Bürgermeister Harald Birkenkamp im Interview mit unserer Redaktion.

Auch eine weitere Amtszeit kann sich Birkenkamp gut vorstellen.
Auch eine weitere Amtszeit kann sich Birkenkamp gut vorstellen.

Auch eine weitere Amtszeit kann sich Birkenkamp gut vorstellen.

Da geht’s lang: Bürgermeister Harald Birkenkamp geht zuversichtlich ins neue Jahr.

Fries, Stefan (fr), Bild 1 von 2

Auch eine weitere Amtszeit kann sich Birkenkamp gut vorstellen.

Ratingen. Im Gespräch mit unserer Redaktion blickt Bürgermeister Harald Birkenkamp mit Zuversicht auf 2013.

Welche Schulnote würden Sie dem Jahr 2012 geben?

Harald Birkenkamp: Den Finanzen leider nur eine Vier minus – aber das war ja mit Ankündigung. Für die Entwicklung der Stadt würde ich eine glatte Zwei geben – wir haben viele Projekte nach vorne gebracht.

Welche meinen Sie?

Birkenkamp: Aufterbeck-Abriss, Sanierung des Weizsäcker-Gymnasiums, Renovierung des Stadtmuseums, die Dumeklemmer-Stiftung wurde anerkannt, wir haben das Jugendzentrum Hösel saniert, Spielplätze erneuert, die Bezirkssportanlage eingeweiht und die Musikschule hat erfolgreich ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Und das Stadtmarketing hat eine neue Geschäftsführerin.

Geboren wurde Harald Birkenkamp 1950 in Mettmann, wo er eine Ausbildung in der Stadtverwaltung zum Diplom-Verwaltungswirt absolvierte und Kämmerer wurde. Von 1989 bis 1996 war er Beigeordneter und Kämmerer in Hilden. Bereits 1986 bis zu seinem Austritt im Jahre 2003 war er Mitglied der CDU. 2004 wurde er Mitglied der neu gegründeten Bürger-Union, die ihn zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten wählte. Seit acht Jahren ist er hauptamtlicher Ratinger Bürgermeister.


Birkenkamp verabscheut Bürokratie, ist mehr Pragmatiker als Beamtentyp. Er wird von vielen als sperrig empfunden, überrascht aber oft mit hintersinnigem Humor. Seine knappe Freizeit verbringt er am liebsten mit Ehefrau Gisela, Tochter und Enkelin oder Radfahren.

Was lief 2012 nicht rund?

Birkenkamp: Das kann ich so gar nicht sagen. Natürlich macht uns die Eissporthalle gerade große Sorgen. Da werden wir jetzt – auch arbeitsrechtlich – alles abklopfen, ob im Vorfeld beim Gutachter und auch im Fachamt alles richtig gelaufen ist oder ob es Versäumnisse gab. Insgesamt bin ich von 2012 nicht so enttäuscht. Bei einer wichtigen Firmenansiedlung ist der Ball fast im Tor.

Was erwarten Sie im neuen Jahr?

Birkenkamp: Da wird sich vieles tun in der Stadt: Das Rathaus wird leer gezogen, mit dem neuen Stadttor geht es weiter, das Parkhaus Kirchgasse wird abgerissen, und das Projekt Markt 17-20 kommt in die Gänge.

Und der Düsseldorfer Platz?

Birkenkamp: Auch da geht es weiter, allerdings gibt hier die Rheinbahn das Tempo vor. Bis Mitte Juli muss die Planung stehen. Außerdem wird die Turnhalle im Schulzentrum West fertig. Und ganz wichtig: Bei den Finanzen können wir etwas aufatmen.

Apropos Finanzen: In diesem Jahr gab es keine besondere Firmenansiedlung.

Birkenkamp: Man kann nicht jedes Jahr einen großen Namen anlocken. Genauso wichtig ist, auch die Firmen vor Ort zu pflegen.

Die Stadt Monheim hat ihre Gewerbesteuer auf sensationelle 300 Punkte gesenkt, um Firmen anzulocken. Ist denn schon ein Monheim-Effekt zu spüren?

Birkenkamp: Was die gemacht haben, ist bemerkenswert. Ich gehöre nicht zu denen, die das kritisieren – im Gegenteil. Wenn morgen zwei, drei Firmen zu uns kämen und die Garantie gäben, für mehrere Jahre hohe Gewerbesteuern zu zahlen, würde ich das auch hier dem Rat vorschlagen.

Was wird die größte Herausforderung 2013?

Birkenkamp: Sicher werden die vielen Großbaustellen in der Innenstadt eine starke Belastung: neues Stadttor, Markt 17-20, Rathaus, Parkhaus Kirchgasse. Aber ich verstehe nicht die Aufregung und Unruhe – auch jetzt bei der Stadttor-Baustelle.

Was wird 2013 besser?

Birkenkamp: Es gibt keine Steuererhöhungen für die Bürger und die Innenstadt wird sich verändern – zum Besseren.

Blicken wir etwas weiter in die Zukunft: Wollen Sie noch einmal als Bürgermeister-Kandidat antreten?

Birkenkamp: Ja, wenn der liebe Gott mir meine Gesundheit erhält, würde es mir Spaß machen, noch einmal anzutreten.

Also eine dritte Amtszeit?

Birkenkamp: Warum denn nicht? Im Jahr 2020 wäre ich dann 70 (lacht).

Haben Sie denn keine Lust auf den Ruhestand?

Birkenkamp: (überlegt) Jein, ich habe eigentlich eine andere Vorstellung von Ruhestand. Ich bin fast jeden Samstag hier im Rathaus, es macht mir Spaß zu arbeiten, zu gestalten, die Stadt zu entwickeln. Das ist nicht nur Stress. Klar, manchmal hätte ich auch gerne mehr Freizeit.

Warum wollen Sie nicht schon 2014 die Bürgermeisterwahl zusammen mit der Kommunalwahl?

Birkenkamp: Ich bin für sechs Jahre gewählt worden und mache die sechs Jahre auch.

Die Wähler haben sich nur mehrheitlich für den Kandidaten Birkenkamp entschieden. Die Frage, fünf oder sechs Jahre, stand doch gar nicht zur Debatte.

Birkenkamp: Die FDP hatte ursprünglich eine noch längere Amtszeit gewollt.

Wäre 2014 denn nicht vorteilhafter für Sie und die Bürger-Union, da die CDU noch gar keinen Kandidaten präsentiert hat?

Birkenkamp: Das ist egal. Wenn die CDU allerdings den Hanno Paas vorschlagen würde, dann hätte ich Probleme (lacht).

Vor einem Jahr hatten Sie sich vorgenommen, mehr Zeit mit der Enkelin zu verbringen.

Birkenkamp: Das habe ich auch umgesetzt. Gerade erst habe ich eine Stunde freigenommen, um bei ihrem Krippenspiel im Kindergarten dabei zu sein. Und noch etwas: Erstmals habe ich in 2012 meinen Jahresurlaub genommen – das möchte ich 2013 auch wieder.

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