Die Verkehrsproblematik im Lintorfer Norden ist bekannt. Nun tut sich dort eine neue Baustelle auf.

Ratingen
Die Anwohner der Straße „An den Dieken“ sind sauer: Die erhöhte Verkehrsbelastung rund um das Gewerbegebiet Siemensstraße bringt sie regelmäßig um den Schlaf.

Die Anwohner der Straße „An den Dieken“ sind sauer: Die erhöhte Verkehrsbelastung rund um das Gewerbegebiet Siemensstraße bringt sie regelmäßig um den Schlaf.

Achim Blazy

Die Anwohner der Straße „An den Dieken“ sind sauer: Die erhöhte Verkehrsbelastung rund um das Gewerbegebiet Siemensstraße bringt sie regelmäßig um den Schlaf.

Es ist eine schwierige Situation, die sich im Lintorfer Gewerbegebiet an der Siemensstraße auftut. Interessen von Firmen und Anwohnern prallen dort aufeinander. Deshalb haben sich die Bezirkspolitiker des Stadtteils jetzt der Sache angenommen, waren vor Ort, um sich die Probleme genau schildern zu lassen. „Morgens um 6 Uhr ist die Nacht hier vorbei“, sagt einer der Anlieger wütend.

Mehr als 40 Busse fahren frühmorgens auf der Straße

Er hat sein Schlafzimmer direkt zur Straße – und zwar genau an der Stelle, wo die Siemensstraße, die eine Einbahnstraße ist, auf die Straße „An den Dieken“ trifft. Das Problem: In dem Gewerbegebiet sitzt ein Busunternehmen, dessen Fahrzeuge nicht nur im Reiseverkehr eingesetzt sind, sondern auch für Schulfahrten und Linienverkehr genutzt werden. An einem Morgen sollen es laut Anwohnerzählung zwischen 5.57 Uhr und 7.25 Uhr über 40 Busse gewesen sein, die aus der Siemensstraße fuhren: „Und die schalten dann beim Abbiegen natürlich immer runter, um anschließend wieder zu beschleunigen. Das ist eine ungeheure Lärmbelästigung“, so der Anwohner weiter.

Parkverbot wäre ein Problem

Jörg Maaßhoff, Vorsitzender des Ausschusses, hat ein offenes Ohr für das Problem: „Dass die Verkehrsbelastung im Lintorfer Norden allgemein höher geworden ist und etwas geschehen muss, ist bekannt. Dass es nun aber auch hier so akut wird, ist eine Situation, die wir so nicht auf dem Schirm hatten.“ Denn das Problem ist nicht nur die Zunahme des Verkehrs, sondern auch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die hier durchfahren und das Parkverhalten.

„Die Mitarbeiter der Firmen müssen schließlich irgendwo parken“, sagt FDP-Urgestein Werner Uferkamp, schränkt aber ein: „Das darf natürlich nicht zu gefährlichen Situationen führen oder für den Bus- und Lkw-Verkehr langwieriges Rangieren bedeuten.“

Allerdings, so Uferkamp, gäbe es auch für die Anwohner damit deutliche Probleme: „Wenn dort das Parken verboten wird, gilt das natürlich für alle, auch für die Anwohner.“

Wie das Problem überhaupt zu lösen ist, darüber haben Anwohner und Politik unterschiedliche Vorstellungen.

Eine teilweise Aufhebung der Einbahnstraßenregelung auf der Siemensstraße, damit der Verkehr an deren Einfahrt auch abfließen kann, fanden die Mitglieder des Bezirksausschusses nicht sinnvoll: „Dann haben die Anlieger an diesem Teil der Straße die Probleme, die jetzt hier sind“, meint Detlev Czoske von der Bürger Union.

Überwiegend positiv beurteilen Anwohner im hinteren Bereich der Straße „An den Dieken“ die Regelung, dass der Verkehr aus der Siemensstraße nicht mehr nach rechts in ihre Richtung abbiegen darf.

Das war lange ein Problem, weil dies der direkte Weg zur Auffahrt der A 524 war. „Die meisten Lkw-Fahrer halten sich daran“, so die Beobachtung eines Anwohners.

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