Die Debatte über unhaltbare Zustände in Asylbewerberheimen weitet sich aus.

Ratingen
Wie auf dem Parkplatz eines Autohändlers: Nicht zugelassene Gebrauchtwagen stehen auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft an der Straße Am Sondert in Breitscheid.

Wie auf dem Parkplatz eines Autohändlers: Nicht zugelassene Gebrauchtwagen stehen auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft an der Straße Am Sondert in Breitscheid.

Achim Blazy

Wie auf dem Parkplatz eines Autohändlers: Nicht zugelassene Gebrauchtwagen stehen auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft an der Straße Am Sondert in Breitscheid.

Die Debatte um unhaltbare Zustände an einigen Flüchtlingsunterkünften weitet sich aus. Wie unsere Zeitung bereits berichtete, steht die Unterkunft an der Mettmanner Straße angesichts massiver Mängel vor dem Aus – wie Sozialdezernent Rolf Steuwe jetzt bestätigt. Man werde Reparaturen vornehmen und das Gebäude auf Vordermann bringen, so der Erste Beigeordnete, doch eine langfristige Zukunft habe das Gebäude, das der Stadt gehört, definitiv nicht.

Mehr Kontrollen seien notwendig, sagt der Dezernent

Steuwe räumte ein, dass man im Bereich der sozialen Kontrolle neue Maßnahmen ergreifen müsse. Damit schwenkt der Dezernent auf die Linie der SPD ein, die fordert, dass jede Unterkunft einen fest installierten Hausmeister benötigt.

Eine Rundfahrt einiger CDU-Politiker hatte den Anstoß zur Diskussion über die Unterbringungsstandards gegeben. In den Blickpunkt rückte dabei auch die Flüchtlingsunterkunft an der Straße Am Sondert in Breitscheid. „Die CDU-Besucher waren irritiert über die zahlreichen Autos, die ohne Kennzeichen dort standen“, betonte Fraktionschef Ewald Vielhaus. Aus Gesprächen im Umfeld der Unterkunft war zu erfahren, dass dort ein „florierender Autohandel“ vorherrscht. Nun wollen die Christdemokraten die Geschäfte mit Pkw schnellstmöglich unterbinden, Steuwe kennt den Sachverhalt bereits und will der Sache nachgehen.

Ein Fall für die Gewerbeaufsicht

Dass Asylbewerber versuchten, ihre finanzielle Situation zu verbessern, sei bekannt, teilte ein Polizeisprecher mit. Auf jeden Fall sei das Ganze ein Fall für die Gewerbeaufsicht. Dass dieser Standort mit Hilfe von Pavillons erweitert werden soll, stößt im politischen Raum auf zunehmende Ablehnung. SPD-Fraktionschef Christian Wiglow betonte: „Der Ratsbeschluss, noch mehr Menschen am völlig ungeeigneten Standort ,Am Sondert’ unterzubringen, ist ein Fehler – und ein kostenträchtiger dazu.“ Es sein unvertretbar, planerisch knapp eine Million Euro dort zu investieren, denn man wisse, dass die Folgeprobleme dort kaum lösbar seien.

Die SPD spricht sich dafür aus, den citynahen Standort „Am Krumbachskothen“ auszubauen. So sieht es auch die CDU. Steuwe kündigte unterdessen an, dass sich der Verwaltungsvorstand mit Bürgermeister Klaus Pesch an der Spitze mit der Problematik sehr zeitnah befassen werde. Steuwe betonte, dass man fürs Frühjahr mit einer weiteren deutlichen Zunahme der Flüchtlingszahlen rechnen müsse.

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