Das Kind hat sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei selbst stranguliert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Unglück
Im Wohnhaus für Alleinerziehende des SkF in Ratingen hat sich am Samstag das tragische Unglück ereignet, bei dem ein 14 Monate altes Mädchen gestorben ist.

Im Wohnhaus für Alleinerziehende des SkF in Ratingen hat sich am Samstag das tragische Unglück ereignet, bei dem ein 14 Monate altes Mädchen gestorben ist.

Stefan Fries

Im Wohnhaus für Alleinerziehende des SkF in Ratingen hat sich am Samstag das tragische Unglück ereignet, bei dem ein 14 Monate altes Mädchen gestorben ist.

Ratingen. Ein tragisches Unglück hat sich am Samstagabend in einem Wohnhaus für alleinerziehende Mütter des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF) in Ratingen ereignet. Ein 14 Monate altes Mädchen hat sich in ihrem Laufstall mit einem Spielzeug selbst stranguliert. Wie die Polizei mitteilt, rief die Mutter, die mit ihrem Baby in dem Wohnhaus lebt, den Notarzt, nachdem sie ihr Kind leblos gefunden hatte. Dieser konnte für das Kleinkind allerdings nichts mehr tun und nur noch den Tod feststellen.

„Zurzeit liegen weder Hinweise zu einem vorsätzlichen Tötungsdelikt noch zu einer Vernachlässigung des Kindes vor.“

Christoph Kumpa, Staatsanwalt

Nach dem Drama im Ratinger Süden nahm eine Mordkommission aus 14 Düsseldorfer und Mettmanner Kriminalisten sofort ihre Arbeit auf. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ordnete eine Obduktion des Leichnams an. Diese wurde am Sonntag durchgeführt. Mit endgültigen Ergebnissen wird in den kommenden Tagen gerechnet.

Die 30-Jährige Mutter wurde zunächst vorläufig festgenommen, weil nach Angaben der Polizei ein Fremdverschulden nicht ausgeschlossen werden konnte. Allerdings, so Staatsanwalt Christoph Kumpa gegenüber der WZ, gebe es keinen Hinweis, dass es sich um eine vorsätzliche Tat handelt. Deshalb wurde die Mutter am Sonntag im Laufe des Tages aus der Haft entlassen.

Der Mutter wurden Angebote zur psychologischen Betreuung gemacht

Kumpa: „Nach Aussagen der 30-jährigen Mutter handelt es sich bei dem Tod ihrer Tochter um einen tragischen Unglücksfall. Dabei hat sich das bereits mittags zum Schlafen gelegte Mädchen in seinem Kinderbett mit einem Spielzeug selbst stranguliert. Diese Darstellung kann von den bisherigen Ermittlungen der Mordkommission und dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion nicht widerlegt werden. So liegen zur Zeit weder Hinweise zu einem vorsätzlichen Tötungsdelikt, noch zu einer Misshandlung oder Vernachlässigung des 14 Monate alten Kindes vor, die zur Beantragung eines Haftbefehles führen würden.“ Der 30-Jährigen wurden seitens der Behöriden psychologische Betreuungsangebote gemacht.

SkF gab am Sonntag keine Stellungnahme zu der Tragödie

Dennoch dauern die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei zum Verdacht einer fahrlässigen Tötung weiter an. Kumpa: „Denn die Mutter hätte das Spielzeug nicht im Laufstall liegen lassen dürfen. Damit hat sie die Sorgfaltspflicht verletzt.“

Am Sonntag war von dem Drama nichts mehr zu spüren. Still war es um das Haus herum. Dennoch trafen sich Mitarbeiter und die Vorsitzende des SkF Edith Bohnen dort zu einer Krisensitzung. Mit welchen Ergebnissen ist unklar. Wie es der Mutter geht? Und wie es nun weitergeht in dem Wohnheim – ob zum Beispiel die Betreuungssituation in dem Wohnhaus durch die Mitarbeiter des Skf geändert beziehungsweise verbessert werden muss, darauf gab es am Sonntag trotz mehrfacher Nachfrage von Seiten des Sozialdienstes keine Antworten.

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