Durch die Arbeiten und ständig neuen Umleitungen in der City bleiben die Kunden weg. Bis zu 30 Prozent fehlen.

Die Händler machen die zahlreichen Baustellen in der Stadt für den Kundenrückgang verantwortlich.
Die Händler machen die zahlreichen Baustellen in der Stadt für den Kundenrückgang verantwortlich.

Die Händler machen die zahlreichen Baustellen in der Stadt für den Kundenrückgang verantwortlich.

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Die Händler machen die zahlreichen Baustellen in der Stadt für den Kundenrückgang verantwortlich.

Ratingen. Gestern wurden auf der Düsseldorfer Straße die Bauarbeiten wie geplant wieder aufgenommen: Die wichtige Einfallskreuzung Wallstraße/Grabenstraße/Düsseldorfer Straße ist wieder frei – dafür ist die Düsseldorfer Straße bis zum alten Amtsgericht gesperrt. Auf dem Platz selbst ruhten gestern noch die Arbeiten: Dabei warten die Innenstadtkaufleute sehnlichst auf ein Ende aller Bauarbeiten in der City: Sie beklagen Umsatzeinbrüche beziehungsweise einen Kundenrückgang um bis zu 30 Prozent.

„Lintorf ist ein Paradies im Gegensatz zur Innenstadt.“

Markus Beyer, Inhaber der Reformhäuser am Markt und Lintorf

Obst- und Gemüsehändler Ronald Aalbers hat seit Jahr und Tag einen Kundenzähler installiert: „Ich habe 30 Prozent weniger Kunden.“ Das habe bereits mit dem Abriss des Rathauses angefangen: Die etwa 1000 Mitarbeiter fehlten plötzlich in den Innenstadt. Dann kamen die Baustellen. Aalbers denkt über eine Petition nach.

Auch Markus Beyer, Inhaber der Reformhäuser am Markt und in Lintorf, beobachtet die Situation seit Jahren mit großen Sorgen. Sein Kundenschwund sei sicherlich „deutlich im zweistelligen Bereich“. Der erste radikale Schnitt sei der Rathaus-Abriss gewesen. Es fehlten plötzlich die Mitarbeiter. Sein Laden sei von hinten schwerer zu erreichen gewesen für Kunden, die auch mal was Größeres einladen wollen. Die Leute kauften dort ein, wo sie gut hinkämen und gut parken könnten. Dazu gehörten eben auch auch feste Wege: Sind die dicht, „kaufen sie eben woanders ein“. Das sei der Tenor gewesen in vielen Kundengesprächen. Ständig wechselnde Umleitungen erschwerten die Anfahrt zusätzlich. „Ich hatte im Jahr 2016 insgesamt 14 Prozent weniger Kunden. Das ist eine Hausnummer“, so Beyer. „Das Weihnachtsgeschäft im November und Dezember hat so gut wie nicht stattgefunden“, sagte Beyer. Doch darauf sei man dringend angewiesen, um „den Sommer zu überleben“. Auch die Markthändler bekämen das zu spüren: Gestern war der Markt sehr übersichtlich. Am ersten Markttag nach Weihnachten seien es gerade mal zwei Stände gewesen. Bei ihm selbst seien an diesem Tag es 40 Prozent weniger Kunden als genau vor einem Jahr gewesen. Immer wieder werde bei den Beschickern darüber diskutiert, einen Markttag zu kappen.

Beyer zieht einen Vergleich zu Lintorf: „Das ist ein Paradies im Gegensatz zur Innenstadt.“ Meist zwei Stunden gratis parken, und mit dem Auto würde man alles gut erreichen. Wenn im Frühjahr Edeka Kels in Ost eröffnet, rechnen die Kaufleute mit einem weiteren Schwund.

Manuela Kessler, Vorsitzende der Innenstadt-Werbegemeinschaft Citykauf, ist bereits in Gesprächen mit der Wirtschaftsförderung: Die Händler brauchen dringend Hilfe. Vorrangig müssten nun die Baustellen so schnell wie möglich beendet werden, sagte sie gestern. „Und wir brauchen Parkplätze.“ Die Tiefgarage am Beamtengässchens seien dringend nötig.

Kessler erinnert an die lange Bauzeit in der Bechemer Straße vor einigen Jahren: „Es hat sehr, sehr lange gedauert, bis die Kunden wiedergekommen sind.“

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