Eine Bürgerinitiative will die Plätze „An der Lilie“ und „Auf der Aue“ erhalten oder dort Freizeitangebote schaffen.

Eine Bürgerinitiative will die Plätze „An der Lilie“ und „Auf der Aue“ erhalten oder dort Freizeitangebote schaffen.
Baudezernent Jochen Kral (l.) diskutiert mit Markus Sondermann von der Initiative „Ratinger für den Erhalt von Sportplätzen“ über die Zukunft der Areale. Archiv

Baudezernent Jochen Kral (l.) diskutiert mit Markus Sondermann von der Initiative „Ratinger für den Erhalt von Sportplätzen“ über die Zukunft der Areale. Archiv

Joachim Preuß

Baudezernent Jochen Kral (l.) diskutiert mit Markus Sondermann von der Initiative „Ratinger für den Erhalt von Sportplätzen“ über die Zukunft der Areale. Archiv

Ratingen. Die Debatte um mögliche Bauprojekte auf den Sportanlagen im Bereich „An der Lilie“ und „Auf der Aue“ geht in die nächste Runde. Die Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt und die Sanierung der Areale einsetzt, wagt nun einen neuen Vorstoß. „Wir haben die vergangenen Monate mit intensiven Gesprächen mit vielen Bürgern genutzt, um die Bedürfnisse der Nutzung dieser Freiräume zu klären. Viele Bürger sind mit verschiedenen Ideen und Vorstellungen für die freizeitsportliche Nutzung der Sportplätze auf uns zugekommen“, betonte Markus Sondermann, Sprecher der Bürgerinitiative „Ratinger für den Erhalt von Sportplätzen“.

In den vergangenen Jahrzehnten sei eine große Zahl ehemaliger Freiräume zum Spielen und Bewegen weggefallen, und im Gegenzug sei der Straßenverkehr erheblich gestiegen. Es dürften deshalb nicht weitere Freiflächen vernichtet werden. Bereits vorhandene Freiräume müssten für die Bewegung, Spiel und Sport erhalten und an die Bedürfnisse der Zeit angepasst werden, sagte Sondermann.

Freiflächen seien insbesondere in der Form, wie sie gestaltet werden, von weitreichender Bedeutung für die Umwelt, das Klima und den Ressourcenschutz in den Städten und Gemeinden und seien wichtig für die biologische Vielfalt. „Sportflächen müssen daher mehr als Lebensraum betrachtet werden. Sie bieten einen Vorteil für alle. Sie fördern die soziale Kompetenz; bieten Kindern einen multifunktionalen Freiraum, Fähigkeiten zu trainieren, die sie auch im Straßenverkehr brauchen. Gleichzeitig sind sie auch generationsübergreifender Treffpunkt für alle Bürger“, führte Sondermann weiter aus. „Schließlich ist der gesundheitliche positive Effekt immer stärker zu berücksichtigen, wie uns Sportwissenschaftler in unseren Gesprächen immer wieder bestätigten.“

„Uns liegt eine umfangreiche Liste vor, die wir gerne in die Diskussion mit einbringen wollen.“

Stefan Dietrich, Bürgerinitiative

Im Austausch mit Bürgern hat die Bürgerinitiative einen Eindruck von der Vielfalt der Bedürfnisse und der Ideen bekommen, die sich die Ratinger für ihre Stadt wünschen. Besonders interessant sind dabei die geforderten ganzheitlichen Nutzungsmöglichkeiten für alle Generationen.

Die konkreten Wünsche der Bürger reichen dabei vom Kleinspielfeld über Boule-Bahnen, eine Inliner-Strecke und Bewegungsgeräte bis hin zu Flächen für Yoga und Entspannungsport. „Uns liegt eine umfangreiche Liste vor, die wir gerne in die Diskussion mit einbringen wollen“, ergänzte Stefan Dietrich von der Bürgerinitiative.

Bei der Verwaltung wurde entsprechend den Empfehlungen im Sportentwicklungsplan eine koordinierte Planungsgruppe eingesetzt, die bereits am 22. März einmal getagt hat. Vor diesem Hintergrund hat sich die Bürgerinitiative an die Verwaltung gewandt und um Teilnahme an dieser Planungsgruppe gebeten. „Leider liegt bis heute noch keine Antwort vor. Wir hoffen aber, dass die Verwaltung die Chance der angebotenen Bürgerbeteiligung nutzen wird. Wir sind davon überzeugt, dass nur im Dialog mit den Ratinger Bürgern eine zukunftsweisende Gestaltung der Sportplätze ermöglicht werden kann. Es dürfen nicht weitere Freiflächen vernichtet werden, sondern sie müssen für die Bewegung, Sport und Spiel erhalten bleiben“, bilanzierte Sondermann. Die Stadt plant die Schaffung preiswerten Wohnraums auf der Sportanlage im Bereich „An der Lilie“, eventuell auch den Bau einer Kita. Laut Verwaltung gehören mehr bezahlbare Wohnungen und neue Kitas zu den zentralen Zukunftsprojekten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer