Der Rehbach hat einen kleinen Teich zum Überlaufen gebracht, der Einsatz am brüchigen Damm könnte noch Tage dauern.

Der Rehbach hat einen kleinen Teich zum Überlaufen gebracht, der Einsatz am brüchigen Damm könnte noch Tage dauern.
Der Rehbach, der von Hösel herabfließt, ist normalerweise ein kleines Rinnsal, ließ aber den künstlich angelegten Stauteich zum Überlaufen bringen.

Der Rehbach, der von Hösel herabfließt, ist normalerweise ein kleines Rinnsal, ließ aber den künstlich angelegten Stauteich zum Überlaufen bringen.

Die Wassermassen haben am Deichrand bereits einen langen und steilen Hang mitgerissen, auch Bäume stürzten um.

Hochleistungspumpen saugten pro Minute etwa 10 000 Liter Wasser aus dem Stauteich. Damit wurde der Druck vom Damm genommen.

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Der Rehbach, der von Hösel herabfließt, ist normalerweise ein kleines Rinnsal, ließ aber den künstlich angelegten Stauteich zum Überlaufen bringen.

Ratingen. Ein ungewöhnlicher Hochwassereinsatz hält seit Montagabend Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und Behörden in Atem: Ein Stauteich, der vom Rehbach gespeist wird, lief nach den enormen Regenfällen der vergangenen Tage über und drohte, einen Stauteich fortzuspülen. Akut überflutungsgefährdet waren Häuser entlang der Ruhrtalstraße in Heiligenhaus sowie ein tiefer gelegenes Gewerbegebiet in Essen-Kettwig.

Rund 50 Helfer waren ab Montagnachmittag im Einsatz

Von der Fluten ist bereits ein etwa 50 Meter langer Abschnitt eines mit Bäumen bestandenen Steilhanges weggespült worden. Bäume stürzten um, weitere waren zunächst akut absturzgefährdet. Den bis zu 50 Einsatzkräften gelang es, mit Hilfe zweier Hochleistungspumpen den Wasserstand des Sees um etwa 70 Zentimeter zu senken und so die Gefahr einer unkontrollierten Schlammlawine zunächst zu bannen. Der Deich ist etwa 40 bis 50 Meter breit und soll einen Ablauf haben, der aber offenbar in den vergangenen Tagen verstopfte.

Bereits seit Ende vergangener Woche habe man einen erhöhten Wasserstand in dem normalerweise nur fünf bis sechs Meter tiefen privaten Teich beobachtet, sagte Karl-Heinz Rau, Vertreter des Eigentümers, die Thyssen-Stiftung von Gut Landsberg. Von Freitag auf Samstag sei der See bereits leicht übergelaufen, doch hätte es von „verschiedenen Seiten“ Entwarnung gegeben. Er sei auch nicht das erste Mal voll gewesen.

Am Montagnachmittag jedoch habe sich die Lage dramatisch zugespitzt, so dass er Alarm geschlagen und Feuerwehr und Behörden informiert habe. Martin Langkamp, zuständiger Förster von Wald und Forst NRW, sah die Lage ähnlich. Durch den Hangrutsch seien nun etwa 2000 Quadratmeter für die Waldwirtschaft nicht mehr neu bepflanzbar. Aber mit Blick auf die Lage in einem Naturschutzgebiet sagte er, dass es nun eben ein neues Biotop werden.

Sorge bereiteten weitere Bäume, die abzurutschen und den Überlauf zu versperren drohten. Der gesamte Bereich ist von der Feuerwehr weiträumig abgesperrt worden. Der Waldboden ist nach den tagelangen Regenfällen völlig durchweicht, die Einsatzkräfte mussten durch knöchelhohen und klebrigen Matsch stapfen. Für die Einsatzkräfte hatte das THW eine Versorgungstation – vor allem mit heißen Getränken – aufgebaut.

Für Donnerstag werden neue starke Regenfälle erwartet

Gestern war ein Ende des Einsatzes nicht abzusehen. Mit Sorge blickten Wehrchef René Schubert und Einsatzleiter Michael Wolfsdorf auf die für Donnerstag angekündigten weiteren starken Regenfälle. Der Boden ist völlig durchnässt und entsprechend weich, er kann kein Wasser mehr aufnehmen. Das habe bereits dazu geführt, dass Wasser aus dem Fuß des Deiches ausgetreten sei. Daher wurde auch ein Deich-Spezialist angefordert. Deiche brechen stets von der Rückseite, wenn der Wasserdruck Material aus dem Innern ausschwemmt oder aber die Deichkrone überspült wird. Feuerwehr und THW lassen zwei Hochleistungspumpen laufen, die pro Minute insgesamt 10 000 Wasser aus dem See in den Rehbach leiten.

Eine Erdgeschosswohnung eines Hauses an der Ruhrtalstraße wurde sicherheitshalber geräumt, Sandsäcke sicherten den Keller. Die Gewerbebetriebe in Kettwig seien von der Stadt Essen gewarnt worden, so Wehrsprecher Markus Meyer.

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