Um Platz für Neuanschaffungen zu haben, veranstaltet das Medienzentrum einen Trödelmarkt mit alten Büchern, CDs und DVDs.

Erika Münster-Schröer und Alexander Schwedt sortieren Bücher für die Trödelaktion am kommenden Samstag aus.
Erika Münster-Schröer und Alexander Schwedt sortieren Bücher für die Trödelaktion am kommenden Samstag aus.

Erika Münster-Schröer und Alexander Schwedt sortieren Bücher für die Trödelaktion am kommenden Samstag aus.

Achim Blazy

Erika Münster-Schröer und Alexander Schwedt sortieren Bücher für die Trödelaktion am kommenden Samstag aus.

Ratingen. Büchereien sorgen mit ihrem Angebot für Abwechslung. Ist es draußen zu heiß, verschaffen Krimis eine Gänsehaut, ist das Leben zu langweilig, nehmen Fantasy-Romane mit in unbekannte Welten. Und damit das so bleibt, wird die Ratinger Bibliothek regelmäßig ausgemistet. Natürlich, um so Platz für Neues zu schaffen. Und das, was raus muss, kann beim Büchertrödel für kleines Geld von jedermann erworben werden.

„Manchmal kaufen sich Leute hier ein Buch, was sie besonders gern hatten, obwohl sie es schon oft ausgeliehen haben.“

Erika Münster-Schröer, Leiterin der Stadtbücherei

Diesen Trödelmarkt gibt es, seitdem es das Medienzentrum gibt, vermutet Stadtbüchereichefin Erika Münster-Schröer. „Und vermutlich auch schon davor im Bürgerhaus“, sagt sie und erzählt: „Manchmal kaufen sich Leute hier ein Buch, was sie besonders gern hatten, obwohl sie es schon oft ausgeliehen haben.“ Vor allem für junge Leser spiele das Thema „Lieblingsbuch“ zum Kleinstpreis eine Riesenrolle.

Eigentlich stünde dieser Schnäppchenmarkt turnusgemäß erst im April an. „Aber diesmal haben wir dann kaum noch Platz, weil Briefwahlbüros für das Bürgerbüro im Lesecafé aufgebaut werden“, erklärt Münster-Schröer den früheren Termin. Kurzerhand haben deshalb die Lektoren des Medienzentrums am Peter-Brüning-Platz jetzt geguckt, was raus muss. Sie informieren sich dazu über die sogenannten Nuller-Listen. „Interne Auswertungen zeigen genau, wann welches Medium ausgeliehen wird“, erklärt die Büchereileiterin. Stimmt die Quote nicht, wird ein Buch aussortiert. Verstärkt gilt das für die Präsenzbibliothek bei Sachbüchern. Von ihrer Aktualität leben außerdem Ressorts wie Reiseführer, Rechtstitel oder die sogenannte Schul-O-Thek.

Die aussortierten Medien landen im Büchertrödel. Am kommenden Samstag ab 10 Uhr in den diversen Fundgruben zu stöbern, ist ausdrücklich erwünscht. Wer sich auf der Suche nach Schätzen beraten lassen möchte, kann ins Gespräch mit Mitarbeitern und Chefin kommen.

Im vergangenen Jahr brachte der Verkauf 5400 Euro ein

Sprichwörtlich weg wie die warmen Semmeln gehen Krimis und Belletristik, dazu Kinderbücher. „Gern auch Reiseführer“, sagt Münster-Schröer. Manchmal sind ältere Kunstbücher dabei. „Die kaufen sich dann Menschen, die sich das sonst niemals leisten könnten“, lautet eine Vermutung der Mitarbeiter. Gern genommen werden auch CDs, da oft ganz spezielle Musik der Genres Jazz, Country und Folk dabei ist. Allerdings werden davon wenig aussortiert, da sie wenig Platz brauchen.

Traditionelle Ladenhüter gibt es nicht. Der Trödel bleibt immer stehen, bis alles weg ist. Extra-Tipp für Pfennigfuchser: Verbliebene Rest-Bücher werden sogar verschenkt.

Der Trödelmarkt lohnt sich für die Bücherei. „Im vergangenen Jahr wurden 5400 Euro ertrödelt“, sagt Münster-Schröer. Das Geld wird für Neuanschaffungen investiert. Wie etwa den Ausleih-Hit des Jahres 2016 mit 141 Ausleihen, den Spitzenreiter der Kinderliteratur, nämlich Jeff Kinneys „Gregs Tagebuch – So ein Mist“. Weitere Medien mit riesiger Ausleihquote sind im Ressort Zeitschrift der Titel „Meine gute Landküche“ (69 Ausleihen) und unter den Sach-DVD der Silberling „Was macht uns fit/fett?“ mit 43 Ausleihen.

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