Trotz eines engmaschigen Rettungssystems ist eine 73-Jährige durch einen schweren Sturz ums Leben gekommen.

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An der Stelle, an der am Sonntag in Heiligenhaus eine 73 Jahre alte Frau gestürzt ist, wurde eine Schale mit Blumen aufgestellt. Die Heiligenhauserin starb infolge ihrer schweren Kopfverletzungen.

An der Stelle, an der am Sonntag in Heiligenhaus eine 73 Jahre alte Frau gestürzt ist, wurde eine Schale mit Blumen aufgestellt. Die Heiligenhauserin starb infolge ihrer schweren Kopfverletzungen.

Solche Info- und Notfallsäulen säumen den Radweg.

Simone Bahrmann, Bild 1 von 2

An der Stelle, an der am Sonntag in Heiligenhaus eine 73 Jahre alte Frau gestürzt ist, wurde eine Schale mit Blumen aufgestellt. Die Heiligenhauserin starb infolge ihrer schweren Kopfverletzungen.

Kreis Mettmann. Die 73 Jahre alte Radfahrerin, die am Wochenende bei einem Unfall auf dem Panoramaweg in Heiligenhaus verunglückt ist (die WZ berichtete), ist gestorben.

Die Frau war nach Angaben der Polizei mit dem Vorderrad ihres Rades gegen das Hinterrad des vorausfahrenden 71-jährigen Lebensgefährten gestoßen und ins Straucheln geraten. Sie stürzte und schlug mit dem Kopf auf den Asphalt auf. Weder die Frau noch ihr Lebensgefährte trugen einen Helm. Noch am Unfallort wurde die Verletzte von einem Notarzt versorgt und anschließend in eine Essener Spezialklinik geflogen. Dort erlag sie nach Angaben der Polizei ihren Verletzungen.

Ist der knapp 40 Kilometer lange Radweg auf der ehemaligen Trasse der Niederbergbahn zwischen Essen-Kettwig/Ruhr, Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath und Haan sicher? Gibt es ein Sicherheitskonzept? Wir sprachen darüber mit Friedhelm Reusch, der als Kreisbaumeister maßgeblich an der Entstehung des Panoramaradwegs beteiligt war.

Der Weg ist von Stelen gesäumt, die Notrufnummern und Standort nennen

Reusch ist geschockt von der Nachricht über den Tod der Frau: „Das ist ja furchtbar.“ Mit der Polizei und den Städten, durch die der Panoramaradweg führt, sagt Reusch, hat der Kreis Mettmann ein sogenanntes SOS-Punkt gesteuertes Sicherheitskonzept entwickelt. Als Vorbild diente der Ruhrtalweg. Reusch: „Mit diesem System wird sichergestellt, dass schnell Hilfe gerufen werden kann, wenn etwas passiert ist.“

In einem Abstand von weniger als 800 Metern wird der Radweg von Stelen gesäumt, auf denen neben einer Notrufnummer auch eine Standortnummer angebracht ist. Jede Stele ist mit einem Koordinatensystem im Leitrechner der Polizei und den Notrufstellen hinterlegt. „Dadurch wissen die Rettungskräfte sofort, wie sie einen Unglücksort am schnellsten erreichen können“, sagt Reusch. Zum Öffnen der Schranken und Pfosten, die den Radweg beispielsweise für Autos sperren, haben die Rettungskräfte genormte „Sperrpfostenschlüssel“. Gleiches gilt für die Poller am Rheinradweg.

Koordinaten weisen auch für Hubschrauber Landeplätze aus

Neben den Stelen, auf denen Rettungs- und Standortnummern angebracht sind, gibt es entlang des Panoramaradwegs zwischen Essen und Haan auch Wegweiser für Radfahrer. Auf diesen Schildern erfahren die Radler und Spaziergänger, wie weit es bis zu den nächsten Zielen ist.
 

An den rot-weißen Wegweisern sind außerdem Nummern angebracht, an die man sich bei einem Unglücksfall wenden kann, sagt Kreisbaumeister Friedhelm Reusch. Auch sind diese Schilder durchnummeriert, die Nummern sind in einem Koordinatensystem für Retter hinterlegt.

Am Panoramaradweg ist zudem für jede Stele ein Koordinatennetz für den Einsatz von Rettungshubschraubern ausgearbeitet worden. Es gibt dem Piloten einen Landeplatz vor, der nahe an einer Unfallstelle liegt.

Bereits im Sommer hatte es auf dem Panoramaradweg in Velbert einen Unfall gegeben. Ein Junge war hinter einem Ball hergelaufen, der über den Gartenzaun und den Radweg geflogen war. Dabei war er von einem Radfahrer angefahren worden. Weitere Unfälle hat es auf dem Radweg bisher nicht gegeben. „Zumindest wurden uns keine gemeldet“, sagt Polizeisprecher Ulrich Löhe.

Für Ärger haben nach Auskunft von Kreisbaumeister Reusch freilaufende Hunde auf dem Radweg in Heiligenhaus und Wülfrath in der Vergangenheit gesorgt. Um einen Zusammenstoß von Hund und Fahrradfahrer zu verhindern, habe Wülfrath sogar in der Ortssatzung festgeschrieben, dass Hunde an der Leine geführt werden müssen.

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