Die Duisburger Straße sollte im Herbst fertig sein, jetzt dauern die Arbeiten an – eine Millionen Euro Mehrkosten.

Sanierung
Auf der Duisburger Straße wird der Belag erneuert – sehr zum Unmut der Anwohner. Die Arbeiten sollten im Herbst fertig sein.

Auf der Duisburger Straße wird der Belag erneuert – sehr zum Unmut der Anwohner. Die Arbeiten sollten im Herbst fertig sein.

Stefan Fries

Auf der Duisburger Straße wird der Belag erneuert – sehr zum Unmut der Anwohner. Die Arbeiten sollten im Herbst fertig sein.

Ratingen-Lintorf. „Das ist schon eine Zumutung sondergleichen“, sagt Gabriele Peckmann verärgert. Zwei Jahre lang Baggerlärm, Lastwagenverkehr, Baumaterial am Straßenrand, Staub, Dreck, Sperrungen und Umleitungen. Wie alle Anwohner und Händler an der Duisburger Straße hatte sie vergeblich gehofft, dass im Spätherbst 2013 die Dauerbaustelle vor ihren Häusern endlich fertig sein würde. „Es wird noch ein paar Wochen dauern“, sagt Dirk Winkelmann, Abteilungsleiter im Tiefbauamt. Grund: Um den lärmmindernden Asphalt aufzubringen, brauche es trockenes und wärmeres Wetter. „Wenn wir Pech haben, dauert es bis Mai.“

Aber nicht nur die Dauer der Bauarbeiten, sondern auch die Kosten sorgen für Unmut. So mussten beim Kanalbau mehr als 420 000 Euro und beim Straßenbau sogar knapp 600 000 Euro nachgelegt werden.

Hochofenschlacke aus dem Untergrund teuer entsorgt

„Wir mussten tiefer bauen als geplant“, erklärt Winkelmann den kostentreibenden Mehraufwand. Dazu kam, dass im tieferen Bereich belastete Hochofenschlacken als Straßenuntergrund eingebaut worden waren. Die durften nicht recycelt, sondern mussten teuer entsorgt werden. Trotz verschiedener Bodenuntersuchungen sei das nicht absehbar gewesen.

Deutlich teurer wurde es auch, die Wurzeln der gefällten Straßenbäume zu entfernen. Winkelmann: „Die waren extrem um die Versorgungsleitungen im Boden herumgewachsen und mussten mit Kleingerät und Handarbeit herausgeholt werden. Der Bagger hätte die Leitungen mit herausgezogen.“

Unvorhergesehene Hindernisse gab es auch beim Kanalbau: Im Bereich Im Kreuzfeld musste komplett umgeplant werden, weil im Boden Postleitungen lagen, wo sie gar nicht vorgesehen waren. „Das war die Hauptleitung zur Postfiliale – mit 24 Kabelkanälen und Lichtleitern.“ Jetzt müssen die ein Meter dicken Kanalrohre unter dem winzigen Wedenhof und dem Grünweg umverlegt werden. Winkelmann: „Das dauert bestimmt bis Mai oder Juni.“

Mehr und vor allem belasteter Bodenaushub hat allein beim Straßenbau die Kosten nach oben getrieben.
 

Die Kosten sind von veranschlagten 928 000 Euro auf nunmehr 1,48 Millionen gestiegen.

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