danach ist Pfarrer Matthias Leithe immer noch tief bewegt und beeindruckt von den Bildern, die er wohl nie vergessen wird. Zusammen mit seinem katholischen Kollegen Daniel Schilling hat er am Sonntagabend zu den Menschen auf dem Marktplatz gesprochen. Und dann sind die Bürger losgezogen. Es wurden immer mehr. Aus den Seitengassen kamen Leute hinzu, sie reihten sich ein. Am späteren Abend musste die Polizei die Teilnehmerzahl korrigieren: Zunächst war man von 3000 Menschen ausgegangen, doch dann zeigte sich, dass mindestens 5000 Bürger unterwegs waren. Sie alle setzten mit ihrer Teilnahme ein überaus deutliches Zeichen gegen Terror und Fremdenfeindlichkeit.

Vor der Moschee rückten die Menschen zusammen

Vor der Moschee zeigte sich ein beeindruckendes Bild: Viele rückten zusammen, um Platz zu schaffen für weitere Mitbürger. Emin Arslan von der Türkisch-Islamischen Gemeinde (DITIB) legte seine Sicht der Dinge dar. Die klare Botschaft: Menschen, die im Zeichen des Islam morden, haben diese Religion nicht verstanden. Am späten Abend wird immer mehr klar, warum sich so viele Menschen auf den Weg gemacht haben. Pfarrer Leithe, der Veranstaltungsleiter, begründet dies so: „Es war einfach an der Zeit, ein Zeichen zu setzen. Es war den Leuten ein Bedürfnis, Solidarität zu zeigen.“

Bürgermeister Klaus Konrad Pesch sprach ebenfalls vor der Moschee zu den Bürgern. Seit fast 20 Jahren ist er nun in Ratingen tätig, aber an eine Veranstaltung dieser Größenordnung konnte er sich nicht erinnern. Ratingen habe ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt, man dürfe sich in der Gesellschaft nicht auseinanderdividieren lassen.

Dass die Organisation der Veranstaltung sehr gut funktioniert hat, ist für Leithe und seine Kollegen ein wichtiger Aspekt. „Es hat alles super funktioniert, die Absprachen mit der Polizei haben geklappt.“ Und so waren auch Zivilbeamte unterwegs, die die Lage rund um den Zug genau beobachteten. „Und dann war da noch diese tolle Gastfreundschaft vor der Moschee“, berichtete Leithe, „man bot sogar Kaffee und Tee an.“

Demo war ein deutliches Zeichen für Toleranz

Beeindruckend waren auch die zahlreichen Lichter in der Dunkelheit. Zu den Teilnehmern gehörten auch Vertreter aus der Politik, Bundes- und Landtagsabgeordnete. Vereine und Verbände waren dabei. Pastor Schilling zeigte sich wie sein Kollege Leithe tief beeindruckt von der Veranstaltung. „Diese Kundgebung war einfach ein großartiger Erfolg“, betonte er. Kirchen und Religionen in Ratingen hätten ein deutliches Zeichen gesetzt – erstmalig in dieser geballten Form.

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