Die Reparatur der Bahnsteigkante am Bahnhof Hösel dauert noch zwei bis drei Wochen. So lange müssen Fahrgäste der S 6 auf Ersatzbusse und Taxen umsteigen.

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Der Bahnsteig in Richtung Essen ist seit Ende vergangener Woche gesperrt, die Bahnen halten hier nicht mehr. Ab Hösel fahren deshalb Ersatzbusse nach Kettwig, von Ratingen-Ost aus sind Taxen nach Hösel im Einsatz.

Der Bahnsteig in Richtung Essen ist seit Ende vergangener Woche gesperrt, die Bahnen halten hier nicht mehr. Ab Hösel fahren deshalb Ersatzbusse nach Kettwig, von Ratingen-Ost aus sind Taxen nach Hösel im Einsatz.

Stefan Fries

Der Bahnsteig in Richtung Essen ist seit Ende vergangener Woche gesperrt, die Bahnen halten hier nicht mehr. Ab Hösel fahren deshalb Ersatzbusse nach Kettwig, von Ratingen-Ost aus sind Taxen nach Hösel im Einsatz.

Hösel. „Bis Freitag wird das nichts. Das dauert länger – bestimmt noch zwei bis drei Wochen.“ Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn, der seinen Namen nicht genannt haben will („das gibt sonst Ärger“) schüttelt den Kopf angesichts der Ahnungslosigkeit, die seine Vorgesetzten an den Tag legen.

„Wegen Frostschäden bleibt der Bahnsteig voraussichtlich bis Freitag, 14. Januar, gesperrt“ – teilt die Bahn per Aushang seit Anfang der Woche im Schaukasten am Höseler S-Bahnhof mit.

Der Schienenersatzverkehr mit Bus und Taxi läuft nur schleppend an

Ende vergangener Woche war durch Frost ein Stück der Bahnsteigkante am Gleis 1 abgebrochen, seitdem fahren die Bahnen in Richtung Essen am Haltepunkt Hösel einfach durch. Für die Fahrgäste sei ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, ließ die Bahn mitteilen. Nur: Am Montag gab es gar keinen, am Dienstag standen ein paar Taxen bereit, die aber das Fahrgastaufkommen weder bewältigen konnten noch wollten.

Unrühmlicher Höhepunkt: Etwa 150 Schüler warteten vergeblich am Morgen auf ihre Beförderung in Richtung Essen-Kettwig und -Werden. Auch WZ-Leserin Jennifer Jürgens stand fast 40 Minuten in der Kälte, bis sie und andere Fahrgäste auf die Idee kamen, erst in die falsche Richtung bis Ratingen-Ost zu fahren und dort in die S-Bahn nach Essen umzusteigen.

„Das mit dem Taxi war völliger Murks“, gibt der Bahnmitarbeiter unumwunden zu. Seit gestern sind nach Kettwig Busse im Einsatz, die im 20-Minuten-Takt vor dem Bahnhofsgebäude abfahren. Ab Ratingen-Ost sind nach Hösel Taxen im Einsatz. Diese Provisorien werden mindestens bis Ende Januar andauern. Denn die Reparatur der Bahnsteigkante zieht sich hin. Rund 40 Meter wurden bislang erneuert, gut 110 Meter sind noch zu reparieren.

Auch Bürgermeister Birkenkamp kritisiert die Situation in Hösel

Etwa jede Viertelstunde muss der siebenköpfige Bautrupp seine Arbeit unterbrechen, Werkzeuge beiseite schaffen und die Gleise freimachen: Dann rauscht wieder ein Zug durch den Bahnhof. „Die Sicherheit hat absoluten Vorrang. Ein kontinuierliches Arbeiten ist unter diesen Bedingungen natürlich nicht möglich“, erklärt der Mitarbeiter der Bahn. Die Arbeiten würden sich aber noch länger hinziehen, falls die S-Bahnen in Hösel halten.

Die Deutsche Bahn korrigierte gestern prompt die bisherige Dauer der Sperrung und kündigte an, dass die Bauarbeiten wohl bis Ende Januar dauern würden.

Inzwischen hat auch Bürgermeister Harald Birkenkamp in einem Schreiben an die Bahn gegen die Zustände in Hösel protestiert. „Die Situation ist den auf die S 6 angewiesenen Nahverkehrskunden nicht dauerhaft zumutbar, zumal auch der Schülerverkehr massiv betroffen ist.“ Er fordert die Bahn auf, den regulären Betrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. In Anbetracht der hohen Aufwendungen für den S-Bahn-Betrieb und der Stationsgebühren könne ein „zuverlässiger, pünktlicher Bahnbetrieb“ erwartet werden.

Birkenkamp drängte zudem darauf, auch den Bahnhof Hösel in das Ausbauprogramm der Deutschen Bahn aufzunehmen.

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